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20.000 Hochwasseropfer allein im Bezirk Perg

Das Hochwasser in Oberösterreich, vor allem im Unteren Mühlviertel, ging am Samstag langsam zurück, die Bäche und Flüsse befanden sich weitgehend wieder in ihren "Betten".

Jetzt wurde aber das enorme Schadensausmaß immer deutlicher. Allein im Bezirk Perg gibt es mindestens 20.000 Hochwasseropfer, deren Häuser und Grundstücke mehr oder minder stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Das entspricht einem Drittel der Gesamtbevölkerung des Bezirks. Dazu kommen noch mehrere Tausend Geschädigte in den anderen Landesteilen.

Bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag in Perg gab die Einsatzleitung einen Überblick über die derzeitige Lage. Die Aufräumungsarbeiten konnten inzwischen im vollen Umfang anlaufen. Einige kleinere Ortschaften im Nahbereich der Flüsse Aist und Naarn sind aber immer noch vom Wasser umgeben, in manchen Häusern steht es noch mehr als einen Meter hoch.

Dies hänge, so die Experten der Feuerwehr, mit der ungünstigen Lage dieser Ortschaften zusammen, das Wasser kann dort so gut wie nicht abfließen. Nun wird – mit aller Vorsicht – ein Damm des Aistflusses kurzzeitig geöffnet, man hofft, dass dadurch das Wasser „entsorgt“ werden kann.

Es bestätigte sich inzwischen, was zur Zeit des Hochwassers sozusagen „mit freiem Auge“ erkennbar war: Dass die Gemeinde Schwertberg am stärksten betroffen ist. Kurt Gaßner, der Bürgermeister, zog bei der Pressekonferenz eine erste „Bilanz“:
Mindestens 30 Gewerbe-, Handels – und Dienstleistungenbetriebe im Zentrum von Schwertberg sind „total kaputt“. Weder die Lagerbestände noch das Inventar können weiter verwendet werden. „Es blieb nichts als die Grundmauern, und die sind feucht“, so der Bürgermeister, „die Betriebe müssen praktisch völlig neu aufgebaut werden, sofern die Geschäftsleute die finanziellen Mittel dafür haben“.

Abgesehen von den kleineren Betrieben im Zentrum von Schwertberg hat es auch große Firmen am Rand der Gemeinde – etwa den Maschinenbauer Engel oder das Transportunternehmen Hödlmayr – schwer erwischt. Bei Engel konnten 30 Mann des Bundesheeres erst am Samstag in das Firmengebäude vordringen, das Schadensausmaß lasse sich noch gar nicht abschätzen, berichtete Bürgermeister Gaßner.

1.500 Feuerwehrleute, Gendarmen, Rot-Kreuz-Mitarbeiter und Soldaten des Bundesheeres waren auch am Samstag im Bezirk Perg im Einsatz. „Wir haben die Situation im Griff“, wurde bei der Pressekonferenz betont. Das Bundesheer konzentriert sich, so der oberösterreichische Militärkommandant Kurt Raffetseder, vor allem auf die Erkundung und den Einsatz in besonders schwierigen Situationen.

Unter anderem war im Aisttal ein Betrieb nach wie vor von der Umwelt abgeschnitten, die Pioniere werden hier voraussichtlich eine Behelfsbrücke errichten. Die Feuerwehr plant für morgen, Sonntag, einen „Großangriff“ mit 1.000 Mann in jenen Gebieten, wo es noch viele Hochwasserfolgen zu beseitigen gilt. Das Rote Kreuz berichtet von einer starken Inanspruchnahme auch der angebotenen psychologischen Hilfe. „Viele Leute sind völlig verzweifelt“, so ein

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