5 Fakten zum Jüdischen Museum in Hohenems

Hohenems - Menschen aus aller Welt können in Hohenems die jüdische Geschichte des Orts und seiner Bewohner kennenlernen. Im Jüdischen Museum gibt es dank Wechselausstellungen aber auch immer etwas Neues zu entdecken.
Bilder aus dem Museum
Das Museum im Video

Das Jüdische Museum in Hohenems baut seit Jahren konsequent eine Sammlung von Archivalien und Artefakten, sowie Informationsdatenbanken zur jüdischen Geschichte in Vorarlberg, Tirol und Liechtenstein auf. Es ist dadurch erster Ansprechpartner für Menschen aus aller Welt, die daran interessiert sind. VOL.AT hat für Sie fünf Fakten zum Museum.

1. Gründung

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Wie Direktor Hanno Loewy erklärt, kam das Museum erst unter Druck der Bevölkerung zustande: “Nach 1945 war die jüdische Geschichte von Hohenems eine Zeit lang tabu. In den 70er Jahren hat sich das aber geändert. Damals haben Ortshistoriker, engagierte Hohenemser und eine langsam entstehende Szene kritischer Historiker in Vorarlberg angefangen diese Historie neu zu entdecken. Sie haben verlangt, dass die Geschichte öffentlich zugänglich und dokumentiert wird.” 1991 zeigte der öffentliche Druck Wirkung: Ein professionelles Museum zur jüdischen Geschichte konnte seine Tore öffnen.

2. Besucherzahlen

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Mit fast 18.000 Besuchern im Jahr 2014 stößt das Jüdische Museum in Hohenems bereits an seine Grenzen, so Loewy: “Das sind dreimal so viele Leute wie noch vor elf Jahren. In Zukunft wird es daher schwierig für unsere Mitarbeiter so intensiv und kommunikativ mit den Besuchern zu arbeiten. Auch die Räumlichkeiten werden das ein oder andere Mal doch sehr eng für die Gäste.” Viele Besucher kommen aus Vorarlberg und dem gesamten Rheintal. Darunter befinden sich Studenten, Schüler und Gruppen zur Erwachsenenbildung. Aber auch für Touristen ist das jüdische Museum eine Hauptattraktion im Ort, sie kommen aus der ganzen Welt nach Hohenems. Mit dabei sind auch immer wieder Verwandte von in Hohenems vertriebenen Juden, informiert der Direktor.

3. Ausstellungsfläche

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Eine Ausstellungsfläche von 300 Quadratmetern bietet dem Museum ausreichend Platz für eine Dauerausstellung in den beiden Obergeschossen und eine Wechselausstellung im Erdgeschoss. Neben den Ausstellungen finden die Besucher eine Bibliothek und ein Café im Jüdischen Museum. Zudem können Führungen auch durch das jüdische Viertel und markanten Orten der Stadt nutzen.

4. Ausstellungsstücke

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300 Objekte befinden sich in den Räumlichkeiten des Museums, etliche mehr in einem professionellen Depot außerhalb des Ortszentrums. Und die Sammlung wird ständig erweitert, weiß Loewy: “Vor allem Nachkommen von jüdischen Hohenemsern geben öfters ihre Familienstücke in unsere Obhut. Wir sind für sie das treuhänderische Archiv, ihre Sammlung, ihr Familiengedächtnis. Wenn sie merken ihre Kinder oder Enkel interessieren sich gar nicht mehr für die Geschichte ihrer Ahnen, übermitteln sie ihre Sammlung lieber an unser Museum. Die Stücke kommen dabei aus der ganzen Welt, von Amerika über Asien bis nach Australien.”

5. Außergewöhnlichstes Stück

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Hanno Loewy muss dabei sofort an die Lederhose von Harry Weil, dem letzten jüdischen Kantor in Hohenems, denken: “Es ist bestimmt fünf Jahre her, als ich mit Harry Weil Junior über die Lederhose seines Vaters gesprochen und ihn gebeten habe, sie uns zu schenken. Als er sie uns dann aus den USA, aus Albuquerque geschickt hat, mussten wir sie ausstellen.” Fehl am Platz ist die ausgestellte Hose aber gar nicht im Jüdischen Museum. Der Grund dafür kennt der Direktor genau: “Wenn man weiß, dass der österreichische Alpenverein von Juden mitgegründet und die Lederhose von jüdischen Textilkaufleuten in München und Wien hoffähig gemacht wurde, ist es gar nicht mehr so skurril. Aber das weiß natürlich nicht jeder.” Wann die Lederhose von Weil gemacht wurde ist unklar. Fotos aus den 1930er Jahren zeigen den damaligen Kantor zwar in Lederhosen, ob es aber genau diese war, darüber ist sich Loewy nicht sicher.

 

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