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48 e5-Gemeinden halten Kurs auf Energieautonomie

Die alljährliche Veranstaltung zur e5-Auszeichung konnte heuer erstmals aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht stattfinden. Die e5-Gemeindebetreuerinnen und -betreuer übergaben die „e“-Statuen den Gemeinden bei persönlichen Besuchen.
Die alljährliche Veranstaltung zur e5-Auszeichung konnte heuer erstmals aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht stattfinden. Die e5-Gemeindebetreuerinnen und -betreuer übergaben die „e“-Statuen den Gemeinden bei persönlichen Besuchen. ©Copyright: Markus Gmeiner. Der Abdruck ist für alle Fotos honorarfrei zur Berichterstattung über das e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden. Angabe des Bildnachweises ist Voraussetzung.
31 „e“ für zehn Gemeinden beim diesjährigen Audit – e5-Event entfällt

Die Hälfte aller Vorarlberger Gemeinden, also 48, sind mittlerweile im Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden aktiv. Zehn davon traten heuer zum Audit an. Dabei konnte Gaißau 3 von möglichen 5 „e“ holen und ebenso ein „e“ zulegen wie die Gemeinde Sulzberg (4 „e“). Hard und Nenzing (je 4 „e“), Koblach und Schwarzach (3 „e“) sowie Lochau (2 „e“) bestätigten ihre Ergebnisse. Bludenz und Dalaas (je 3 „e“) sowie Brand (2 „e“) wurden erstmals auditiert. Pandemiebedingt fand dieses Jahr kein Event statt.

Seit über 20 Jahren setzen sich die Vorarlberger Gemeinden für den Klimaschutz ein. Als 48. Mitglied ist heuer Andelsbuch dem e5-Programm beigetreten. Damit leben 85 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung in e5-Gemeinden. Alle vier Jahre müssen sie sich einem Audit stellen. Bis zu 5 „e“ kann eine Gemeinde erreichen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie entfällt der e5-Event zum ersten Mal. Die zehn auditierten Gemeinden erhielten ihre Auszeichnungen im November bei persönlichen Besuchen von ihren e5-Gemeindebetreuerinnen und -betreuern.

„Trotz Pandemie konnte der Auditprozess mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeinden fristgerecht umgesetzt werden“, freut sich e5-Programmleiter Gregor Sellner und ergänzt: „Durch COVID-19 müssen die Gemeinden erhebliche Einnahmenrückgänge hinnehmen. Effektiver Klimaschutz lässt sich jedoch auch mit kleiner dimensionierten Projekten und Bewusstseinsbildung der Bevölkerung realisieren. Es ist ratsam, diese gut über die zahlreichen Förderungen zu informieren, etwa für den Photovoltaik-Ausbau oder die Initiative ‚Raus aus Öl‘.“

In der zweiten Umsetzungsperiode der Energieautonomie Vorarlberg 2050 sollen die e5-Gemeinden noch intensiver Einfluss nehmen, informiert Umweltlandesrat Johannes Rauch: „Die Ziele und Maßnahmen definieren wir nun gemeinsam mit den e5-Teams. Sie sollen ihren Erfahrungsschatz noch stärker einbringen können. Was sie bisher geschafft haben, ist beeindruckend und vorbildhaft für die weitere Entwicklung“, bedankt sich Rauch bei allen e5-Aktiven.

Dieses Jahr können sich zehn Gemeinden über insgesamt 31 „e“ freuen: Gaißau legt von 2 auf 3 „e“ zu, Sulzberg von 3 auf 4 „e“. Hard und Nenzing halten ihre 4 „e“, Koblach und Schwarzach die bisherigen 3 und Lochau 2 „e“. Bludenz und Dalaas holen bei der ersten Auditierung auf Anhieb 3 „e“, Brand 2 „e“.

Von Biodiversität bis Schulbau
Hard bleibt 4e-Gemeinde und punktete vor allem mit dem richtungsweisenden Schulbau am See. Der kratzt nicht nur am Punktemaximum bei der Energieeffizienz, sondern holt auch durch intensive Einbeziehung die junge Generation ins Nachhaltigkeits-Boot.

Sulzberg holt erstmals 4 „e“ und führt einen Gemeinderatsbeschluss zur ökologischen Beschaffung ins Treffen: ob für den Geschenkkorb für Jubilare oder Bastelmaterial im Kindergarten. Mit innovativer Grünraumgestaltung schafft die Gemeinde neue Lebensräume für Fauna und Flora.

Die Rheindelta-Gemeinde Gaißau konnte um 11 Prozentpunkte auf 58 zulegen und so ein drittes „e“ dazuverdienen. Dazu beigetragen haben die Renaturierung der Gmeiner Löcher und die artenreiche Magerwiese rund um das energieeffiziente Kinderhaus.

Nachhaltige Mobilität bildet den Schlüssel zu den 3 „e“ der Plan-b-Gemeinde Schwarzach: Parkraummanagement, Carsharing mit Ökostrom, der Lückenschluss im Radroutennetz und die überdachte Fahrradabstellanlage sind auf der Habenseite zu verbuchen.

Koblach hält seine 3 „e“. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem der schonende Umgang mit Ressourcen: von der Plastikvermeidung über das Reparaturcafé bis zum ersten e5-Bücherhotel reicht das Spektrum der erfolgreich initiierten Projekte.

Auch Lochau kann mit guten 2 „e“ die Wertung vom letzten Audit halten. Nach dem Kinderhaus in Lochau Süd wurde jetzt auch das neue Strandbad mit Dachbegrünung, PV-Anlage und heimischem Holz nachhaltig ausgeführt.

Drei Erstauditierte im Bezirk Bludenz
Die Alpenstadt Bludenz ist seit 2017 im e5-Programm und startet mit 3 „e“. Der Energiekompass schafft Planungssicherheit, die PV-Anlage liefert unter anderem Strom für die neuen Elektrogeräte des Bauhofs und ein Abwärmeprojekt heizt die städtischen Liegenschaften.

Ebenfalls 3 „e“ zum Start verdiente sich Dalaas. Neben E-Auto-Carsharing, Modernisierung der Straßenbeleuchtung und PV-Anlage flossen die Reaktivierung alter Wege positiv in die Bewertung ein. Das freut alle, die zu Fuß unterwegs sind und schont die Umwelt.

Brand ist, wie Dalaas, seit 2016 im Programm. Zum Start gab es 2 „e“. Neben ökologischem Bauen und Ökostromproduktion sowie -verwendung bezieht die Gemeinde auch die Jüngsten im Sonnenkindergarten oder in der „energie.werkstatt Schule“ in die nachhaltige Zukunft ein.

„Sunnastrom z’Nenzing“ brachte in der Walgau-Gemeinde bereits die dritte PV-Anlage mit Bürgerbeteiligung hervor. Alle drei liefern 161.000 Kilowattstunden pro Jahr. Auch beim Verbrauch wird gespart, etwa durch energieeffiziente Straßenbeleuchtung. Unterm Strich macht das 4 „e“ für Nenzing.

Infos: www.energieinstitut.at

 

Factbox: e5-Zertifizierung 2020

Gemeinde / e5-Status bisher / e5-Status neu / Prozentpunkte*

Lochau / ee / ee / 41

Brand / – / ee / 46

Bludenz / – / eee/ 52

Dalaas / – / eee / 52

Schwarzach / eee / eee / 55

Koblach / eee / eee / 57

Gaißau / ee / eee / 58

Sulzberg / eee / eeee / 65

Hard / eeee / eeee / 66

Nenzing / eeee / eeee / 70

*Der durchschnittliche Umsetzungsgrad der sechs Wertungskategorien (Entwicklungs- und Raumplanung, Gebäude & Anlagen, interne Organisation, Kommunikation & Kooperation, Mobilität, Ver- & Entsorgung) in Prozent wird vereinfacht mit der „e“-Wertung dargestellt (von „e“ 75%)

Kommission:

  • Mag. (FH) Karin Feurstein-Pichler, Leiterin Stabstelle Energieautonomie, Energieinstitut
  • DI Christian Vögel, Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bereich Energie
  • Mag. Gregor Thenius, Österreichische Energieagentur
  • Katharina Wöß-Krall, Bürgermeisterin Marktgemeinde Rankweil
  • Martin Strele, Verein für Bodenfreiheit
  • Marcel Knöri, Amt für Wasser und Energie, Kanton St. Gallen

Auditorin: DI Heide Rothwangl-Heber, Energie Agentur Steiermark

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