Alte Tradition wird im „Kappilifeald“ gepflegt

Ingrid Peer vom Organisationsteam mit Bürgermeister Kurt Fischer.
Ingrid Peer vom Organisationsteam mit Bürgermeister Kurt Fischer. ©edithhaemmerle
Die „Kappili-Kilbi“ wird jedes Jahr am Patrozinium der Loretokappelle gefeiert.
„Kappili-Kilbi“

Lustenau. Neues Leben in eine alte Tradition brachte das „Kappili“-Komitee rund um Ingrid Peer. Bereits zum 15. Mal organisierte das Team die „Kappili-Kilbi“ zum Patrozinium der Loretokapelle. „Üser’s Kappili“ nennen die Nachbarn die kleine Kapelle am Ende der Kapellenstraße, die ein stolzes Alter vorzeigen kann. Das barocke Kleinod, das 1645 von der Familie des Hofamann Hans Hagen gestiftet wurde, gehört heute zur Pfarrgemeinde Rheindorf. 1999 wurde die erste „Kappili-Kilbi“ gefeiert.

Damals mit Pfarrer Josef Marte, der einen besonderen Bezug zur Geschichte der kleinen Marienkapelle hat, die mit Nazareth in Verbindung steht. Und auch heuer feierte Pfarrer Marte dieses Brauchtum am Patrozinium mit. Nicht nur Bürgermeister Kurt Fischer zeigt sich jedes Jahr mit „d’ Kappilifealdar“ solidarisch, auch aus anderen Teilen Lustenaus kommen die Besucher zur Kilbi, die heuer am 15. November stattfand. Beim Festgottesdienst, der dem gemütlichen Teil vorangeht, platzte „s’ Kappili“ wieder aus allen Nähten. Von Pfarrer Thomas Sauter wurde die heilige Messe mit musikalischer Begleitung von einem Duo der Musikschule Lustenau (Cello und Querflöte) würdig gestaltet. Besonders schön geschmückt präsentiert sich dann auch das Innenleben. Den Dienst des Schmückens und der Reinigung der Kapelle übernehmen Renate Riedmann, Irene Nagel, Irmgard Hämmerle und Olga Kogler wöchentlich.

Tradition

Anschließend versammeln sich die Besucher um das alte Bildstöckle auf dem Vorplatz der Kapelle zur Agape und geselligen Beisammensein. „As ischt a schüona Bruuch“, konnte man bei Gesprächen bei Glühwein und belegten Brötle vernehmen. Die Brötle werden im Haus von Ingrid Peer mit fleißigen Helferinnen vorbereitet. Das Brot liefert die Bäckerei Aicher gratis und der Strom „fließt“ aus dem Nachbarhaus von Helmut Fitz, bekannt als „Kappiligärtnar“, zur Veranstaltung. Jedes Mal dabei ist auch Josef Blaser (Blosers Sepp), der um die Geschichte der „Bildstöckli“ in ganz Lustenau Bescheid weiß.  Den Abschluss bildet ein gemütlicher Hock im „Meindl“. Auch das ist zur Tradition geworden. Und wenn am Heiligen Abend das Glöckchen aus dem Zwiebeltürmchen der Loretokapelle läutet, dann kommen die Nachbarn wieder zu diesem liebgewordenen Ritual zusammen.

Auszug aus der Geschichte der Loretokapelle Lustenau:

Die Loretokapelle (Luschnouarisch Mohrokappili) oder auch Wallfahrtskapelle Maria Loreto ist der älteste erhaltene Sakralbau Lustenaus. Die barocke Kapelle wurde 1645 von der Familie des Hofamann Hans Hagen gestiftet. Das Langhaus, das wie alle Loretokapellen ein Tonnengewölbe besitzt und ungefähr die Länge des hl. Hauses in Nazareth aufweist, bekam noch zur Zeit des Frühbarock um 1645 je drei spitzbogige Fenster, während im Chor auch das Motiv der Ochsenaugenfenster auftritt. Bei der Restaurierung 1934 wurden an den Seitenwänden an Stelle der alten Votivtäfelchen neue Ovalbilder von Prof. J. Wehinger, Dornbirn, aufgehängt. Sie zeigen die jüngsten Heiligen der Kirche. Im Vorzeichen alpenländischer Art wurde an der Wand über dem Eingang mit der Jahreszahl 1645 vom Meister des Hochaltarbildes in der neuen Erlöserkirche, Sepp Maierhuber, Wien, 1936 ein kräftiger Christophorus als Fresko gemalt. 1989 war die letzte Renovierung der Loretokapelle und Bildstock. Kapelle, Bildstock und Brunnen bilden seit jeher eine Einheit.

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