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AfD-Politikerin glänzt bei Anne Will mit wirren Thesen zur Flüchtlingsdebatte

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Österreich führt eine Obergrenze für Flüchtlinge ein, die deutschen Nachbarn fragen sich bei Polittalkerin Anne Will in der ARD: "Vorbild Österreich - braucht auch Deutschland eine nationale Obergrenze?" Dabei erntet AfD-Politikerin Beatrix von Storch viel Kritik im Netz.

Auch Deutschland diskutiert den Begriff “Obergrenze” in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, schon im vergangenen Jahr hatte Bayerns CSU darauf gepocht. Nachdem Österreich im laufenden Jahr nur noch 37.500 Asylwerber aufnehmen will, stellte Anne Will am Sonntagabend ihren Gästen die Frage: “Kommen damit am Ende immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland?”

Skurrile Auftritte von AfD-Politikern sind in Talkshows nichts Neues mehr, spätestens seit Björn Höckes Fahnen-Auftritt bei Günther Jauch darf man gespannt sein, womit der AfD-Vertreter in der Runde auf sich aufmerksam macht.

AfD-von Storch: “Flüchtlinge brauchen keine Integration”

Am vergangenen Sonntag saß also die stellvertretende Bundessprecherin der Partei, Beatrix von Storch, bei Anne Will – und setzte neue Maßstäbe. Die Lösungsvorschläge ihrer Partei zur Flüchtlingskrise waren vor allem eines, nämlich “sehr einfach: Grenzen schließen. Obergrenze null verordnen. Und vor allem: ‘den Magneten abschalten’.”

Deutschland sei eine “Bananenrepublik”, und Flüchtlinge müssten sowieso gar nicht erst integriert werden. Denn im Gegensatz zu Migranten würden sie ja nicht im Land bleiben. Schließlich seien alle Menschen, die über Österreich einreisen, keine Flüchtlinge, da Österreich ein sicheres Land sei. Da sie dort aber nicht bleiben wollten, seien sie als Migranten zu behandeln. Damit erntete sie nicht nur bei den anderen Gästen Unverständnis, sondern auch im Publikum. Von Storch trat auch für eine “Versachlichung” der Debatte ein, allerdings war nicht so ganz klar, ob das auch für sie selbst gelten soll.

Pensions-Merkel im Exil in Südamerika?

Für Gelächter und Raunen sorgte nämlich von Storchs Facebook-Post, den Will zitierte: “Die bald Ex-Kanzlerin Merkel ruiniert unser Land, wie es seit ’45 keiner mehr getan hat. Der Platz in unseren Geschichtsbüchern ist ihr sicher. Und ich nehme Wetten an: wenn sie bald zurücktritt, wird sie das Land verlassen. Aus Sicherheitsgründen.”

Auf die Frage von Will, wie denn das gemeint sei, antwortete von Storch: “Damit meine ich, dass sie ins Exil geht nach Chile oder Südamerika.” Anne Will reagierte trocken: “Sie wollen doch nicht ernsthaft sagen, dass Sie damit versachlichen?”

Untergrenze des Niveaus

Von kruden Theorien abgesehen, fiel der Begriff “Obergrenze” wohl am häufigsten an diesem Abend. Armin Laschet, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, wollte erklären, dass Merkel stets betont habe, dass nicht alle Flüchtlinge in Deutschland bleiben könnten. Von Storch fiel ihm dabei mehrfach mit “keine Obergrenze” ins Wort, bis es Laschet zu bunt wurde und er zurückfeuerte: “Keine Obergrenze, keine Obergrenze! Sie mit Ihrer Obergrenze! Ihre Untergrenze im Niveau haben wir gerade gehört!” (red)

Auch auf Twitter sorgte der Auftritt von Storchs während und nach der Sendung für Diskussionen:  

Nach der Sendung gab’s dann noch ein Bierchen – eines davon angeblich alkoholfrei:

Die Union ist zerstritten. Für Herrn Laschet ist Erdogan die Lösung unserer Probleme. Und ich- denke, wenn er da mal…

Posted by Beatrix von Storch on Sunday, January 24, 2016

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