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Abtauchen in andere Welten

Seit dem 23. Juli ist Sabine Schoders Debüt „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ im Buchhandel erhältlich.
Seit dem 23. Juli ist Sabine Schoders Debüt „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ im Buchhandel erhältlich. ©JW
Bludenz, Tschagguns. (jw) Sabine Schoders Leidenschaft ist seit jeher das Erzählen von Geschichten - ob in schriftlicher oder bildlicher Form. Drei Jahre lang schrieb sie an ihrem Debüt-Roman, einem Jugendbuch mit dem Titel „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“. Mit der VN-Heimat Bludenz sprach die Montafonerin über ihre Tätigkeit als Schriftstellerin, das Genre Jugendroman und natürlich ihr Buch.

VN: War dir am Anfang, als du mit dem Buch begonnen hast, bereits klar, dass es ein Jungendbuch wird?

Sabine Schoder: Ja, das war für mich klar. Ich habe als Jugendlich eigentlich ausschließlich Erwachsenenroman gelesen und erst jetzt als Erwachsene die Jugendliteratur für mich entdeckt.

VN: Sprachlich und gedanklich ist die Erwachsenenwelt von der Jugend doch etwas entfernt. Hattest du beim Schreiben in dieser Hinsicht Schwierigkeiten?

Sabine Schoder: Nein, erstaunlicherweise ist mir das Schreiben sehr leicht gefallen. Da ich ja viele Jugendbücher lese, konnte ich mich auch gut in diese Welt hineinfinden. Außerdem sind mir beim Schreiben auch immer wieder Erinnerungen aus meiner Jugend gekommen, die dann auch in den Text eingeflossen sind.

VN: Die beiden Protagonisten des Romans, Viktoria Stein und Jay Feretty, sind ja nun keine typischen Role-Models, sondern schon sehr speziell. Hast du dich bewusst für solche atypischen Charaktere entschieden?

Sabine Schoder: Ja, das war eine bewusste Entscheidung. Gerade in der amerikanischen Jugendliteratur sind die Figuren meist ziemlich weichgespült und entsprechen platten Klischees. Ich wollte bei meinem Buch mehr Realismus haben, damit sich die Jugendlichen auch damit identifizieren können und nicht nur von der heilen Welt erzählen.

VN: Wie warst du als Jugendliche? Eine Viktoria Stein?

Sabine Schoder: (lacht) Nein. Ich würde sagen, dass sich in jeder der Figuren etwas von meiner Persönlichkeit wiederspiegelt. Natürlich gibt es dort dunkle Seiten wie bei Viki, aber eben auch den Optimismus wie bei Melanie. Ich bin alle ein wenig, aber eben niemand ganz.

VN: Die Themen, die du in deinem Roman ansprichst – Drogen, Gewalt, Sexualität, schwierige Familienkonstellationen – das alles wird ja nicht beschönigt dargestellt. Denkst du, dass Jugendliche solcher Art Bücher mehr ansprechen als die typischen Teenie-Liebesroman?

Sabine Schoder: Natürlich sind die Heile-Welt-Romane mit ihrer Seifenblasen-Romantik beliebt. Aber ich habe zahlreiche Feedbacks und Rezensionen bekommen, die v.a. die Andersartigkeit meiner Geschichte als positiv hervorheben. Gerade die Abwechslung zu den genreüblichen Texten wird als erfrischend empfunden. Viki ist ein starker weiblicher Charakter, der sich eben nicht einfach Hals über Kopf verliebt, sondern die Dinge immer noch kritisch betrachtet und die auch in schwierigen Situationen ihren Humor behält.

VN: Zur Zeit ist das Schreiben bei dir ja mehr nebenberuflich. Kannst du dir vorstellen, dich ganz dem Schrieben zu widmen?

Sabine Schoder: Das wäre natürlich der absolute Traum. Aber es ist nun mal so, dass man als Autor, wenn man nicht gerade Welt-Bestseller ist, schlecht von der Schreiberei leben kann. Außerdem bin ich auch ganz froh, wenn ich mich in meiner alltäglichen Arbeit verlieren kann und so wieder mehr Distanz zu meinen Geschichten bekomme.

VN: Hast du bereits ein neues Buch in Arbeit? Und kannst du vielleicht schon ein bisschen dazu verraten?

Sabine Schoder: Ja, ich schreibe bereits wieder an einem neuen Buch. Verraten will ich jetzt noch nichts, nur so viel: es wird wieder ein Jugendroman werden, allerdings keine Fortsetzungsreihe – zumindest ist es nicht so geplant. Aber wer weiß, wie sich der Text so entwickelt. Manchmal bin auch ich überrascht, wo mich die Reise schließlich hinführt.

Zur Person: Sabine Schoder (32), die hauptberuflich als Marketingleiterin bei der RB Bludenz-Monatfon arbeitet, wohnt mit ihrem Mann und drei Katzen in Tschagguns. Neben dem Schreiben ist das Zeichnen eine weitere große Leidenschaft von ihr. Zu ihren Lieblingsbüchern zählt Sabine sowohl Horrorklassiker wie Steven Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ als auch John Greens Jugendroman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“.

 

 

 

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