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Als Stadel getarntes Feuerwehrhaus

Das neue Feuerwehrgerätehaus ist schlicht, einfach und funktionell.
Das neue Feuerwehrgerätehaus ist schlicht, einfach und funktionell. ©Albrecht Bereiter Architekten
Einsatztechnisch ideal direkt an der Bödelestraße steht das neue Watzenegger Feuerwehrgerätehaus. Eine nicht alltägliche Bauaufgabe für die Dornbirner Albrecht Bereiter Architekten.
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Rund 30 Mal jährlich rücken die 28 aktiven Mitglieder des Watzenegger Löschzugs der Dornbirner Feuerwehr aus. Sei es, um eine Katze zu retten, die sich beim Baumklettern überschätzt hat, sei es, einen Verletzten aus einem Autowrack zu schneiden oder ein brennendes Haus zu löschen. Mehr als 670 Objekte und rund 30 Straßenkilometer fallen als einer von vier Außenstellen der Dornbirner Feuerwehr in den direkten Einsatzbereich der Watzenegger, ganz abgesehen von Hilfestellungen bei Großeinsätzen in der weiteren Umgebung.

Das alte Feuerwehrhaus war nicht viel mehr als eine adaptierte, an die Volksschule angebaute Garage. Die räumliche Situation war beengt, ein notwendiges zweites Feuerwehrauto hier unterzubringen unmöglich. Pläne, den bestehenden Standort auszubauen, wurden bald verworfen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Ort dringend für den geplanten Ausbau der Tagesbetreuung der örtlichen Schul- und Kindergartenkinder gebraucht wird. Die Suche nach einem einsatztechnisch idealen Bauplatz für das neue Feuerwehrhaus entpuppte sich allerdings als nicht einfach, wurde nach manchen Umwegen aber mit dem direkt an der Bödelestraße gelegenen Grundstück gefunden und von der Stadtgemeinde Dornbirn erworben.

Mit der Planung beauftragt wurden die Dornbirner Albrecht Bereiter Architekten. Das finanzielle Korsett war eng, weshalb das neue Haus der Watzenegger Feuerwehr fast wie ein „Edelrohbau“ daherkommt. Was für Christian Albrecht allerdings passt, muss seiner Meinung nach ein solches doch „keine Basilika“ sein. Nach außen kommt das Haus, das nicht zuletzt wegen des Fehlens eines Schlauchturms „nur“ ein Feuerwehrgerätehaus ist, wie die Stadel der Umgebung daher. Wären da nicht die riesigen, 4,30 Meter hohen gläsernen Falttore für die zwei Feuerwehrautos. Den Knick, den die Bödelestraße genau an dieser Stelle macht, nimmt das leicht in den Hang geschobene Gebäude reizvoll auf, was seiner Maßstäblichkeit sehr gut tut. Dass die äußere Hülle aus Sichtbeton gebaut ist, vermutet man auf einen ersten Blick nicht. Ist sie doch mit unterschiedlich breiten Latten aus sägerauer Fichte verkleidet, die mit der Zeit schön vergrauen werden. Auf dem Satteldach liegen rote Ziegel.

Das neue Feuerwehrgerätehaus ist schlicht, einfach und funktionell. „Es ist perfekt, genau, was wir wollten. Der ideale Standort, auch für die Zukunft“, sagt Peter Kaufmann, der Vize-Kommandant der Dornbirner Feuerwehr. Der Dachstuhl ist offen und schallschluckend mit schwarzen Platten gedämmt. Die Mauer zwischen der über die gesamte Gebäudehöhe offenen Halle für die Feuerwehrautos ist aus roten Ziegeln gemauert und zur betonierten Stiege in das Obergeschoß weiß gekalkt. Eine verfließte Schmutzschleuse verbindet die Halle mit den Garderoben, die mit roten Spinden für die 32 Feuerwehrmänner möbliert ist. Nebenan sind die WC-Anlage und der Technikraum. Darüber liegt der stimmig schnörkellos möblierte, mit Industrieparkett belegte Aufenthaltsraum inklusive Küchenblock. Dass sich hier trefflich der Durst der Feuerwehrler löschen lässt, ist anzunehmen.

Obwohl im neuen Feuerwehrgerätehaus Watzenegg nichts zu viel ist, lassen gerade Details das Gespür der Architekten für das Schöne vermuten. Etwa in der Wahl diverser Farben, die immer mit dem Feuer zu tun haben. Als formales architektonisches Element wird die Setzung der tief in die Laibung gesetzten Holzfenster raffiniert ausgespielt. Sie sind unterschiedlich groß und bis auf das die Autohalle erhellende lange und quere quadratisch. Als großes Panoramafenster im Aufenthaltsraum, als kleineres im Raum des Einsatzleiters und noch kleineres in der Umkleide. Eine Extravaganz erlauben sich die Architekten allein bei der Betonwand links der Stiege. In dieser sind gemeinsam mit Georg Bechter entwickelte runde, mit LEDs bestückte und unterschiedlich verdrehte Lichtlöcher als Prototypen eingegossen bzw. ausgespart.

Daten und Fakten

Objekt: Feuerwehrgerätehaus Watzenegg

Eigentümer/Bauherr: Stadt Dornbirn

Architektur: Albrecht Bereiter Architekten, Christian Albrecht, Timo Bereiter albrecht-bereiter.at

Statik/Bau: KG GBD, Dornbirn, gbd.at

Bauphysik: Bernhard Weithas, Hard: weithas.at

Elektro Planung: Hiebeler + Mathis, Hörbranz – ihm-elektrotechnik.at

HLS Planung: Werner Cukrowicz, Lauterach

Planung: 3/2015–11/2015

Ausführung: 10/2015–6/2016

Grundstücksgröße: 720,3 m²

Gesamtgeschoßfläche: 244,3 m²

Bauweise: Massivbauweise Beton erdberührt, Ziegelkonstruktion ohne Dämmung auf Sicht bzw. mit Kalk geschlämmt – mit Holzfassade; Dachkonstruktion in Holz mit Ziegeleindeckung; Holzfenster

Besonderheiten: Edelrohbau, Materialien wirken unmittelbar, minimale Wand- und Bodenaufbauten in Bezug auf Schichten und Kosten, Betoneinbauleuchten als Prototypen

Ausführung: Baumeister: Oberhauser & Schedler Bau, Andelsbuch; Zimmerer: Martin Holzbau, Dornbirn; Fenster: Graf Fenster, Dornbirn, Glasteam Kulmitzer, Dornbirn; Einbaumöbel: Manfred Gasser, Wolfurt; Einrichtung: Reiter, Rankweil; Holzböden: Rene Bechtold, Muntlix; Betonböden: Markus Albrich, Dornbirn; Fliesen: Meusburger, Bezau; Maler: Roland Welte, Viktorsberg; Kalkschlemme: Heinz Hosp, Göfis; Schlosser: Kalb, Dornbirn; Tor/Türen: Bösch, Schwarzach; Dachdecker: Schlatter, Hard; Heizung/Lüftung: Engel Installationen, Dornbirn; Elektro: EGD, Dornbirn

Energiekennwert: 39 kWh/m² im Jahr

Baukosten: ca. 550.000 Euro

Fotos: Seite 7, Bild 2, 5 und 6: Darko Todorovic alle übrigen: Albrecht Bereiter Architekten

Leben & Wohnen – Immobilienbeilage der VN

Für den Inhalt verantwortlich:
vai Vorarlberger Architektur Institut
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