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50 Jahre Diözese Feldkirch - 150 Jahre vergingen bis zur Errichtung

Elbs beerbte Fischer 2013 im Amt
Elbs beerbte Fischer 2013 im Amt
Vor 50 Jahren, am 8. Dezember 1968, wurde die Diözese Feldkirch als jüngster kirchlicher Verwaltungsbezirk Österreichs gegründet.

Von den ersten Ideen bis zur Realisierung vergingen knapp 150 Jahre. Der Errichtung der Diözese gingen intensive politische Bemühungen voraus, sie sollte durch die Loslösung von Innsbruck auch in kirchenrechtlicher Hinsicht zur Identitätsbildung des Landes beitragen.

Von der Ankunft der irischen Mönche Kolumban und Gallus am Bodenseeufer im Jahr 612, die ihre schwierige Mission bald abbrachen, bis zur Errichtung der Diözese Feldkirch floss viel Wasser den Rhein hinunter. Die Eckpunkte des kirchlichen Lebens in Vorarlberg hat Diözesanarchivar Michael Fliri anlässlich des Jubiläums in seinem Buch “Mission Vorarlberg” festgehalten. Seit alters her war das Vorarlberger Gebiet auf die Bistümer Augsburg, Chur und Konstanz aufgeteilt. 1818 unterstellte Papst Pius VII. Vorarlberg dem Bischof von Brixen und richtete in Feldkirch als Vorstufe zum eigenen Bischofssitz ein Generalvikariat samt Weihbischof ein.

Verknüpfung mit politischer Unabhängigkeit

Die Frage einer eigenständigen Diözese in Vorarlberg war eng mit der politischen Unabhängigkeit des Landes verknüpft. 1887 sorgte etwa die nicht mit der geistlichen Obrigkeit abgesprochene Eingabe mehrerer Vorarlberger Pfarrer im Landtag, sich für die Errichtung einer eigenen Diözese einzusetzen, für Unmut. In der Folge erließ der Brixner Fürstbischof ein Politikverbot für alle Klerusversammlungen. Die Zugehörigkeit zu Brixen endete erst nach dem Ersten Weltkrieg, als der österreichische Anteil der nun auf zwei Staaten aufgeteilten Diözese in einer Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch gefasst und dem Weihbischof von Feldkirch unterstellt wurde.

In der Zeit der NS-Diktatur war die Vorarlberger Kirche Repressalien ausgesetzt, vor allem die Jugendarbeit war dem Regime ein Dorn im Auge. Die Apostolische Administratur verlor mit der Ermordung Carl Lamperts 1944 unter anderen ihren Provikar, der 2011 seliggesprochen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg intensivierte die Vorarlberger Politik ihr Bemühen um eine eigene Kirchenverwaltung. 1957 richtete Landeshauptmann Ulrich Ilg ein erfolgloses Bittgesuch an den Heiligen Stuhl. 1964 wurde die Administratur aufgelöst, die Diözese Innsbruck entstand. Das Generalvikariat Feldkirch blieb Teil dieses Verwaltungsbezirks.

“Wunde” für Innsbrucker Bischof

In den 1960er-Jahren betrieb das Land Vorarlberg sein Anliegen weiter. Am 7. Oktober 1968 unterzeichneten Österreich und der Vatikan schließlich einen Staatsvertrag zur Gründung einer Diözese Feldkirch. Papst Paul VI. legte den Grundstein am 8. Dezember 1968 mit der päpstlichen Bulle “Christi caritas”, die am 15. Dezember öffentlich verlesen wurde. Um 17.00 Uhr läuteten alle Kirchglocken des Landes. Vorarlberg verlieh dem päpstlichen Nuntius das Ehrenzeichens des Landes. An den Feierlichkeiten nahmen auch Bundespräsident Franz Jonas und Kardinal Franz König sowie zahlreiche ausländische Würdenträger teil. Allein der Innsbrucker Bischof Paulus Rusch fehlte. Die Abtrennung Feldkirchs – und damit der Verlust von 260.000 Katholiken – habe ihm eine “gewisse Wunde” hinterlassen, begründete er später.

Widerstand der Vorarlberger Jugend

Gegen die Neugründung regte sich als Teil des kulturellen Aufbruchs auch Widerstand der Vorarlberger Jugend, die Demokratie und eine Kirche der Armen forderte. Personell blieb in Feldkirch indessen alles beim Alten: Erster Diözesanbischof wurde Weihbischof Bruno Wechner, bereits seit 1955 Generalvikar. 1989 folgte ihm Klaus Küng nach. Gegen die Ernennung des Opus Dei-Mitglieds regte sich heftiger Widerstand, 3.500 Menschen demonstrierten vergeblich. Als Küng nach 15 relativ ruhigen Jahren – sieht man von der Missbrauchsaffäre August Paterno ab – in die Diözese St. Pölten berufen wurde, bedauerten das viele.

2005 folgte auf Küng der bisherige Generalvikar Elmar Fischer, der wiederholt durch verbale Fehltritte und durch Gewaltvorwürfe auffiel. Dazu kamen noch Missbrauchsvorwürfe gegen das Bregenzer Abtei Mehrerau. Die Vorarlberger beantworteten dies mit Rekordzahlen an Kirchenaustritten. Der umgänglichere Generalvikar Benno Elbs wurde zusehends Sprachrohr der Kirche in Vorarlberg und beerbte Fischer schließlich 2013 im Amt, was in der Bevölkerung allgemein erfreut aufgenommen wurde.

Kampf mit Priesternachwuchs

Heute kämpft die Diözese Feldkirch wie so viele andere Kirchenverwaltungsbezirke mit dem Mangel an Priesternachwuchs, der nur teilweise mit Priestern aus dem Ausland behoben werden kann. Man setzt als Gegenmaßnahme auf Zusammenlegungen zu Seelsorgeräume und Pfarrverbänden. Derzeit gibt es 126 Pfarreien, aber nur mehr 100 Priester. Ende 2017 betreute die Diözese Feldkirch knapp 236.100 Gläubige, 2005 waren es noch 266.500.

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