22 Marathons und ein Ziel

©VN/ Roland Paulitsch
Bregenz - Günter Ernst sorgt als Rennleiter beim Sparkasse-Marathon für freie Bahn.

Wenn morgen um 11.11 Uhr in Lindau rund 5000 ambitionierte Läuferinnen und Läufer den Sparkasse-Dreiländer-Marathon in Angriff nehmen, liegt das Gröbste an Arbeit hinter ihm. Und trotzdem wird Rennleiter Günter Ernst leicht der Schuh drücken. Denn auch er würde gerne einmal vor eigenem Publikum einen Marathon absolvieren. Aber noch geht die Organisation vor. „Vielleicht irgendwann“, sinniert er kurz und redet schon wieder von dem, „was jetzt alles noch erledigt werden muss“.

Tolles Team

Viel ist es nicht mehr. Die Streckenverläufe sind gekennzeichnet. Grellgelb springen sie einem ins Auge. Die Straßensperren wurden mit den Behörden abgesprochen. Die Verpflegung ist eingelagert und die Betreuung der Eliteläufer, die heuer erstmals starten, auf Schiene. Speziell die letzten fünf Monate häuften sich für Günter Ernst und sein „tolles Team“ die OK-Sitzungen. „In Stunden lässt sich das kaum ausdrücken, weil man auch gedanklich immer bei dieser Sache ist“, erzählt der gebürtige Burgenländer, der vor 14 Jahren aus dem Süden in den Westen wanderte.

Die Bandscheibe wars

Selbst zum Marathonmann wurde Günter Ernst durch einen Bandscheibenvorfall. Um die Rückenmuskulatur zu stärken, lief er ständig den Pfänder hinauf und irgendwann seinen ersten Marathon in Wien. Drei Stunden, zwölf Minuten und ein paar Sekunden brauchte er für die 42,195 Kilometer. Das war gut, doch für ihn nicht gut genug.

Ehrgeizig

Der Ehrgeiz hatte Günter Ernst gepackt. „Ich wollte mehr und begann, konsequenter und genauer zu trainieren“, erinnert er sich. Inzwischen brachte er es auf 22 Marathons und eine Zeit von 2:32:14 Stunden. Schon besser, aber: „Unter 2:30 wäre noch ein Ziel“, meint er. Andererseits: „Man soll nicht immer auf Zeit rennen, sondern einen solchen Lauf auch einmal genießen“, empfiehlt er. Selbst müht er sich ebenfalls mehr fürs Familienalbum als um Meisterehren ab. Ein Großteil der Läuferinnen und Läufer des Sparkasse-Dreiländer-Marathons wird das vermutlich auch tun. Und Ernst weiß um die Faszination, wenn einen der Beifall über die Ziellinie trägt. Da steige der Selbstwert enorm. Abgesehen davon halte die Vorbereitung die Leute fit und gesund. Der Laufguru, dem übrigens gutes Essen genauso wichtig ist wie körperliche Betätigung, vermutet noch viel Laufpotenzial im Land. Ein wichtiges Thema sind ihm die Kinder. Rund 1600 machen sich beim heutigen Kindermarathon auf die Socken.

Einen Titel hat er

Seit zwei Jahren arbeitet Günter Ernst im Sportservice Vorarlberg. Er ist für das Ausdauertraining zuständig und bei der Auswertung der Leistungsdiagnostik behilflich. Daneben betreibt er noch sein Geschäft „Laufart“, wo er seinen Stammkunden die Beine nach vorne richtet. „Eine Änderung des Laufstils kann oft mehr bewirken als der bes­te Schuh“, sagt er. Weil ihm Laufen gar so viel Spaß macht, organisiert er im Rahmen der Laufsportgemeinschaft Vorarl­berg zusätzlich diverse Veranstaltungen wie den Stadtlauf in Bregenz. Und einen Titel hat er doch: Im Frühjahr kürte sich Günter Ernst in Bludenz zum Landesmeis­ter im Halbmarathon.

ZUR PERSON

Günter Ernst

Geboren: 19. August 1971 in Fürstenfeld

Wohnort: Bregenz

Partnerschaft, 1 Sohn

Tätigkeiten: Sportservice Vorarlberg und Laufberatung

Hobbys: Burgenländer Weine, gutes Essen, Malen

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