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Abberufung Entachers löst Beben aus

Lochau - Am Montag wurde Generalstabschef Entacher von Verteidigungsminister Norbert Darabos in seinem Amt abberufen, was landesweit für Empörung und Diskussionen sorgte.
Josef Müller im VOL Live-Interview
Egger: "Darabos ist rücktrittsreif"

„Die Abberufung löste in der Truppe und auch in der Offiziersgesellschaft ein Beben aus“, so Oberst Josef Müller, Präsident der Offiziersgesellschaft Vorarlberg, den VOL Live aus aktuellem Anlass zu einem Gespräch im Hotel Kaiserstrand in Lochau getroffen hat. Für ihn ist es erschütternd, dass vorab mit personellen Konsequenzen gedroht und diese in kürzester Zeit auch exekutiert wurden. Müller sieht Entacher als Identifikationsfigur und „ein Nachfolger seines Formates ist für mich nicht erkennbar.“

Dass mit der Abberufung des Generalstabschefs das große Köpferollen begonnen hat, glaubt Müller jedoch nicht: „Die Spitze wurde abgeschlagen. Systemintern wird es zwar rumoren, jedoch glaube ich nicht, dass etwas nach außen dringt.“

Am meisten an der derzeitigen Debatte um die Heeresreform stört Müller, dass die Wehrpflicht zu allererst diskutiert wird. Seiner Meinung nach sollte zuerst über die Aufgabenanalyse und die Struktur des Bundesheeres gesprochen werden: „Man hat derzeit einfach den Eindruck, als würde das Pferd von hinten aufgezäumt werden.“

Aus Sicht der Offiziersgesellschaft gibt es ein deutliches Verbesserungspotenzial für ein künftiges Heer, jedoch verlangen Veränderungen auch eine entsprechende Bereitschaft: Das von Minister Darabos präferierte Modell 3 mache durchaus Sinn im Rahmen der allgemeinen Wehrpflicht, was Auslandseinsätze oder die personelle Situation im Milizdienst betrifft. Auch gibt es Handlungsbedarf im Bereich der Systemerhaltungssituation: Aufgaben wie der Erhalt des Kraftfahrbetriebes oder des Wachdienstes, absorbieren über die Hälfte der Grundwehrdiener pro Jahr. Der Vorschlag, Systemerhaltungsfunktionen einzusparen, bricht sich mit der Idee, Zivilpersonal zu kürzen: „Das ist die Quadratur des Kreises. Wie diese Übung bewerkstelligt werden soll, kann ich mir nicht vorstellen.“

Für Müller sind jedoch Einsparungen an anderen Stellen als dem Personal denkbar, etwa bei Liegenschaften, der Schullandschaft oder der Verwaltung. Für ihn wäre die optimale Lösung eines künftigen Systems eine Mischung aus Modell 1, das auf Basis der Wehrpflicht aufbaut und dem, von Darabos bevorzugten Modell 3. Ein weiteres Bestehen der Wehrpflicht wäre ein Garant dafür, dass auch der soziale Bereich nicht zusammenbricht, denn eine  Abschaffung der Wehrpflicht bedeutet gleichzeitig auch eine Abschaffung des Zivildienstes.

Josef Müller, Präsident der Offiziersgesellschaft Vorarlberg, im VOL Live-Interview:

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