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20 Jahre Unfallchirurgie: Ein besonderer „Geburtstag“ am LKH Bludenz

 Fallbesprechung: Prim. Dr. Baerenzung bespricht die nächste OP mit FA Dr. Philipp Bichay.
 Fallbesprechung: Prim. Dr. Baerenzung bespricht die nächste OP mit FA Dr. Philipp Bichay. ©Riesterer/Weissengruber
Bludenz. Vor genau 20 Jahren fand sozusagen die Geburtsstunde der Unfallchirurgie am damaligen Stadtspital Bludenz statt: Die Fachabteilung Chirurgie wurde mit der Einrichtung einer Unfallchirurgie um ein weiteres Versorgungsangebot ergänzt.
20 Jahre Unfallchirurgie

Heute führt die Abteilung 20 Betten und behandelt jährlich 2500 Patienten stationär und 30.000 Patienten ambulant. Das Team der Unfallchirurgie ist nicht mehr aus dem sehr großen Einzugsgebiet wegzudenken.

Pionier der ersten Stunde

“Damals vor 20 Jahren kam ich als junger Facharzt für Unfallchirurgie an das Krankenhaus Bludenz und wurde als leitender Oberarzt für Unfallchirurgie eingestellt. Mir wurden 8 Betten zugeteilt, 4 in der damaligen Pädiatrie und 4 in der chirurgischen Abteilung“, erinnert sich der heutige Prim. Dr. Baerenzung zurück. Gleich im ersten Jahr passierte schon eine Tragödie: „Am 12. August 1995 wurde auf der Arlbergstrecke im Klostertal ein Zug von der Mure weggerissen, es gab leider mehrere Tote und zahlreiche Schwerverletzte. Wir waren damals die erste Anlaufstelle für die Versorgung.“ Insgesamt startete die Unfallchirurgie mit drei Personen: dem Facharzt Baerenzung, der Ambulanzschwester Annemarie Neyer und dem Gipspfleger Ferdinand Lampert, der auch heute noch – nach insgesamt 43 Jahren Dienstzeit! – am LKH Bludenz in dieser Funktion tätig ist.

Aufstockung des unfallchirurgischen Fachpersonals

Der Tourismus boomte – und mit ihm im Negativtrend die Zahl der Verletzten – das kleine Team war rund um die Uhr im Einsatz, bis schließlich im Jahr 1997 die zweite Facharztstelle genehmigt und mit Dr. Otmar Salzgeber besetzt wurde. Eine dritte Stelle wurde nach weiteren 6 Jahren mit Frau OÄ Dr. Andrea Bauer – bis zu ihrem tragischen Tod – besetzt, auch das pflegerisch-therapeutische Personal wurde aufgestockt. „Damit konnten Dienste übernommen werden, die Arbeit war mit dem größeren Team leichter zu bewältigen“, so Baerenzung. Bereits 1999 wurde die Unfallchirurgie Bludenz auf 16 Betten aufgestockt.

Rechtlich gesichert: Department für Unfallchirurgie am Landeskrankenhaus

2003 schließlich wurde das Bludenzer Stadtspital in den Verbund der Landeskrankenhäuser aufgenommen. Der Vorteil für Baerenzungs Unfallchirurgie: Damit wurde ein rechtlich sicheres Konstrukt geschaffen, das Department für Unfallchirurgie eingerichtet und mit 20 Betten für stationäre Patienten ausgestattet. Department bedeutet: Betriebszeiten von 8 bis 20 Uhr, es gibt auch wenige Einschränkungen im Leistungsspektrum, wie etwa schwere Traumen, die im Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch behandelt werden. 

Großes Einzugsgebiet der Bludenzer Unfallchirurgie

Die Unfallchirurgie Bludenz hat sich heute etabliert: Sie verfügt über 8 Fachärzte, 22 Pflegepersonen arbeiten in der ambulanten Versorgung und ebenso viele kümmern sich um stationäre Patienten. Zudem sorgen 4 Physiotherapeuten dafür, dass die unfallchirurgischen Patienten schnell wieder auf die Beine kommen. 2014 führte das Team rund um Prim. Dr. Baerenzung 2.500 Kleineingriffe wie etwa Wundversorgungen usw., 1.500 Operationen und 8.000 Gipsbehandlungen durch. Ihr Einzugsgebiet ist groß: Es reicht vom Bezirk Bludenz selbst über den Arlberg und das Große Walsertal, das Klostertal bis in den Walgau und das Montafon – und bis über die Grenzen hinaus aufgrund der guten Erfahrungen, die auch Touristen bei der Behandlung ihrer Verletzungen am LKH Bludenz gemacht haben.

Gute Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des LKH

Und die Arbeit macht dem passionierten Arzt auch heute noch sehr viel Spaß, besonders lobt er die Zusammenarbeit im LKH Bludenz mit den anderen Disziplinen, besonders mit der Anästhesie: „Ohne die gute Logistik und die schnelle Anästhesie könnten wir die Patienten nicht innerhalb von kurzer Zeit operieren. Auch die Zusammenarbeit mit den Oberländer Nachsorgeeinrichtungen wie z.B. Maria Rast oder externe Physiotherapeuten, aber auch mit den niedergelassenen Kollegen, die die Patienten schicken oder nach dem Krankenhausaufenthalt weiterbetreuen, funktioniert ausgezeichnet.“
Statements

Prim. Dr. Thomas Baerenzung:

„Ich war ein Arzt der ersten Stunde für die Unfallchirurgie in Bludenz. Das Rüstzeug dafür habe ich von Prim. Dr. Hartmut Häfele erhalten, die Motivation von meinen Mitarbeitern, aber besonders auch von meiner Familie, von meiner Frau, die trotz – oder vielleicht auch wegen – der vielen Rund-um-die-Uhr-Dienste in der Anfangszeit zu mir gestanden hat. Für die Zukunft liegt mein Hauptaugenmerk auf der Zusammenlegung der beiden Fachdisziplinen Unfallchirurgie und Orthopädie unter dem traumatologischen Fokus.“

 

Dir. Dr. Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vlbg. Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.:

„Das Team des Departments für Unfallchirurgie am Landeskrankenhaus Bludenz unter der Leitung von Prim. Dr. Baerenzung leistet hervorragende Arbeit. Die unfallchirurgische Versorgung am Standort Bludenz hat eine große Bedeutung für den Süden Vorarlbergs.“

 

BGM Josef Katzenmayer, Stadt Bludenz:

„Es war ein zu 100 Prozent richtige Entscheidung der Stadt Bludenz, eine Unfallchirurgie am damals noch städtischen Krankenhaus zu beginnen. Der spätere Ausbau des Krankenhauses und vor allem der Unfallabteilung waren dann ja auch ausschlaggebend für die Übergabe des Stadtspitals an das Land. Für die einheimische Bevölkerung – aber auch für die Tourismuswirtschaft in einer Wintersportregion mit über sechs Millionen Gästenächtigungen ist die Unfallchirurgie wörtlich überlebenswichtig. Wir als Stadt erwarten uns eine fachlich hochstehende und menschlich verständnisvolle Betreuung kranker und verunfallter Menschen. Dafür garantiert das Team der Bludenzer Unfallchirurgie.“


ZAHLEN/DATEN/FAKTEN

Zur Person Prim. Dr. Thomas Baerenzung

  •       Geb. 1956, verheiratet mit Gattin Sonja, 2 erwachsene Kinder, wohnhaft in Nofels, Feldkirch
  •       Studium von 1975 bis 1982 in Innsbruck mit Promotion zum Dr. med. univ. am 4.3.1982
  •       Beginn als Turnusarzt in Bludenz am 26.3.1982
  •       Nach dem Beginn des Turnus in Bludenz Fachausbildung von 1982 bis 1988 bei Prof. Dr. Emil Beck in Feldkirch,
  •       1988-1995 bei Prim. Dr. Hartmut Häfele am Krankenhaus Hohenems dann  Hohenems
  •       1996 – leitender Oberarzt für Unfallchirurgie
  •       2003 – Stadtspital Bludenz wird Landeskrankenhaus
  •       2003 – Einrichtung des Departments für Unfallchirurgie am LKH unter Leitung von Prim. Dr. Thomas Baerenzung
  •       2007 Verleihung des Primariates für Unfallchirurgie

Unfallchirurgie am LKH Bludenz

  •       Seit 2003 Department für Unfallchirurgie
  •       20 Betten
  •       jährlich 2500 Patienten stationär und 30.000 Patienten ambulant
  •       8 Fachärzte
  •       22 Pflegepersonen in der ambulanten Versorgung, 22 stationäre Pfleger
  •       4 Physiotherapeuten
  •       2014: 2.500 Kleineingriffe wie etwa Wundversorgungen usw., 1.500 Operationen und 8.000 Gipsbehandlungen
  •       Einzugsgebiet: Großes Walsertal, Klostertal, Walgau

Ein Beitrag der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H./Mag. Ulrike Delacher.

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