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45 Prozent aller Ländle-Neuwagen auf Firmen zugelassen

VCÖ: Steuerliche Anreize für spritsparende Modelle erhöhen.
VCÖ: Steuerliche Anreize für spritsparende Modelle erhöhen. ©AP Photo/David Zalubowski
In Vorarlberg wurden heuer im 1. Halbjahr 45 Prozent der Neuwagen auf Firmen und andere "juristische Personen" zugelassen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Bezirk Dornbirn der Anteil mit 50 Prozent am höchsten ist.
Jeder dritte Neuwagen ist ein SUV

Der VCÖ betont, dass es stärkere steuerliche Anreize brauche, damit vor allem Firmenwagen mit niedrigem Spritverbrauch angeschafft würden. Damit könne die Autoflotte rascher auf Klimakurs gebracht werden.

8.792 Pkw wurden heuer im 1. Halbjahr in Vorarlberg neuzugelassen, davon 3.952 auf Firmen und andere „juristische Personen“. Innerhalb Vorarlberg ist der Anteil von auf „juristische Personen“ neuzugelassenen Pkw im Bezirk Dornbirn mit 50 Prozent am höchsten und im Bezirk Bregenz mit 38 Prozent am niedrigsten, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Österreichweit hat der Wiener Bezirk Liesing mit 86 Prozent den höchsten Anteil von auf „juristische Personen“ zugelassenen Neuwagen, berichtet der VCÖ.

Unterschiede bei Fahrzeugklassen groß

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass auch bei den Fahrzeugklassen die Unterschiede groß sind. Den höchsten Anteil von Firmenwagen gibt es österreichweit bei den Modellen der Luxusklasse mit 86 Prozent (zB Audi A8), am zweithöchsten bei Modellen der Oberklasse mit 75 Prozent (zB Mercedes E-Klasse). Auch bei großen SUV (zB Porsche Cayenne) ist der Anteil der nicht auf private Haushalte angemeldeten Neuwagen mit 71 Prozent sehr hoch. Am niedrigsten ist der Anteil der Firmenwagen bei Kleinwagen (zB VW Polo) mit 49 Prozent und bei kleinen SUV mit 51 Prozent (zB Dacia Duster).

„Der hohe Anteil von Firmenwagen an den Neuzulassungen ist als Chance zu nutzen, die Autoflotte rasch spritsparender und weniger klimaschädlich zu machen. Der Vorteil für Autofahrer: Je mehr spritsparende Modelle von Unternehmen angeschafft werden, umso mehr spritsparende Modelle kommen dann auf den Gebrauchtwagenmarkt“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Ein Liter weniger Verbrauch pro 100 Kilometer, bedeutet pro 100.000 Kilometer um rund 1.300 Euro niedrigere Spritkosten, verdeutlicht der VCÖ.

Änderungen bei NoVA gefordert

Laut Klimastrategie von Österreichs Bundesregierung sind bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen des Verkehrs um 36 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016 zu reduzieren. “Je höher die realen CO2-Emissionen der Neuwagen, umso mehr andere Klimaschutzmaßnahmen müssen umgesetzt werden. Auch aus ökonomischer Sicht ist es daher vernünftig, bei den Neuwagen und hier besonders bei den Firmenwagen anzusetzen”, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Deshalb seien sowohl bei der Normverbrauchsabgabe (NoVA) als auch beim Sachbezug für Firmenwagen Änderungen nötig. „Niedrigere CO2-Werte bei NoVA und Sachbezug erhöhen den Druck auf die Hersteller, deutlich mehr spritsparende Modelle auf den Markt zu bringen. Das verringert die Spritkosten für die Autofahrer und nützt der Umwelt“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.

HINTERGRUND:

Derzeit gibt es bei der NoVA erst bei einem CO2-Ausstoß von mehr als 250 Gramm einen CO2-Malus von 20 Euro pro Gramm. Aktuelle Formel: (CO2-Wert -90) dividiert durch 5. Das Ergebnis minus 300,- Euro Abzugposten ergibt die NoVA. Der VCÖ schlägt vor, den Wert für den Malus von 250 auf 160 Gramm zu senken. Der Höchststeuersatz von 32 Prozent ist abzuschaffen, ebenso der Abzugposten von 300 Euro.

Auch beim Sachbezug sind die bestehenden CO2-Grenzen deutlich zu senken. Derzeit gibt es für Firmenwagen bereits bei weniger als 124 Gramm CO2 pro Kilometer den ermäßigten Sachbezug von 1,5 Prozent. Schon im Vorjahr wiesen rund 55 Prozent der Neuwagen einen CO2-Wert von unter 124 Gramm auf. Der VCÖ betont, dass ein ermäßigter Sachbezug nur bei Pkw mit weniger 80 Gramm CO2 gerechtfertigt ist – das entspricht etwa einem 3-Liter-Auto.

Factbox

In Vorarlberg ist im Bezirk Dornbirn Anteil von Firmenwagen bei Pkw-Neuzulassungen am höchsten (Anteil der Pkw, die im 1. Halbjahr 2018 auf „juristische Personen“ neu zugelassen wurden)

Quelle: Datafact, VCÖ 2018

Anteil der Firmenwagen bei Ober- und Luxusklasse am höchsten

Bei Ober- und Luxusklasse Anteil der Firmenwagen am höchsten (Anteil juristische Personen bei Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr in Österreich nach Fahrzeugklassen)

Luxusklasse: 86 Prozent

Oberklasse: 75 Prozent

Kleinbus: 73 Prozent

Große SUV: 71 Prozent

Obere Mittelklasse: 71 Prozent

Van: 58 Prozent

Sportwagen: 57 Prozent

Untere Mittelklasse: 57 Prozent

Kleine SUV: 51 Prozent

Klein- und Stadtwagen: 49 Prozent
Quelle: Datafact, VCÖ 2018

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