Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

36 Sorten und kein Ende

©VN/Matt
Kekse sind ihre Leidenschaft: Jeder einzelne eine kleine Versuchung.

Advent – das heißt Kranz und Tannenduft und Kerzen und Weihnachtskekse. „Und Stress“, sagt Maria. Und Dorothea kann sich das Lachen nicht verkneifen. So wird das für die kommende halbe Stunde bleiben. Eine spricht, die andere lacht. Dann lachen beide. Maria und Dorothea sind Zwillinge. Das sieht man, eh klar. Und spüren tut man’s auch.

Die Übersicht fällt schwer

Die beiden backen auch gemeinsam. Weihnachtskekse. Wie viele? „36 Sorten“, antwortet der Schwesternchor, und eine verlegene Redakteurs-Hand klaubt sich eine weiße Kugel aus dem Keksteller. Was das hier zum Beispiel ist? „Eine Kokos-Cointreau-Kugel.“ Gekicher. Und das um 9 Uhr früh! „Ist aber nur wenig Alkohol drin“, beruhigt Maria und findet im Übrigen, dass die Scherauer Hofschnitten auch nicht zu verachten wären. „Oder die Feigenkipferl“, hält Dorothea Schwarzmann dagegen. Von den Winterwalnüssen ganz zu schweigen. „Ich hab zwei Nussbäume im Garten“, klärt Dorothea die Herkunft auf. „Und im Sommer gehen wir gemeinsam Beeren sammeln, für die Marmelade.“ Die Familien bleiben da außen vor. Materialbeschaffung ist nicht so deren Ding. Die Ergebnisse sind es schon eher.

Von der Mutter unterwiesen

Maria und Dorothea haben noch bei ihrer Mutter gelernt. „Ganz traditionell.“ Mit ein paar Sorten halt. Nichts im Vergleich zu heute. Wie’s so weit kam? „Wir sind halt kreativ“, prustet Maria los. Und ein Zitronenmond findet den Weg zum Gaumen des Besuchers. Den haben die Schwestern übrigens in Wien stibitzt. Beim Demel. Beim k. u. k. Hofzuckerbäcker persönlich. Da waren sie – natürlich gemeinsam – auf „Werkspionage“. Heimlich Fotos gemacht und so. Im Flugzeug lasen sie dann das Rezept in einem Hochglanzmagazin. Und jetzt wartet noch ein Mond im Keksteller darauf gepflückt zu werden, indes sein Kollege eine zarte Ahnung von Citrus in das Geschmacksgedächtnis des Gastes einprägt, auf dass die Erinnerung jederzeit sehnsüchtig abgerufen werden kann. Die beiden haben schon Mitte November den Backofen aufgeheizt. Die letzten mürben Kostbarkeiten werden bis Dreikönig verköstigt. Auch und vor allem an jedem Adventssamstag, beim Familien-Kaffee. Im Widerschein des leuchtenden Adventskranzes, versteht sich, dessen Form – wer weiß – die beiden Bäckerinnen vielleicht zur 37. Kekssorte inspiriert. Denn so viel ist klar: Bei denen ist alles original. „Bei uns ist jeder Teig anders“, betonen sie, und Dorothea fügt spitz hinzu: „Fünf Sorten und ein Teig, das kommt bei uns nicht in Frage.“

ZUR PERSON

Maria Sutterlüti, Dorothea Schwarzmann
backen Weihnachtskekse en masse und in bester Qualität.
Geboren: 17. Oktober 1961
Ausbildung: Volks-, Haupt- und Handelsschule
Familien: verheiratet und drei bzw. zwei Kinder

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • VN-Menschen
  • Dornbirn
  • 36 Sorten und kein Ende
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen