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AK fordert 1.800 Euro Mindestlohn

AK-Präsident Hämmerle und Direktor Keckeis bei der Präsentation der AK-Analyse.
AK-Präsident Hämmerle und Direktor Keckeis bei der Präsentation der AK-Analyse. ©AK Vorarlberg – Jürgen Gorbach
In keinem österreichischen Bundesland sei die Verteilung der Lohneinkommen und der unternehmerischen Gewinne so ungleich wie in Vorarlberg, sagt die Arbeiterkammer Vorarlberg. Die Industriellenvereinigung reagiert verwundert.
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“Der Anteil der Arbeitnehmer am erwirtschafteten Erfolg der geringste in Österreich. Die Brutto-Lohnquote stagniert seit 2004 bei 43 Prozent“, erläutert AK Präsident Hubert Hämmerle am Donnerstag das Ergebnis einer AK-Analyse zum Standort Vorarlberg. Für Hämmerle ist die Marktmacht der großen Unternehmen und die schwache gewerkschaftliche Organisation die Ursache dafür, dass eine gewinn- und produktivitätsorientierte Lohnpolitik immer unrealistischer geworden ist. „Wir exportieren wie die Weltmeister und beweisen täglich, wie hoch effizient und wettbewerbsfähig unsere Unternehmen sind. Da wäre es nur gerecht, auch diejenigen, die in den Betrieben die Leistung erbringen, stärker am betrieblichen Erfolg zu beteiligen“.

AK fordert Mindestlohn von 1.800 Euro

“Davon würden vor allem Arbeitnehmer in Niedriglohnbranchen und Teilzeitbeschäftigung profitieren und damit könnte der sich jetzt schon abzeichnenden Altersarmut von Frauen begegnet werden, ohne dass es dem Exportland Vorarlberg schadet”, führt der AK-Präsidenz aus. Nirgends seien die Einkommen so ungleich verteilt, wie in Vorarlberg. Das monatliche Nettomedianeinkommen (ohne Sonderzahlungen) liege bei den Männern mit 1.916,- Euro an der Spitze, währen die Einkommen der Frauen mit 1.353,- Euro unter dem Österreichdurchschnitt liegen.

Wohnkosten verschärfen soziale Situation

Bei neuen Wohnungen lägen die Wohnkosten in Vorarlberg schon bei durchschnittlichen 14.65 Euro. Eine Dramatische Verschärfung für viele Arbeitnehmer: Niedrigere Einkommen müssten bereits mehr als 60 Prozent des Einkommens für Wohnkosten aufwenden. „Um die Arbeitnehmer zu entlasten brauchen wir deutlich mehr sozialen Wohnbau sowie eine zusätzliche Kategorie für Miet-Kauf-Angebote mit Zugangskriterien, die junge, erwerbstätige Familien bevorzugt“, fordert AK Direktor Rainer Keckeis deshalb.

Schlusslicht bei Lehre mit Matura

Trotz der hohen Bedeutung der dualen Berufsausbildung hat Vorarlberg die geringste Beteiligung beim Projekt Lehre mit Matura. Nur etwa 2,8 Prozent der Lehrlinge machen von dieser Möglichkeit Gebrauch, zeigt sich AK-Präsident Hubert Hämmerle enttäuscht. Es gebe aber ein Bekenntnis von AK, Wirtschaftskammer und Land Vorarlberg hier Maßnahmen zu setzen.

Industriellenvereinigung verwundert

Die Darstellung, dass „in keinem österreichischen Bundesland die Verteilung der Lohneinkommen und der unternehmerischen Gewinne so ungleich wie in Vorarlberg ist“, bezeichnet die IV als populistisch und falsch. Man schüre nur Neid und bringe Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegeneinander auf.

Martin Ohneberg, Präsident der IV-Vorarlberg: „Wir wissen ganz genau was wir an unseren Mitarbeitern haben und betonen das auch bei jeder Gelegenheit. Nur gemeinsam mit unseren Mitarbeitern schaffen wir Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand. Gerade die Industrie steht für hohe Einkommen, gute Ausbildung, Aufstiegschancen und Verantwortung für den Standort.“ Ohneberg appelliert zur Sachlichkeit: Die AK verschweige andererseits die hohen Investitionsquoten insbesondere in der Industrie, damit hohe Einkommen und attraktive Arbeitsverhältnisse überhaupt möglich seien.

(Red.)

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