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Akuter Lehrermangel auch zu Schulanfang: Das sagen Land und Bildungsdirektion

©VOL.AT/Mayer
Auch zu Schulanfang gibt es in Vorarlberg zu wenig Lehrer. Warum das so ist und wie man das Problem löst, erklären Bildungsdirektion Marte-Stefani und Landesstatthalterin Schöbi-Fink.
Quereinsteiger mit Sonderverträgen
Lehrergewerkschafterin zum Herbst

Das Problem des Lehrermangels ist in Österreich kein neues. Schon seit Jahren fehlt es an ausgebildeten Lehrkräften. Auch zum Start ins Schuljahr 2021/22 ist der Lehrermangel laut Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani landesweit akut. Es betreffe vor allem Volksschullehrer, die man dringend brauche. Im Bereich der mittleren und höheren Schüler gibt es Engpässe z.B. bei Naturwissenschaften, in der Fachpraxis und den musischen Fächern. Man könne aber für das heurige Schuljahr die offenen Stellen im Pflichtschulbereich decken, erklärt die Bildungsdirektorin.

Situation zu Schulanfang

An den Pflicht- und Berufsschulen unterrichten heuer 4.716 Lehrer. Im Pflichtschulbereich treten 226 Lehrpersonen den Dienst neu bzw. wieder an (151 neu, 75 wieder). Es konnten auch 19 Lehrpersonen aus anderen Bundesländern oder Nachbarländern angestellt werden. Die lehrplanmäßige Vollbesetzung wird bis Schulbeginn durch Mehrdienstleistungen, Sonderverträge oder den Einsatz von etwa 30 pensionierten Lehrpersonen sichergestellt werden können. An den mittleren und höheren Schulen werden 2.019 Lehrer im Einsatz sein. Nach derzeitigem Stand werden 77 Neulehrerinnen aufgenommen. Auch zehn Lehrpersonen aus anderen Bundesländern oder Nachbarländern und sechs Lehrpersonen aus dem Ruhestand kommen dazu.

Maßnahmen werden gesetzt

Was eine Lösung des Problems angehe, sei man schon lange in vielen Überlegungen, so Marte-Stefani. Auch, was die Möglichkeiten der Werbung angehe. Hier gebe es unterschiedliche Programme und man gehe auch direkt an Schulen, um neue Junglehrer zu motivieren. Im kommenden Schuljahr gebe es einen besonderen Schwerpunkt, hier noch mehr Lehrer gewinnen zu können. Auch ins Lehrerimage wolle man investieren. "Wir haben hier sehr viele Maßnahmen, die wir gesetzt haben und noch setzen werden", verdeutlicht sie.

Schöbi-Fink: "Schwierige Situation"

Der größte Konkurrent sei die Demografie, erklärt Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink. "Wir haben jetzt Jahrgänge, die sehr stark waren, die jetzt und in den nächsten Jahren in Pension gehen werden." Dazu gebe es derzeit keine gleich starke Jahrgänge, die nachkommen. Das Gleiche werde auch zeitversetzt in anderen Bundesländern passieren. Es gehe nun darum, junge Menschen dazu zu bringen, die pädagogische Hochschule zu besuchen und in anderen Bundesländern zu werben. "Wir bemühen uns natürlich, den Lehrerberuf so attraktiv als möglich zu gestalten", meint sie. Die Belastung sei derzeit für Lehrer etwas größer, da es weniger gebe. Hier gäbe es die Möglichkeit, Teilzeitkräfte in Richtung Vollbeschäftigung aufzustocken. "Wir sind uns bewusst, dass es eine schwierige Situation ist." Man tue alles, was in der Kompetenz liege. Auch eine Verkürzung der Volksschullehrerausbildung wäre eine Option.

Dreiwöchige Sicherheitsphase zu Schulbeginn:

(Red.)

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