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Schweiz: 17-Jähriger verletzt acht Menschen mit Axt

Am Sonntagabend hat ein 17-jähriger Lette auf dem Postplatz und in einem Tankstellenshop in Flums mehrere Personen mit einer Axt angegriffen und verletzt. Die Polizei musste ihn mit Schüssen stoppen. Neun Personen wurden durch die Attacken des Jugendlichen verletzt.
Tatorte und die Waffe des Angreifers
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Am Sonntagabend Abend, um ca. 20:05 Uhr, trat der mutmaßliche Täter von hinten an ein Ehepaar heran, welches mit ihrem achtmonatigen Kleinkind im Kinderwagen auf dem Postplatz unterwegs war. Mit einem Beil verletzte der 17-Jährige die Frau und den Mann. Dabei fiel das achtmonatige Kind aus dem Kinderwagen. Es wurde vom mutmasslichen Täter nicht verletzt.

Polizei St. Gallen
Polizei St. Gallen ©Polizei St. Gallen

Passanten, welche mit ihrem Auto am Postplatz vorbeifuhren, wurden auf das Geschehen aufmerksam. Sie griffen sehr beherzt ein und versuchten, den mutmaßlichen Täter wegzudrängen. Dabei wurden sie ebenfalls verletzt.

Der mutmaßliche Täter entwendete in der weiteren Folge das Auto der beiden helfenden Personen und fuhr in allgemeine Richtung Walensee davon. An der Ganischastrasse verursachte er einen Selbstunfall. Er ließ das völlig demolierte Auto stehen und ging zu Fuss in unbekannte Richtung weiter.

Polizei St. Gallen
Polizei St. Gallen ©Polizei St. Gallen

Schliesslich tauchte der mutmassliche Täter bei der AGROLA-Tankstelle auf und ging dort gegen zwei Personen vor, welche in ihren Autos sassen. Diese wurden verletzt, konnten aber in den Tankstellenshop flüchten.

Sich in der Nähe befindliche Polizisten im Fahndungseinsatz wurden auf die Hilferufe vor der Tankstelle aufmerksam und reagierten sofort. Sie trafen den mutmasslichen Täter an, als dieser wiederum ein Auto entwenden wollte. Auf die Anordnungen der Polizisten reagierte der mutmassliche Täter nicht, auch wollte er sich einer Festnahme entziehen. Der mutmassliche Täter konnte erst nach einem Taser- und Schusswaffeneinsatz festgenommen werden.

Beil sichergestellt

Bei der Tankstelle stellte die Kantonspolizei St.Gallen ein Beil sicher. Es dürfte sich um die mutmaßliche Tatwaffe handeln.

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beil-beil ©St.Gallen Kantonspolizei

Brand am Wohnort des Täters gelöscht

Ob ein Zusammenhang zwischen einem Brand am Wohnort des mutmaßlichen Täters und den Gewaltdelikten besteht, kann noch nicht beurteilt werden und muss noch geprüft werden. Die Untersuchungen zur Brandursache werden durch Brandermittler und den Spezialisten des Kompetenzzentrums Kriminaltechnik der Kantonspolizei St.Gallen, vorgenommen.

Jugendlicher hatte brutale Gewaltfantasien

Der Axt-Angriff eines 17-Jährigen im Osten der Schweiz geht nach Justizangaben wohl auf psychische Probleme des Täters zurück. Der Jugendliche sei in seiner Handwerkerlehre wegen Gewaltfantasien in diesem Jahr mehrfach aufgefallen und könnte an einer Persönlichkeitsstörung leiden, sagte Staatsanwalt Stephan Ramseyer am Montag in St. Gallen.

Der mutmaßliche Täter stammt aus Lettland und kam vor rund vier Jahren im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz. Der junge Mann sei vor vier Monaten der Jugendsozialarbeit aufgefallen, weil er Gewaltfantasien geäußert hatte. Später erfolgte eine Meldung der Berufsschule.

Es folgten Abklärungen der Kriseninterventionsgruppe des Schulpsychologischen Dienstes und schließlich wurde Mitte September durch die Staatsanwaltschaft abgeklärt, ob eine akute Gefährdung Dritter besteht. Dabei sei man zum Schluss gekommen, dass keine Zwangsmaßnahmen angezeigt seien, sagte Ramseyer, Leitender Jugendanwalt. Es seien Maßnahmen eingeleitet worden, die vom 17-Jährigen, aber auch von seinen Eltern eingehalten wurden. Auf VKontakte – dem russischen Pendant zu Facebook – gibt der Täter Einblicke in seine Gedankenwelt, wie “blick.ch” schreibt. Bei den Angaben über sich schreibt er unter dem Punkt “Tätigkeiten”: “Gewalt und Tötung von Kleinkindern”.

Am Sonntagabend kam es dann zur Attacke, bei der acht Personen verletzt wurden. Noch am Montag sollte der 17-Jährige, der bei seiner Festnahme durch einen Schuss verletzt wurde, erstmals einvernommen werden.

Pressekonferenz zum Vorfall

(APA/dpa)
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