AA

65 Jahre zusammen gemeistert

In der Laube verbringen Helen und Kurt Nußbaumer gerne die Nachmittage.
In der Laube verbringen Helen und Kurt Nußbaumer gerne die Nachmittage. ©Karin Lässer
Kurt Nußbaumer lernte Helene Paterno bei einer Tanzveranstaltung der Südtiroler im Vereinshaus kennen. 
Eiserne Hochzeit Helene und Kurt Nußbaumer

65 Jahre zusammen gemeistert 

„Nach der Abendschicht haben mein Freund und ich es gerade noch geschafft zu den letzten drei Tänzen. „Mein Freund bat mich, Helene zum Tanz aufzufordern, weil er zu schüchtern war“, erzählt der Jubilar. Er brachte Helene nach Hause, und sie verabredeten sich für die nächste Woche Samstag. So begann ihre Liebesgeschichte.

Drei Jahre fuhr Kurt bei jedem Wetter mit dem Fahrrad von Lustenau nach Dornbirn zur Stubat, bis am 30. Juni 1956 die Hochzeitsglocken läuteten. Die Sonne strahlte nach einer längeren Regenperiode über dem Brautpaar. Nach dem Mittagessen bei Franz Ritter in Bregenz, musste die Braut ihre Gäste und den Bräutigam wegen starker Übelkeit alleine lassen. Helene zog sich zurück in das Nähkämmerlein des Gasthauses. Sollte es nicht der schönste Tag werden? Der Braut war schlecht und den Bräutigam schmerzten die Füße. „Es war wirklich ein seltsamer Tag“, erinnert sich Kurt. „Nachdem dieser besondere Tag überstanden war, sind wir mit meinem Roller zu Verwandten nach Südtirol gefahren und haben in einem ausgeliehenen Zelt übernachtet.“

Familiengründung

Die ersten drei Jahre nach der Hochzeit wohnte das Ehepaar im Elternhaus von Helene in der Birkenwiese, wo Ingrid als erstes Kind zur Welt kam. Überglücklich war das Ehepaar über das erste Kind. Nach einem sehr zähen Kampf um eine Wohnung zogen sie in Fängen 15A ein. Die Familie vergrößerte sich, Sonja kam 1960 zur Welt, 1963 gesellte sich noch Carmen dazu.1967 kam nach drei Mädels, ein Junge, Kurt Junior, zur Welt. 1969 wurde Elke geboren, die leider 1974 viel zu früh an Hirnhautentzündung gestorben ist. Ein großer Schicksalsschlag für die ganze Familie. Als Helenes Mama Paula 1971 mit 65 Jahren verstarb, zog die Familie zu ihrem Vater, Peter, ins Elternhaus zurück.

„Jürgen, der Jüngste, der 1974 im Elternhaus geboren wurde, war zum Zeitpunkt des Todes unserer lieben Elke erst einen Monat alt. Die Freude über Jürgen wurde von der unbeschreiblich großen Trauer überschattet. Jürgen half uns, das alles zu ertragen, denn er brauchte unsere ganze Aufmerksamkeit.“, erzählt Helene.

Kurt wechselte später von der Firma Hämmerle zur Firma Wild nach Heerbrugg in die Schweiz, wo er bis zur Pension im Jahr 2000 als Kontrolleur arbeitete. Mit dem höheren Gehalt konnte er auch seine Familie ernähren. Helene berichtet, dass auch sie neben dem Haushalt und der Kindererziehung als Reinigungskraft bei ihrem Hausarzt und bei der BBC gut 20 Jahre arbeitete. So konnte sie sich ihr eigenes Geld dazuverdienen.

Ereignisreiche Jahr

Helene erzählt mit Freude von ihren Urlauben mit Kurt und den erwachsenen Kindern und Enkeln. „Wir waren in Griechenland, Spanien, Frankreich, der Türkei, auf den Kanaren, in Hamburg, auf Sylt und an noch so einigen schönen Orten, es war eine sehr schöne Zeit.“ Kurt genügte sein Hobby, das Fotografieren, mit dem er auch einige Preise gewann. Wenn Helene mit ihren Töchtern zum Tanzkaffee ging, wurde sie meist für die ältere Schwester gehalten, was sie zum Schmunzeln brachte.

Ruhige Zeit

Mehrere Schicksalsschläge und Krankheiten hat das Jubelpaar zusammen durchgestanden. Helenes Herzinfarkt an ihrem Geburtstag vor zwei Jahren veränderte vieles für sie zum Nachteil. Jedoch ist sie sehr dankbar, dass ihr nochmals neue Lebenszeit geschenkt wurde. Mit der guten Lebenseinstellung erledigt das Jubelpaar vieles noch selbstständig. „Die Kinder unterstützen uns, wo es notwendig ist und dafür sind wir dankbar“, erzählt Helene. „In unserer Laube hinter dem Haus fühlen wir uns wohl, hören Musik, genießen die Ruhe und schwelgen in Erinnerungen. Wir freuen uns, wenn die Kinder und Enkelkinder vorbeikommen und liebe Menschen uns besuchen. Kuchen gibt es bei uns meistens, ich backe sehr gerne“, so Helene.

Wünsche

Gesundheit ist das, was sich das Paar am sehnlichsten wünscht. Helene erzählt, dass sie gerne wie früher mit Kurt Radfahren und ans Meer reisen würde. Sonst ist das Jubelpaar mit seinem Leben zufrieden und freut sich, mit den Kindern, deren Partnern und den zehn Enkeln ihr eisernes Hochzeitsjubiläum feiern und erleben zu dürfen – gemütlich zu Hause. 

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Dornbirn
  • 65 Jahre zusammen gemeistert
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen