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30 Jahre Red Bull - 10 Fakten über den erfolgreichsten Energydrink der Welt

Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass eine kleine Dose, deren Inhalt irgendwie nach sprudelnden Gummibärchen schmeckt, die Getränkewelt umkrempelt und Hersteller Red Bull weltweit führender Anbieter von Energy Drinks wird?

1. Dietrich Mateschitz – der Firmenboss

mateschitz
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Mit dem kometenhaften Aufstieg von Red Bull wurde Mateschitz selbst zum Milliardär. Als reichster Österreicher schaffte er es im aktuellen Ranking des US-Magazins “Forbes” weltweit auf Platz 86. Mateschitz wurde am 20. Mai 1944 in Sankt Marein im Mürztal in der Steiermark geboren. Er ist Absolvent der Hochschule für Welthandel in Wien. Danach war er unter anderem als Handelsvertreter für Jacobs Kaffee und den Zahnpastahersteller Blendax im Marketing tätig. 1984 gründete er zusammen mit seinen thailändischen Partnern die Red Bull GmbH. Über das Privatleben von Dietrich Mateschitz ist wenig bekannt. Er hat einen 1993 geborenen Sohn.

2. Die Firmengründung

Der Name des koffein- und taurinhaltigen Getränkes stammt aus Asien. Auf einer Dienstreise 1982 nach Thailand wurde Mateschitz, damals Marketingmanager des Zahnpasta-Herstellers Blendax, auf den thailändischen Wachbleib-Drink namens “Krating Daeng”, auf Deutsch “roter Stier”, aufmerksam. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das Getränk den Jetlag des österreichischen Handelsreisenden erfolgreich bekämpfen konnte. Angetan von dem Produkt gründete Mateschitz mit dem Eigentümer des thailändischen Produzenten T.C. Pharmaceutical, Chaleo Yoovidhya, im Jahr 1984 die Red Bull GmbH mit Sitz in Fuschl am See.

3. Eigentümerstruktur der Red Bull GmbH

Die Anteile der Red Bull GmbH halten derzeit drei Gesellschafter. Je 49 Prozent halten Dietrich Mateschitz über die Distribution & Marketing GmbH und die Hongkonger TC Agro Agrotrading Company Ltd., die im Besitz der Familie Yoovidhya ist, deren Familienoberhaupt Chaleo Yoovidhya war. Da der in London lebende Sohn und Bangkoker Kaufmann Chalerm Yoovidhya noch einen Anteil von zwei Prozent hält, besitzt die Familie Yoovidhya die Mehrheit der Red Bull GmbH.

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4. Die Rezeptur

Red Bull besteht hauptsächlich aus Wasser, Zucker (Saccharose, Glucose oder Aspartam in der zuckerfreien Variante), Koffein und Taurin und zugesetzten Vitaminen. Laut Herstellerangaben soll das Getränk eine belebende Wirkung sowie leistungssteigernde Eigenschaften haben. Der Koffeingehalt einer Dose (250 ml) entspricht mit 80 Milligramm etwa dem einer Tasse Filterkaffee.

redbull
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Zutaten laut Angabe auf der Dose sind: Wasser, Saccharose, Glucose, als Säureregulator Natriumcitrate, Kohlensäure, dazu sind Taurin (0,4 %), Koffein (0,03 %), Vitamine (Niacin, Pantothensäure, B6, B12) zugefügt, sowie Aromen und Farbstoffe (Zuckerkulör, Riboflavin).

5. Verkaufszahlen und Umsatz

Im Jahr 1987 machte Mateschitz mit dem Energy Drink Red Bull knapp eine Million Euro Umsatz. Im Jahr 2016 erwirtschafte das Unternehmen mit 11.865 Mitarbeitern in 171 Ländern laut eigenen Angaben einen Umsatz von 6,03 Mrd. Euro. Damit wurde erstmals die Sechs-Milliarden-Euro-Marke überschritten. Weltweit wurden im Vorjahr 6,062 Milliarden Dosen verkauft, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber 2015. Der Gewinn ist 2015 um 35 Prozent auf 501 Mio. Euro gestiegen – der höchste Jahresgewinn in der Geschichte des Unternehmens. Für 2016 liegen noch keine Gewinnzahlen vor.

6. Die Produktion

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Von Anfang an setzte Mateschitz auf das Outsourcing der Produktion. Er lässt die Red-Bull-Dosen bis heute vom Fruchtsaftproduzenten Rauch in Vorarlberg und der Schweiz abfüllen. Um den Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen zu verringern, wurde in den vergangenen Jahren das Gewicht der Alu-Dose um 60 Prozent reduziert. Mateschitz selbst kümmert sich um die Bewerbung und das Marketing.

7. Gegenwind

Der Werbeslogan “Red Bull verleiht Flügel” brachte dem Unternehmen eine skurrile Klage wegen irreführenden Marketings ein, die 2014 zu einem millionenschweren Vergleich führte. Ein US-Amerikaner stieß sich daran, dass der Energy Drink doch keine Flügel verleihe. Red Bull erklärte sich bereit, 13 Millionen Dollar (10,28 Mio. Euro) in einen Fonds einzuzahlen. Damit wollte man eine Massenklage verhindern. Gegenwind kam auch von Verbraucherschutzorganisationen, die ein Verbot von Energy Drinks für Kinder und Jugendliche forderten. Die Getränke würden mehr Koffein beinhalten, als der junge Körper vertragen könne, hieß es. Weltweit stießen sich Gesundheitsbehörden an der synthetisch hergestellten Aminosäure Taurin, die auf natürliche Weise auch in der Stiergalle vorkommt. In Deutschland war Red Bull bis zum Jahr 1994 nicht zum Verkauf zugelassen.

8. Marketing und Sponsoring

Die Marketingaktivitäten von Red Bull konzentrierten sich auf den Extremsport. Der Drink sollte mit sportlichen Abenteuern und Mut, Großes zu wagen, assoziiert werden. Es folgten zwei eigene Formel-1-Teams, Fußball- und Eishockeymannschaften sowie mit Servus TV ein eigener Fernsehsender. In den Bereichen Fußball und Eishockey ist Red Bull als Sponsor der Vereine RB Leipzig, FC Red Bull Salzburg, New York Red Bulls, Red Bull Ghana, Red Bull Brasil sowie EC Red Bull Salzburg und EHC Red Bull München vertreten.

stratos
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Weltweite Aufmerksamkeit erregt Red Bull mit dem Sponsoring von Extremsportlern wie dem Österreicher Felix Baumgartner, dessen Stratosphären-Sprung im Jahr 2012 aus rund 39.000 Metern Höhe ein Millionenpublikum über TV und Internet mitverfolgte. Da durfte das Red Bull Logo nicht fehlen. Weiterhin betreibt Red Bull auch Sponsoring von einzelnen Sportlern wie der Skiläuferin Lindsey Vonn, den Skispringer Gregor Schlierenzauer oder dem Fußballspieler Neymar.

9. Tödliche Unglücksfälle

Bei Red-Bull-Veranstaltungen und Aktionen im Zusammenhang mit Werbemaßnahmen sind eine Reihe von Sportlern tödlich verunglückt. Zu den bekannt gewordenen Unglücken zählen folgende:

  • Der 14-jährige Motorradfahrer Toriano Wilson verunglückte beim „Red Bull AMA U. S. Rookies Cup“ am 17. August 2008 tödlich. Er wurde von den nachfolgenden Fahrern überrollt.
  • Der US-Amerikaner Caleb Moore wurde am 24. Januar 2009 bei den „Winter X-Games“ bei einem Backflip von seinem Schneemobil getroffen. Er verstarb wenige Zeit später.
  • Shane McConkey kam am 26. März 2009 bei einem Stunt für den von Red Bull produzierten Film über sein Leben um. Er wollte auf Skiern von einer Klippe vom Sass Pordoi springen, zwei Backflips machen und anschließend mit einem Wingsuit den Berg hinab gleiten. Da sich ein Ski nicht vom Fuß löste, verlor er die Kontrolle und schlug tödlich auf dem Boden auf. Der Film wurde dennoch fertiggestellt.
  • Eli Thompson kam am 28. August 2009 bei einem Sprung mit dem Wingsuit um. In den Schweizer Alpen sollte er für den Promotionsfilm “Human Flight 3D” von Red Bull aus einem Hubschrauber springen und im Wingsuit knapp an einer Felskante vorbeifliegen. Doch er kollidiert mit der Felswand und stirbt im Lauterbrunnental.
  • Der Basejumper Ueli Gegenschatz verunglückte am 11. November 2009 beim Sprung vom Sunrise Tower in Zürich und starb zwei Tage später.
  • Am 28. Februar 2013 starb der japanische Motocrossfahrer Eigo Sato beim Training für „Red Bull X-Fighters“ bei einem missglückten Backflip.
  • Am 8. Oktober 2013 starb bei der durch Red Bull organisierten Weltmeisterschaft im Wingsuit-Fliegen in der chinesischen Provinz Hubei der Ungar Viktor Kovats.
  • Matilda Rapaport verstarb jung verheiratet am 18. Juli 2016 bei einem Lawinenunglück bei Dreharbeiten für einen Red Bull Werbespot.
matilda
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10. Zeitschriften

Die Red Bull Media House GmbH gibt seit November 2007 das monatlich erscheinende The Red Bulletin heraus. Das kostenlose Lifestylemagazin berichtet über die vielfältigen Sponsoringaktivitäten des Unternehmens. Es liegt mehreren österreichischen und deutschen Tageszeitungen bei.

redbulletin
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Eine englische Version des Magazins wird über britische und irische Zeitungen vertrieben. Im gleichen Verlag erscheint seit November 2010 die Zeitschrift Servus in Stadt & Land, die mit einer verbreiteten Auflage von über 163.000 Exemplaren bereits seit 2011 Österreichs meistverkauftes Monatsmagazin ist, seit März 2012 gibt es auch eine Ausgabe für Bayern. Im April 2013 übernahm Red Bull den Salzburger Ecowin Verlag.

 

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