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Alpentransit nimmt in Österreich massiv zu

D. Stiplovsek
D. Stiplovsek
Während in der Schweiz die Zahl der alpenquerenden Lkw seit dem Jahr 2010 jedes Jahr zurückgegangen ist, nimmt der Lkw-Verkehr in Österreich massiv zu. Über alle Schweizer Alpenpässe fuhren im Vorjahr 0,95 Millionen Lkw, allein über den Brenner waren es mit 2,25 Millionen mehr als doppelt so viele.

“Österreich und die EU können in der Güterverkehrspolitik sehr viel von der Schweiz lernen”, stellt Ulla Rasmussen vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fest. Im Vorjahr überquerten 954.000 Lkw alle Schweizer Alpenpässe, das waren um 21.000 weniger als im Jahr 2016 und sogar um 282.000 weniger als im Jahr 2010. Im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2000, als 1,4 Millionen Lkw im Schweizer Alpentransit gezählt wurden, ging die Zahl der Lkw um 450.000 zurück, das ist ein Rückgang um ein Drittel, wie eine Analyse des VCÖ zeigt.

Völlig konträr die Situation in Österreich. Allein über den Brenner fuhren im Vorjahr mit 2,25 Millionen Lkw mehr als doppelt so viele wie über alle vier Schweizer Alpenpässe. Im Vergleich zum Jahr 2016 waren über den Brenner um 150.000 Lkw mehr unterwegs, seit dem Jahr 2010 wurde am Brenner eine Zunahme um 400.000 Lkw verzeichnet. Im Vergleich zum Jahr 2000 nahm die Zahl der Lkw über den Brenner sogar um 690.000 zu, ein Plus von 44 Prozent.

Verlagerungspolitik und Kostenwahrheit

“Die Schweiz hat den Rückgang im alpenquerenden Güterverkehr durch eine konsequente Verlagerungspolitik erreicht. Neben dem starken Ausbau der Bahn, hat vor allem mehr Kostenwahrheit im Straßengüterverkehr den Lkw-Verkehr reduziert”, erläutert Expertin Rasmussen.

Transitverkehr in der Schweiz.
Transitverkehr in der Schweiz. ©Transitverkehr in der Schweiz. Foto: APA/KEYSTONE/URS FLUEELER

In der Schweiz gibt es seit dem Jahr 2001 flächendeckend auf allen Straßen eine Lkw-Maut, in Österreich laut VCÖ nur auf Autobahnen und Schnellstraßen und damit auf nicht einmal zwei Prozent des Straßennetzes. Zudem werden in der Schweiz externe Kosten, wie die vom Lkw-Verkehr verursachten Umwelt- und Gesundheitsschäden zu einem hohen Anteil in die Maut eingerechnet, in Österreich nur zu einem sehr geringen Anteil. Die im Transitverkehr weit verbreiteten Lkw der Abgasklasse EURO 6 sind von externen Kosten überhaupt befreit.

Grenzschild am Brenner-Pass.
Grenzschild am Brenner-Pass. ©Grenzschild am Brenner-Pass. Foto: APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Drittens wird Diesel – der Kraftstoff der Lkw – gleich hoch besteuert wie Benzin, in Österreich wird Diesel steuerlich begünstigt. Die Mineralölsteuer ist um 8,5 Cent pro Liter niedriger als für Eurosuper.

Weniger Toleranz

In der Schweiz ist zudem die Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits mit 3 bis 5 km/h deutlich niedriger als in Österreich. Dass für Lkw auf Autobahnen und Schnellstraßen Tempolimit 80 gilt, ist für Autofahrer nicht erkennbar, weil der Großteil der Lkw 90 km/h oder mehr fährt und dafür nicht bestraft wird. Weiters ist das Ausflaggen in Österreich weit verbreitet. Frächter melden Lkw in benachbarten osteuropäischen Staaten an, wo deutlich niedrigere Mindestlöhne und schlechtere arbeits- und sozialrechtliche Standards gelten.

VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.
VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. ©VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Foto: VCÖ

“Je billiger der Lkw-Transport ist, umso mehr Waren werden auf der Straße quer durch Europa transportiert. Die rechte Fahrspur auf Autobahnen ist mittlerweile zur rollenden Lagerhalle geworden. Österreich kann selber viele Maßnahmen setzen, um die Situation für Anrainer und Autofahrer zu verbessern. Und Österreich sollte den EU-Vorsitz nutzen, um umfassende Maßnahmen für mehr Kostenwahrheit im Lkw-Transport und den verstärkten Ausbau der Bahn zu erreichen”, fordert Rasmussen.

(red)

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