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Älplerleben auf Lün

Theresia Scheibenstock und Wilfried Berbig betreuen auch heuer wieder die Alpe Lün.
Theresia Scheibenstock und Wilfried Berbig betreuen auch heuer wieder die Alpe Lün. ©Alexander Stoiser
Die Alpe Lün im Gemeindegebiet von Vandans ist eine von 136 Sennalpen in Vorarlberg. Wie schon in den letzten Jahren wird sie von Sennerin Theresia Scheibenstock aus Bartholomäberg und Hirt Wilfried Berbig aus Au bestens betreut.
Älplerleben

Unterstützt werden sie heuer von Klehenz Christoph als Beisenn und Miriam, die als Hirtin kräftig zupackt. Arbeit gibt es mehr als genug, Tagwache ist zwischen vier Uhr und halb fünf in der Früh. Über 60 Kühe wollen gemolken und auf die Weide getrieben werden, bevor es um ca. halb acht Frühstück gibt.

Danach geht’s an die Milchverarbeitung. Sieben- bis Achthundert Liter Milch werden täglich zu Butter, dem traditionellen Montafoner Sura Käs und Bergkäse verarbeitet. Neu ist seit heuer die Wasserentkeimungsanlage auf UV-Basis, was eine weitere Qualitätssteigerung darstellt. „Wir liefern unseren Sura Käs auch an die Spar-Kette,” erzählt Theresia, die für dessen Produktion zuständig ist. „Da muss einfach alles stimmen. Unterschiede in der Qualität oder gar schlechten Käse zu liefern ist da einfach nicht drin,” so die erfahrene Sennerin weiter.

 

Traditionell ist hingegen immer noch die Befeuerung der großen Kupferkessel. Unter dem Boden befindet sich eine Feuerwanne, die mit Brennholz gefüllt wird und mittels einem Rad zwischen den Kesseln, in denen die Milch für die Käseproduktion erwärmt wird, hin und her geschwenkt werden kann.

Die Käseproduktion erfordert von einem Senn ein hohes Maß an Können, große Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Der richtige Zeitpunkt, wann eine Reifung oder Gärung abgeschlossen ist und der Käse den idealen Punkt für die Weiterverarbeitung erreicht hat, ist von vielen Faktoren abhängig und kann kaum schematisiert werden. Der Sure Käs ist deshalb von Alpe zu Alpe unterschiedlich. Auf Lün schmeckt er heuer besonders gut und ist mit einem Fettanteil von unter zehn Prozent auch noch sehr bekömmlich.

„Obwohl auf unserer Alpe eigentlich nicht öffentlich ausgeschenkt wird, freuen wir uns über den einen oder anderen Besucher,” erklärt Wilfrid Berbig, der für den Bergkäse verantwortlich zeichnet. „Natürlich gibt’s ein Glas Milch. Für einen längeren Schwatz bleibt leider sehr selten Zeit. Wir müssen mit unserem kleinen Team jeden Tag ein großes Arbeitspensum verrichten, was wir aber mit viel Liebe und großer Leidenschaft gerne erledigen,” so der Bregenzerwälder weiter.

Neben der Sennerei und der Abhirtung des Viehs sind natürlich auch Zäune zu errichten und zu kontrollieren, sowie kleinere Ausbesserungsarbeiten an den Gebäuden durchzuführen. Da ist es nicht verwunderlich, dass nach dem Mittagessen eine kleine Siesta gehalten werden muss, bevor gegen sechzehn Uhr die Kühe von der Weide geholt und gemolken werden müssen. Spätestens um 22 Uhr gehen die Lichter aus, schließlich geht es ein paar Stunden später schon wieder los. Ohne Wochenende, ohne freien Tag – über drei Monate lang.

Neben der Produktion von Milchprodukten wird durch die Bewirtschaftung der Alpen aktive Landschaftspflege betrieben. Ohne Alpwirtschaft würden die Flächen in kürzester Zeit zuwachsen. Ob sie dann für Wanderer – Einheimische wie Touristen – noch dieselbe Anziehungskraft hätten, ist zu bezweifeln. Die Arbeit der Älpler ist deshalb umso höher einzuschätzen.

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