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Achterbahn der Gefühle

Es war eine Achterbahn der Gefühle, was sich da in der Wahlnacht abspielte. „Bush vorn“ - „Kerry vorn“ - „Bush vorn“ - Schlag auf Schlag liefen die Meldungen mit den Ergebnissen aus den ersten ausgezählten Bundesstaaten über die Fernsehsender.

Elf Stunden nach Schliessung der letzten Wahllokale dann Katzenjammer im Lager des demokratischen Senators John Kerry: Er rief im Weissen Haus an und gratulierte Präsident George W. Bush zum Sieg.

Selten hatten sich die Emotionen in einer Wahlnacht derart hochgeschaukelt; besonders, da viele angesichts des Debakels vor vier Jahren schon wieder ein Wahlchaos befürchtet hatten.

Aufwind und Morgenluft

Am Anfang des langen Abends wähnten sich die Kerry-Anhänger noch im Aufwind. Den Fernsehsendern lagen für Bush alarmierende Daten aus den Wählerbefragungen vor. Keiner wollte die Ergebnisse besonders hoch hängen, aber die Optimisten im Kerry-Lager witterten Morgenluft.

Sogar eine Redakteurin des konservativen Senders Fox News sprach Dienstagabend um 20.30 Uhr (Ortszeit) aus Versehen schon von „Präsident Kerry“. Doch je später der Abend, desto ruhiger wurden die Anhänger Kerrys. Bei den Bush-Fans stieg dagegen die Stimmung von Minute zu Minute.

Im Weissen Haus begann der Wahlmarathon am Nachmittag noch in gedrückter Atmosphäre. Es gab angespannte Gesichter, als auch dort die ersten Ergebnisse aus Wählerbefragungen einliefen.

Vor dem Büro von Bush-Berater Carl Rove im 2. Stock des Weissen Hauses gaben sich besorgte Bush-Vertraute die Klinke in die Hand. Der mahnte zur Ruhe. „Ich bin mir eines klaren Sieges sicher“, verkündete er.

Bush im Kreise der Familie

Entspannung kam dann mit den ersten echten Ergebnissen. Im entscheidenden Bundesstaat Ohio führte Bush von Anfang an. Um 21.37©Uhr liess der Präsident die Reporter überraschend in seine Privatgemächer vor.

Sie filmten einen entspannten Bush, im Kreise von 30©Familienmitgliedern und Freunden, vor dem Fernseher. Es gab Räucherlachs, Krabben und Kürbissuppe. „Ich glaube, ich werde gewinnen“, meinte Bush zu dem Zeitpunkt schon zuversichtlich.

Kerry blieb dagegen in seinem Haus in Boston auf Tauchstation. Rocker Jon Bon Jovi hielt Tausende von Fans, die bei Kälte und Nieselregen auf den Copley-Platz gekommen waren und die Ergebnisse auf Riesenbildschirmen verfolgten, bei Laune.

Als Florida in Richtung Bush kippte, gingen die ersten nach Hause. Kerry schickte erstmal seinen Berater an die Medienfront. „Es sieht gut für uns aus“, beharrte Joe Lockhart noch weit nach Mitternacht.

Um 2.30 Uhr trat Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards schliesslich vor die Mikrofone. Der „Sunnyboy“ der Demokraten riss die noch Verbliebenen noch einmal aus ihrer gedrückten Stimmung. „Wir haben vier Jahre auf diesen Sieg gewartet, da können wir eine weitere Nacht warten“, rief er trotzig.

Tief gespaltenes Land

In den amerikanischen Wohnstuben nahm das Wahldrama ebenfalls seinen Lauf. Selten war das Land so tief gespalten, Republikaner und Demokraten waren so intensiv bei der Sache wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zehntausende hatten schon teilweise stundenlang vor Wahllokalen ausgeharrt, um ihre Stimme abzugeben.

Wie Bush und Kerry sassen Millionen mit Freunden und Verwandten die ganze Nacht nervös vor den Bildschirmen. Als die Kerry- Niederlage schliesslich am Mittwochmittag (Ortszeit) klar war, waren die meisten längst wieder bei der Arbeit.

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