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Abtreibungspille bald beim Gynäkologen erhältlich?

In Vorarlberg ist ein medikamentöser Abbruch bis dato nicht möglich.
In Vorarlberg ist ein medikamentöser Abbruch bis dato nicht möglich. ©VOL.AT/Pixabay
Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) hat eine Änderung des Zulassungsbescheids der Abtreibungspille Mifegyne genehmigt.

Bisher durfte das Medikament in Österreich nur in speziell dafür vorgesehenen Kliniken verabreicht werden. Die legislative Änderung würde Gynäkologen dazu befugen, die Tablette in ihren Praxen verabreichen zu dürfen.

Mifegyne

Die Abtreibungspille Mifegyne darf bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Periode eingenommen werden. Seit Januar 1999 ist das Medikament in Österreich zugelassen. Vorarlberg tickt in der Praxis dann doch etwas anders. Trotz der seit mehr als 20 Jahren bundesweit gesetzlichen Medikamentenzulassung, gibt es im Ländle keine Klinik, die die Tablette verabreicht.

In Vorarlberg ist es zwar nur Krankenhäusern erlaubt das Medikament zu verabreichen, in den heimischen Spitälern finden aber de facto keine Schwangerschaftsabbrüche statt. Eine Ausnahme stellen medizinisch indizierte Abbrüche dar, wenn festgestellt wird, dass das Kind behindert zur Welt kommen würde.

Eine Bregenzer Spezialordination, die einzige in Vorarlberg, bietet eine Absaugung unter örtlicher Betäubung, auch Curettage genannt, an. Die Abtreibungspille darf auch dort, wegen der gesetzlichen Bestimmungen nicht verschrieben werden.

Wenn somit eine ungewollt schwangere Frau einen medikamentösen Abbruch bevorzugt, „mussten wir sie entweder ins Tirol oder in die benachbarte Schweiz überweisen“, gibt Gynäkologin Niederer-Bauer einen Einblick in vergangene Fälle. 

Medikamentöser Abbruch

„Innerhalb des dafür zugelassenen Zeitraums ist der Abort mit Mifegyne eine sehr sichere Methode“, bestätigt die Gynäkologin. Der Abbruch erfolgt in zwei Blöcken. Zuerst werden zwei bis drei Tabletten Mifepreston mit jeweils 200 Milligramm eingenommen. Das Medikament, das auch noch unter der Bezeichnung RU 486 bekannt ist, führt zu einem Stopp der bestehenden Schwangerschaft. Zwei bis drei Tage später folgt dann die Einnahme von Mifegyne, welche Kontraktionen in der Gebärmutter veranlasst. Dies hat eine starke Blutung zur Folge, mit welcher der Abbruch finalisiert wird.

In sehr seltenen Fällen können Komplikationen auftreten. „Dadurch, dass der Schwangerschaftsabbruch unter Aufsicht stattfindet, kann man etwaige Schwierigkeiten schon im Vorhinein abschätzen“, bestätigt Dr. Niederer-Bauer, selbst Mutter von zwei Kindern. „In jedem Fall findet zuerst eine Voruntersuchung statt, in der die Schwangerschaftswoche und die Blutgruppe eruiert, sowie Risikofaktoren abgewogen werden“, erklärt die Ärztin weiter.

Das Gespräch suchen

„Es ist ganz ganz wichtig, dass über so ein Thema mit dem Frauenarzt des Vertrauens gesprochen wird“, betont die 45-Jährige. Bei Zweifeln, Unsicherheiten, Angst und den etlichen anderen Bedenken einer ungewollt schwangeren Frau, „kann man zusammen in einem Gespräch gemeinsam Horizonte eröffnen. Wir können euch die Entscheidung nicht abnehmen, aber wir können euch unterstützten und alles wird gut“, so die mutmachenden Worte der Gynäkologin, die schon viermal hintereinander den Patient Choice Award erhielt.

(VOL.AT)

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