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90 Jahre im Dienste des Nächsten

Geselligkeit bei der Versammlung
Geselligkeit bei der Versammlung ©HP Schuler
Außerordentliche Generalversammlung Krankenpflegeverein Feldkirch-Levis-Tisis

Krankenpflegeverein Feldkirch-Levis-Tisis feiert Jubiläum

Mit einer Festmesse im Dom und einer außerordentlichen Generalversammlung beging sonntags der jubilierende Verein den freudigen Anlass. Der Dom war sehr gut gefüllt, als Pfarrer Rudolf Bischof in eingehenden Worten auf die Bedeutung der Hauskrankenpflege hinwies. Zuvor hatte Primarius Heinz Fritzsche in Kürze den Werdegang des Vereines geschildert.

Im Anschluss traf man sich im Kapuzinerkloster zur außerordentlichen Generalversammlung. Diese war notwendig geworden, da dem Verein nach Prüfung durch die Steuerbehörde die Genehmigung erteilt wurde, die Spender darauf hinzuweisen, dass künftig Spendengelder steuerlich absetzbar sind. Diese Tatsache wurde von den Versammelten, darunter Landtagsvizepräsidentin Dr. Gabriele Nussbauer, mit Freude zur Kenntnis genommen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Änderungen in den Statuten einstimmig beschlossen wurden.

Im Anschluss an die schnelle Sitzung verweilte man noch bei Wein und Käse. Dem Vernehmen nach plauderte die gesellige Runde noch recht lange.

Mehr wissen: Geschichte der Krankenpflege:

Die Krankenpflege wurde in den frühen christlichen Jahrhunderten bis ins späte Mittelalter als christliche Pflicht, Barmherzigkeit oder Samaritertum im Sinne der Nächstenliebe angesehen. Im Gegensatz zur griechischen und römischen Kultur kam diese Pflege jedem zu Gute, auch unabhängig von den Heilungschancen. Viele kirchliche Orden boten ihre Dienste in Klöstern und Bürgerspitälern an. Die Pfleger selbst waren meist nicht oder nur in der Kräuterkunde ausgebildet. Die wenigen Ärzte waren im Dienst der Reichen und Mächtigen. Beginnend im 17. Jahrhundert, jedoch besonders im 19. Jahrhundert entstanden Krankenpflegeschulen, die zur fachgerechten Ausbildung des Pflegepersonals führten, damit aber auch zur Ablösung der alleinigen Bamherzigkeits- Pflege. Zusätzlich wurden weltlichen Personen der Zugang zu diesem Beruf eröffnet. In den folgenden Jahrzehnten verbesserte sich die Ausbildung immer mehr und mehr, so dass sich aus einem Assistenzberuf für Ärzte ein eigener Beruf, nämlich der der Gesundheits- und Krankenpflege entwickelte.

Diese vermehrte Professionalität der Schwestern führte zu einer dramatischen Wende in der Hauskrankenpflege. Dienten in früheren Jahrzehnten die Schwestern vorwiegend als Begleiter und Tröster bei chronischen Leiden und beim Abschied nehmen, so ist es das Ziel der modernen Hauskrankenpflege, die aktive Verbesserung der Krankheitssituation mit frühzeitiger Mobilisierung herbeizuführen, die rasche Wiederherstellung der Selbstversorgung nach einem Krankenhausaufenthaltes zu erreichen und deren Beibehaltung zu garantieren und schließlich präventive Maßnahmen zu ergreifen, um vor allem älteren Menschen möglichst lange ihr Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Diese aktiven Maßnahmen führten zu einer deutlichen Abnahme von Kranhaustagen und Pflegtagen in der Bevölkerung. Die Schwestern bringen mit ihren pflegerischen Aktivitäten Hoffnung auf rasche Heilung und Zuversicht nach oft langwierigem Krankenhausaufenthalt. Trotzdem werden die Tugenden der alten Hauskrankenpflege nicht vergessen und werden im Bedarfsfall selbstverständlich angeboten. Das Bild und die Aufgaben der Hauskrankenpflege haben sich im Laufe der Jahrzehnte geändert, geblieben ist das Zentrum, der Patient mit all der nötigen Zuwendung, Unterstützung und Hilfe im Sinne der Nächstenliebe.

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