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Als IS-Sklavin verkauft: Mädchen trifft ihren Peiniger in Deutschland

©Twitter
Ein junges jesidisches Mädchen wird vom IS als Sklavin verkauft. Ihr gelingt die Flucht vor ihrem Peiniger, sie flieht anschließend nach Deutschland. Dort geschieht das Unfassbare: Mitten auf der Straße trifft sie jenen Mann, der sie als Sklavin kaufte.

Die Jesiden sind eine uralte Glaubensgemeinschaft, welche vor allem im Irak und in Syrien siedelt. Am Höhepunkt ihrer Macht überrannten die IS-Schergen die Gebiete der Jesiden – die Islamisten sehen diese als Teufelsanbeter an. Sie schlachteten tausende Jesiden ab, und verkauften tausende Frauen und Mädchen in die Sklaverei. Mädchen wie Ashwaq. Auch sie wurde verschleppt und in die Sklaverei verkauft. Doch ihr gelang die Flucht. Anschließend kam sie nach Deutschland.

Mann, der sie als Sklavin kaufte, läuft frei herum

Dort geschieht das Unfassbare: 2016 sieht sie erstmals den Mann, der sie als Sklavin kaufte. Erst glaubt sie ihren Augen nicht, wie sie in einem emotionalen Interview verrät, das auf Twitter veröffentlicht wurde. Doch dann, 2018, sieht sie den Mann in Schwäbisch Gmünd – nur wenige Fahrstunden von der österreichischen Grenze entfernt – wieder. Damit nicht genug. Der Mann erkennt auch Ashwaq wieder. Er spricht sie direkt an, und fragt das Mädchen, ob sie Ashwaq sei. Sie verneint, und sagt, sie kenne keine Ashwaq.

Er weiß alles über ihr Leben

Doch der Mann lässt nicht locker, und sagt, dass er sie kenne. Schließlich der Schock: Der Mann weiß einfach alles über Ashwaq. Etwa wie lange sie schon in Deutschland ist, und auch ihre genaue Wohnadresse. Dem Mädchen fällt es sichtlich schwer, über das Erlebte zu berichten. Eigentlich habe sie geglaubt, ihre Vergangenheit in Deutschland hinter sich lassen zu können, wie sie ausführt.

Ashwaq ist kein Einzelfall

Doch sie ist kein Einzelfall, wie sie weiter erzählt: Viele jesidische Mädchen hätten ihr erzählt, dass sie jene in Deutschland wieder gesehen hätten, die sie als Sklavinnen gekauft hätten.

Am Schluss des Interviews bedankt sie sich bei Deutschland – und bei den Deutschen – auch dafür, dass sie ihr geholfen hätten, das Erlebte zu vergessen.

Update: Mädchen floh aus Deutschland

Anm.: Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat sich via Twitter zu Wort gemeldet: Am 13.03.2018 habe man die Ermittlungen zu dieser Sache übernommen. Diese können nicht fortgeführt werden, da das Mädchen für Rückfragen derzeit nicht erreichbar sei. Ashwaq ist nach dem Zwischenfall aus Deutschland geflohen, wie “basnews.com” berichtet.

Factbox: Die religiöse Minderheit der Jesiden

Die religiöse Minderheit der Jesiden stammt aus dem Irak, Syrien, der Türkei und dem Iran. Die Jesiden sind Kurden und leben vor allem in der Gegend um die nordirakische Stadt Mossul und im nahe gelegenen Sindschar-Gebirge. Wegen der Verfolgung vor allem im Irak sind viele Anhänger der monotheistischen Religion ins Ausland geflohen. Weltweit soll es nach Schätzungen rund 500 000 bis 800 000 Jesiden geben. Die Gemeinde in Deutschland zählt nach Angaben des Zentralrats der Jesiden rund 60 000 Menschen.

Der wichtigste heilige Ort der monotheistischen Religion liegt in Lalisch, einem abgelegenen Tal im Norden des Iraks. Dort befindet das Grab von Scheich Adi, der im 12. Jahrhundert starb und den die Jesiden als Heiligen verehren. Jedes Jahr im Herbst kommen Zehntausende Menschen zu einer Wallfahrt in das Tal. Viele Muslime betrachten die Jesiden als “Teufelsanbeter”, weil sie auch den “Engel Pfau” als zentrale Figur ihres Glaubens verehren.

Die Region um das Sindschar-Gebirge im Nordwesten des Iraks, eine Hochburg der Jesiden, war im Sommer 2014 von IS-Extremisten überrannt worden. Tausende Männer wurden getötet, Frauen und Mädchen versklavt. 3000 Frauen und Mädchen sind noch immer verschollen oder in den Händen der Terroristen.

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