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9/11-Memorial in New York: Bierlein gedachte der 3.000 Opfer

Bierlein erinnerte daran, dass uns mehr eint, als trennt.
Bierlein erinnerte daran, dass uns mehr eint, als trennt. ©APA/BKA/ANDY WENZEL
Am Samstag hat Bundeskanzlerin Bierlein am Rande der UNO-Vollversammlung das 9/11-Memorial in New York.

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein hat am Samstagnachmittag (Ortszeit) am Rande der UNO-Vollversammlung in New York das 9/11-Memorial auf Ground Zero besucht. "Die unvorstellbare Zerstörung und die schrecklichen Bilder des 11. September 2001 werden nie vergessen werden", erklärte Bierlein, die zum Gedenken an die Opfer zwei weiße Rosen niederlegte.

9/11: Auch zwei Österreicher unter den Opfern

Bei den islamistischen Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 waren knapp 3.000 Menschen ums Leben gekommen. Darunter befanden sich auch zwei Personen, die in Österreich geboren worden waren.

Marian Hrycak (Geburtstag 10. Februar 1945) arbeitete für die Steuer- und Finanzabteilung des Bundesstaates New York. Der Familienvater wurde von den Angriffen in seinem Büro überrascht. Oleh Wengerchuk war am 4. Oktober 1944 in Wien auf die Welt gekommen und verbrachte seine Kindheit zum Teil in Lagern von Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs, wo er auch seine spätere Frau kennenlernte. Die beiden waren bereits Großeltern, als der Verkehrsplaner ebenfalls an seinem Arbeitsplatz dem Terror zum Opfer fiel.

Bierlein: "Uns eint mehr, als uns trennt"

"Das Memorial ist ewige Mahnung, weltweit entschieden gegen Terror und Krieg anzukämpfen und zu erkennen, dass wir als Menschen über alle Unterschiede hinweg verbunden sind", hielt die Bundeskanzlerin fest. "Uns eint mehr, als uns trennt. Die Vereinten Nationen sind der Ort, an dem Völkerverständigung in diesem Sinne aktiv gelebt werden muss."

Bierlein im österreichischen Kulturforum zu Gast

Danach war die Bundeskanzlerin im österreichischen Kulturforum in New York zu Gast und traf dort auch Auslandsatelier-Stipendiatinnen des Bundeskanzleramts sowie österreichische Künstler. Die Förderung der Künste gehöre zur österreichischen Identität, ließ die Bundeskanzlerin wissen. Es sei ihr ein Anliegen, Kunstschaffende zu treffen, "die mit ihrem Engagement Grenzen überwinden und zum Ruf unseres Kunst- und Kulturstandorts erheblich beitragen".

Am Abend kam die frühere Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs mit renommierten Persönlichkeiten zusammen, die mit ihren Familien während des Nationalsozialismus wegen ihrer jüdischen Herkunft aus Österreich in die USA emigriert waren und dort Karriere gemacht hatten. Bei einem Abendessen gab es etwa einen Austausch mit Nobelpreisträger Eric Kandel und seiner Frau, der Sozialmedizinerin Denise Kandel. Der bald 90-jährige Neurowissenschafter, Psychiater und Physiologe hatte im Jahr 2000 gemeinsam mit anderen Wissenschaftern den Medizinnobelpreis für Forschungen auf dem Gebiet der Nervenkrankheiten erhalten.

Unter den Gästen in New York befand sich auch die knapp 92-jährige Fotojournalistin Lisl Steiner. Die Familie der gebürtigen Wienerin war in den 1930er-Jahren zuerst nach Argentinien und dann in die USA ausgewandert. "Es ist berührend und zeugt von menschlicher Größe, dass trotz der oftmals schweren Vergangenheit durch Vertreibung eine besondere Beziehung zu Österreich weiterhin besteht", zollte Bierlein den ehemaligen Flüchtlingen Respekt.

Bierlein in New York: Programm am Sonntag

Am Sonntagvormittag wird die Bundeskanzlerin das New Yorker "Leo Baeck Institut" besuchen und dort auch mit Gedenkdienstleistenden aus Österreich zusammentreffen. Bierlein wolle mit ihrem Besuch die besondere Verantwortung Österreichs bezüglich der nationalsozialistischen Judenverfolgung und des Holocausts betonen, hieß es aus dem Umfeld der Kanzlerin. Das "Leo Baeck Institut" hat Zentren in Jerusalem, London und New York sowie eine Dependance am Jüdischen Museum in der deutschen Hauptstadt Berlin. Es wurde 1955 mit dem Ziel gegründet, das kulturelle Erbe des deutschsprachigen Judentums zu bewahren.

Am Sonntagnachmittag wird Bierlein gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen im UNO-Hauptquartier die Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, treffen. Anschließend ist ein Meinungsaustausch mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres vorgesehen, an dem neben Bierlein und Van der Bellen auch Umweltministerin Maria Patek und Außenminister Alexander Schallenberg teilnehmen werden.

(APA/Red)

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