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Abokonzert des Symphonieorchester Vorarlberg bietet Außergewöhnliches

Der 80-köpfige Chor des Wiener Konzerthauses führt gemeinsam mit dem SOV das Oratorium „Paulus“ von Mendelssohn Bartholdy auf.
Der 80-köpfige Chor des Wiener Konzerthauses führt gemeinsam mit dem SOV das Oratorium „Paulus“ von Mendelssohn Bartholdy auf. ©Nini Tschavoll.
Heinz Ferlesch dirigiert nicht nur das Symphonieorchester und die vier Solistinnen und Solisten, sondern bringt auch den Chor des Wiener Konzerthauses, die Wiener Singakademie, mit.

Bregenz. Das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) unter der Leitung von Heinz Ferlesch mit einem Oratorium – da springt der Funke über. So war es jedenfalls zuletzt 2022, als Händels „Jephtha“ in Kooperation mit dem Vorarlberger Landestheater auf dem Programm stand. Diesmal liefert Felix Mendelssohn Bartholdy mit „Paulus“ den Stoff für die erneute Zusammenarbeit von Dirigent und Orchester, flankiert von vier erlesenen Solo-Stimmen und der Wiener Singakademie als opulentem Chor. Das Ganze kommt im Rahmen des 5. Abokonzerts am 6. April in Feldkirch und am 7. April in Bregenz auf die Bühne. Eine absolute Novität: Am 14. April folgt eine dritte Aufführung im Großen Saal des Wiener Konzerthauses. „Die Vorfreude auf das Wiener Publikum und das Wiener Konzerthaus ist bei allen Orchestermitgliedern riesengroß. Und natürlich hoffen wir auf mitreisende Fans aus Vorarlberg“, betont SOV-Geschäftsführer Sebastian Hazod.

Das Werk

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) entwarf das Oratorium „Paulus“ ab 1831 in Düsseldorf. Es erzählt über die Bekehrung und das Wirken des Apostels. Der Komponist selbst stammt aus einer jüdischen Familie, wurde mit sieben Jahren auf Wunsch der Eltern getauft und christlich erzogen. Man darf annehmen, die Lebensgeschichte des Paulus übte auf ihn eine Faszination aus: Ebenfalls als Jude geboren und zunächst brutaler Christenverfolger, ließ sich Saulus/Paulus später nach einem Bekehrungserlebnis taufen und verkündete als Missionar die Lehre Christi. Das Oratorium wurde nach der Uraufführung 1836 innerhalb der folgenden eineinhalb Jahre fünfzigmal aufgeführt und verhalf Mendelssohn schlagartig zu internationaler Berühmtheit.

Im „Paulus“ knüpft Mendelssohn am Vorbild von J. S. Bachs Passionen an und baute an fünf Stellen Choräle ein, die nach größeren Handlungsabschnitten als Momente der Zäsur dienen. Die Orientierung am Vorbild G. F. Händels zeigt sich etwa in den großen monumental-festlichen Rahmenchören, die einen besonders üppigen Vokalsatz mit abwechselnd homo- und polyphonen Passagen aufweisen. Die moderne Instrumentierung, lyrische Chöre, sangliche Melodik und romantisches Sentiment wiederum stehen für Mendelssohns Tonsprache.

Die Künstlerinnen und Künstler

Dirigent Heinz Ferlesch ist künstlerischer Leiter der Wiener Singakademie und des Chores Ad Libitum sowie Dirigent des Originalklangorchesters Barucco. Er unterrichtet an der Musikuniversität Wien und ist musikalischer Leiter der Vokalakademie Niederösterreich. Seine erfolgreiche Arbeit macht ihn zum international gefragten Gastdirigenten, Juror und Workshop-Leiter. Die erste Zusammenarbeit zwischen Ferlesch, Singakademie und SOV erfolgte schon 2010 im Rahmen des SOV-Zyklus‘ „Mahler 9 x 9“.

Sopranistin Vera-Lotte Boecker war von 2020 bis 2022 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. In Bregenz wird sie als Agathe im „Freischütz“ zu hören sein. Bariton Florian Boesch glänzt nicht nur am Konzertpodium, sondern auch auf der Opernbühne und als Professor für Lied und Oratorium an der Musikuniversität Wien. Benjamin Bruns‘ Bandbreite umfasst Tenor-Partien von Mozart über Beethoven bis Strauss und Wagner. Sakrale Werke von Bach bis Haydn bilden dazu einen wichtigen Gegenpol. Patricia Nolz ist seit 2022/23 im Ensemble der Wiener Staatsoper. Die versierte Mezzosopranistin wird in der laufenden Saison vom Wiener Konzerthaus als „Great Talent“ gefördert.

Die Konzertreise

Nach den Abo-Konzerten im Montfort- und Festspielhaus erfolgt am 14. April um 11 Uhr eine Aufführung im Großen Saal des Wiener Konzerthauses. Dazu startet am 12. April für das Vorarlberger Publikum eine Konzertreise per Bahn mit abwechslungsreichem Rahmenprogramm organisiert von Loacker Tours (05523 5909 35).

Weitere Details, unter anderem in Form eines Interviews mit Heinz Ferlesch, liefert die neue Folge des Podcasts „SOV zum Reinhören“ auf www.sov.at und gängigen Streamingdiensten.


Symphonieorchester Vorarlberg
5. Abokonzert 2023/24

Heinz Ferlesch: Dirigent
Vera-Lotte Boecker: Sopran
Patricia Nolz: Alt
Benjamin Bruns: Tenor
Florian Boesch: Bass

Wiener Singakademie

Samstag, 6. April 2024, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 7. April 2024, 17.00 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Programm:
Felix Mendelssohn Bartholdy: Paulus op. 36

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