800 Schafe kehrten zurück ins Tal

Hunderte Schafe mussten bei der Schafscheide in Gaschurn auseinanderdividiert werden.
Hunderte Schafe mussten bei der Schafscheide in Gaschurn auseinanderdividiert werden. ©est
In Gaschurn fand kürzlich die traditionelle Schafscheide statt.
Schafscheide in Gaschurn am Bargaplatz 2021

Gaschurn. Alle Jahre wieder, findet im Ortsteil von Gaschurn, im Transtrauas die traditionelle Schafscheide statt. Nicht nur für die Schafe, auch für Einheimische und Gäste ist das immer ein besonderes Erlebnis. Mit der Rückkehr der Schafe ins Tal ist der Alpsommer beendet. Es war wie ein biblisches Szenario, das sich am Samstag in Gaschurn abspielte: Rund 800 Schafe, strömten am vergangenen Samstag, begleitet von ihren „Beschützern“, den Hirten aus dem Garneratal. Quicklebendig, blökend und meckernd, sowie gut genährt – „guat im Fuatter“, sagt man im Montafon, erreichten sie den Sammelplatz. Zur Freude ihrer Eigentümer sahen manche Tiere kugelrund aus.

Sommerfrische auf 2500 Metern Seehöhe

Beinahe vier Monate, von anfangs Juni bis jetzt, hatten die Schafe im Garneratal verbracht. Der Speiseplan galt für alle derselbe: Sie durften die frischen Alpenkräuter in einem riesigen Gebiet abgrasen und eine endlose Freiheit mit vielen Artgenossen verbringen. Manche haben sich dabei auch gut vermehrt, so gab es auch einen großen Zuwachs an Lämmern. „Die Geburtenregelung hat nicht so optimal funktioniert“, lacht Schafbauer Bischof aus Sonntag und freut sich dabei über die „wundersame Vermehrung“ seiner Herde.

Mehrere Hirten betreuten die Schafe über den Sommer, schauten nach dem Rechten, versorgten die Tiere mit Salz, ebenso auch mit notwendigen Streicheleinheiten. „Schließlich wollen die Schafe wollen auch gehegt und gepflegt werden, sonst würden sie verwildern“, war man sich einig. Schon eine Woche zuvor mussten die Schäfer die Tiere auf der Alpe Garnera einsammeln, was sich angesichts der eigenwilligen Tiere als nicht einfach herausstellten sollte. Ein einfaches Unterfangen war. So machen sich manche Tiere selbständig und suchen ihre eigenen Wege durch die Berg-Wildnis.

Abschied von der Alpfreiheit

Im Gehege angekommen, suchten die Schafbauern nach ihren wolligen Lieblingen. Manche Schafe kamen als Jungtiere auf Garnera und jetzt sind sie erwachsene Tiere. Auch heuer waren ganz unterschiedliche Rassen dabei, in verschieden Farben und Größen, sowie Mutterschafe, Schafe und Widder. Die kürzlich „gefallen Lämmer“, die wolligen Winzlinge, wurden schon zuvor abgeholt und in der Kinderstube betreut. Alpmeister Christian Wittwer mit seinem Team kontrollierte das Aussortieren und vermerkte dies auf der Liste. Die Schafzüchter kamen aus dem ganzen Land, vom Bregenzerwald, aus Dornbirn, vom Walsertal und anderen Gebieten. Viele von ihnen äußerten sich positiv über die sehr gute Betreuung ihrer Tiere auf der Alpe Garnera. „Wir hatten einen guten Sommer, trotz nicht immer guten Wetterbedingungen. Wir freuen uns, dass wir die Tiere wohlbehalten und gesund an unsere Schafbauern abgeben können“, so der zufriedene Alpmeister Wittwer mit seinem Team. EST

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