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1917 - Kritik und Trailer zum Film

Das nervenaufreibende Kriegsdrama "1917" folgt zwei jungen Soldaten, gespielt von George MacKay ("Captain Fantastic") und Dean-Charles Chapman ("Game of Thrones"), bei einer gefährlichen Mission an einem Tag während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1917. Sie müssen das Feindgebiet durchqueren und eine Nachricht überbringen, um damit Hunderte Soldaten zu retten.

Nach James Bond widmet sich der britische Starregisseur Sam Mendes mit dem Ersten Weltkrieg einem weiteren zentralen Mosaikstein britischer Identität: Mit "1917" legt der 54-Jährige ein bildgewaltiges Epos vor, das sein Publikum mit Monumentalität beinahe überrollt - dank radikaler Reduktion. Ein Film als physisches Erlebnis. Ab Donnerstag im Kino.

1917 - Kurzinhalt zum Film

Den Stars wie Colin Firth oder Benedict Cumberbatch bleiben in Mendes' Erzählung lediglich kleine Nebenrollen. Gänzlich im Zentrum von "1917" stehen die beiden Newcomer George MacKay ("Pride") und Dean-Charles Chapman ("Game of Thrones") als die beiden Soldaten Schofield und Blake. Sie sollen gemeinsam das Feindgebiet entlang der deutschen Front durchqueren, um eine britische Truppe von einem fatalen Angriff abzuhalten, der Hunderte Männer in einen Hinterhalt locken würde.

Dass sich Blakes Bruder in der Einheit befindet, verquickt im klassischen "Der Soldat James Ryan"-Stil das persönliche Ziel, den eigenen Bruder zu retten, mit dem umfassenden gesellschaftlichen Ziel. Die Todesangst ist dabei den beiden Männern ins Gesicht geschrieben, bei allem Mut porträtiert "1917" keine Helden, sondern einfache Soldaten, die sich ihrer Aufgabe stellen und doch immer wieder am Sinn des Krieges zweifeln.

Ihr Weg führt durch das Nichtland aus Dreck, Schlamm und Wasser. Verkohlte Landschaft, die Klaustrophobie der Schützengräben, eine zerstörte Erde, gespickt mit Leid und Schmerz, die Ekelgrenze mit aufgedunsenen Leichen überschreitend. Selten sind die Felder des Todes so erfahrbar gewesen wie in diesem Werk.

1917 - Die Kritik

Hauptverantwortlich hierfür ist neben der eigentlichen Setgestaltung vornehmlich die Kameraarbeit von Roger Deakins, der mit Mendes bereits beim Bond-Abenteuer "Skyfall" zusammenarbeitete. Die Kamera folgt den beiden Protagonisten auf Schritt und Tritt, klettert mit ihnen durch Stacheldrahtverhaue und durch Schlammlöcher - und dies alles vermeintlich ohne Schnitt und somit in Echtzeitanmutung. Die minutenlangen Szenen mit entsprechender Probenarbeit sind so nahtlos aneinandergefügt, dass die Kamera gleichsam zum dritten Protagonisten wird, dem Zuschauer ebenso wenig wie den Figuren eine Pause gönnt.

Dennoch lässt sich "1917" durchaus Zeit für seine Erzählung, zeigt selten Kampfhandlungen, sondern mutiert zusehends zu einem Epos der Bilder, einer endzeitlichen Parabel in der Tradition von "Apocalypse Now". Dieser grandiose Eindruck wird stellenweise einzig durch die durchscheinende politische Korrektheit konterkariert, eine vermeintlich inklusive Erzählung für die heutige Gesellschaft zu bieten. Während Schwarzen in der britischen Armee im Gegensatz zur französischen weit weniger der Dienst an der Waffe zugetraut wurde, sind diese in "1917" zahlreich vertreten. Und kaum ein Soldat trägt den heute fremd erscheinenden, damals jedoch üblichen Schnurrbart, um die Identifikation zu erleichtern. Derlei Petitessen trüben den Gesamteindruck jedoch nur gelinde.

Diese Wucht überrascht, stellt "1917" doch ein eigentlich untypisches Werk für den Briten Sam Mendes nach den zwei Bond-Teilen "Skyfall" und "Spectre" dar. Ausgangspunkt für ihn seien die Kriegserzählungen seines Opas gewesen, unterstreicht der Regisseur, der mit Krysty Wilson-Cairns auch das Drehbuch verfasste. "Diesen Preis widme ich meinem Großvater Alfred Hubert Mendes, der diesen Film inspiriert hat", unterstrich Mendes denn auch in seiner Danksagung für den Gewinn des Golden Globes als bester Regisseur. Der Oscar dürfte damit in Reichweite sein.

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(APA/Red)

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