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„Alles soll wieder ganz normal werden“

Aaron (23) würde sich sofort impfen lassen, um wieder ein Stück Normalität zu erlangen.
Aaron (23) würde sich sofort impfen lassen, um wieder ein Stück Normalität zu erlangen. ©bvs
Keine Freunde treffen, keine Feste feiern und keine neuen Menschen kennenlernen. Für Jugendliche ist die Corona-Zeit eine sehr belastende Zeit. Corona hat für sie auf einen Schlag alles verändert. Sechs Jugendliche erzählen, wie sie die Zeit erlebt haben und noch immer erleben müssen.
Teenager in Corona-Zeiten

 

Lustenau „Es fehlt mir, meine Großeltern zu sehen“, sagt Dario (13) aus Lustenau. Er habe einige Verwandte wegen Corona verloren, weshalb er und seine Familie vorsichtig seien. Ein bisschen Normalität erhalte er jetzt mit dem Schulbesuch. Dario darf zweimal wöchentlich in die Schule. „Ich habe mich sehr gefreut, meine Kollegen wieder „live“ zu sehen und nicht nur vor dem Computer.“ Die Zeit des Homeschoolings sei für ihn schwierig gewesen, da er seine Leistungen verstärkt schriftlich beweisen musste. „Ich bin mündlich viel bessern“, erklärt er. Auch habe er öfters Probleme mit der Internetverbindung gehabt. Das habe das distance learning erschwert.

Auf einen Schlag war alles anders

Celina (22) aus Lustenau macht gerade die Ausbildung zur Jugendarbeiterin in Lustenau. „Ich bin ein sehr sozialer Mensch und habe Freundschaften in ganz Europa. Vor Corona bin ich viel gereist, habe Konzerte besucht und mich mit anderen Jugendlichen ausgetauscht“, erzählt sie. Der erste Lockdown vor einem Jahr war für sie noch in Ordnung. Sie habe viel Zeit im Freien verbracht. „Jetzt wird es zäh. Da ich nur Teilzeit arbeite, habe ich Zeit über Corona nachzudenken.“ Als Jugendarbeiterin versucht sie, die Jugendlichen aufzufangen und für sie da zu sein. Gemeinsam mit dem Team der Offenen Jugendarbeit Lustenau (OJAL) haben sie online Workshops veranstaltet, Bastelvideos hochgeladen, Kochworkshops veranstaltet oder eigene Videos gedreht. Unterstützung erhalten sie von Lilian (18) aus Deutschland. Sie verbringt ihr freiwilliges soziales Jahr, das vom europäischen Solidaritätskorps gefördert wird, in Lustenau. „Das vergangene Jahr war für mich persönlich sehr enttäuschend. Wir hatten keine Abi-Fahrt und auch die Feier zu meinem 18. Geburtstag habe ich absagen müssen.“ Sie habe sich sehr auf das Jahr in Österreich gefreut, aber bis jetzt habe sie kaum Möglichkeiten gehabt, Leute zu treffen. Sie hofft, dass es im Sommer wieder etwas normaler wird, denn sie hätten von der OJAL ein paar großartige Aktionen geplant.

Menschen sind für das Alles nicht ausgelegt

Durch das Testen könnte man vieles öffnen, findet Aaron (23). Er hat durch seine Arbeit als Dachdecker und Spengler glücklicherweise Kontakt zu anderen Menschen, der Austausch mit seinen Freunden fehlt im dennoch sehr. „Ich bin viel am Jugenplatz Habedere. Hier kann ich wenigstens skaten. Ich finde es super, dass wir hier fahren dürfen. Das gibt mir viel“, erzählt er. Denn Menschen seien auf Dauer nicht für diese Kontaktsperren gemacht, findet er. Er würde sich auch sofort impfen lassen. „Ich bin schon gegen vieles geimpft. Diese Impfung pack ich auch.“

Jasmin (16) arbeitet ehrenamtlich bei der Offenen Jugendarbeit. „Vor Corona habe ich oft mit vielen Freunden Party gemacht und wir sind zusammen ausgegangen, das gibt’s jetzt nicht mehr“, sagt sie. „Ich habe mich auf zwei Freunde beschränkt. Mit ihnen treffe ich mich.“ Auch Alina (22) empfindet die Corona-Zeit als bedrückend. Sie studiert in Innsbruck Medizin und erlebt das Studienleben seit einem Jahr online. „Irgendwann hat man keine Motivation mehr. Es fehlt der Austausch mit den anderen“, sagt sie. „Wenn wir mal zu viert zusammen sind, lassen wir uns alle testen“, erklärt sie. Der Sommer stellt für alle einen Lichtblick dar. Dort hoffen sie auf eine Beruhigung der Corona-Zahlen und einem Wiedererlangen von ein bisschen Normalität. bvs

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