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Abschied nehmen in Würde

©VN/Roland Paulitsch
Wie Ulrike Bell bei einem Todesfall die Hinterbliebenen unterstützt.

Das Schlüsselerlebnis für Urike Bell war der Tod ihrer Mutter vor neun Jahren. „Damals habe ich gemerkt, wie wichtig das Abschiednehmen ist. Eigentlich waren es Tage des Abschiednehmens. Vom Augenschließen eines geliebten Menschen bis hin zur Bestattung auf dem Friedhof.“ Seit knapp fünf Jahren engagiert sich Ulrike Bell im Verein „Abschied inWürde“. Ziel des Vereins ist es, den Verstorbenen und ihren Hinterbliebenen einen würdevollen und persönlichen Abschied zu ermöglichen. Als eine von insgesamt vier sogenannten Ritualleiter-(innen) kommt Ulrike Bell dabei eine wichtige Funktion zu. Die Feldkircherin übernimmt dabei nicht die Aufgaben des Bestattungsunternehmers, sondern es geht ihr darum, dass die Trauerfeier dem Verstorbenen gerecht wird. „Anfangs führe ich ein intensives Gespräch mit dem oder den Hinterbliebenen. Vertrauensvoll wird dabei auch über das Leben der bzw. des Verstorbenen gesprochen.“ In der Folge kommen auch Themen zur Sprache, die für die Zeit bis zur Beisetzung wichtig sind. Als Ritualleiterin beim Verein gestaltet Ulrike Bell den gesamten Ablauf der Trauerfeier. Dabei spielt der Rückblick auf das Leben eine wichtige Rolle. Der bzw. die Verstorbene steht mit all seinen bzw. ihren Stärken und Schwächen im Mittelpunkt.

Geprüfte Bestatterin

„Meinen Lebensunterhalt verdiene ich allerdings nicht beim Verein ‚Abschied in Würde‘, sondern mit einer altbewährten Sterbevorsorge, die im Todesfall eine enorme finanzielle Entlastung darstellt, damit zum persönlichen Leid nicht auch noch finanzielle Probleme hinzukommen. Als geprüfte Bestatterin und ehemalige Mitarbeiterin eines Bestatters bin ich mit der Thematik vertraut. Ich begleite die Hinterbliebenen so, wie ich begleitet werden möchte und bin dankbar, diese auch für mich wertvollen Wege gehen zu dürfen.“ „Ich möchte den Menschen helfen, mit dem Tod und mit dem Toten umzugehen“, sagt Ulrike Bell. Das Abschiednehmen am toten Mensch kann für den Trauerprozess sehr wichtig sein. „Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Abschiedsfeier, bei der der Tote würdevoll in der Pathologie aufgebahrt worden ist. Die Trauerfamilie lud Freunde und Nachbarn zum Abschied- nehmen ein. Aus der Angst vor der Begegnung wurde ein Berühren und Berührt-Werden. Man hörte Musik, sprach miteinander und berührte den Verstorbenen liebevoll.“ So konnten Kinder und Erwachsene den Tod im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“ und einen bewussten Trauerprozess in Gang bringen.

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