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12 Stück Zucker in einem Eis

Kühle Analyse: Was tatsächlich in Kindereis steckt und fruchtige Rezepte für gesunde Schleckereien.
Was steckt wirklich im Eis I
Was steckt wirklich im Eis II
Selbstgemachtes Eis
Eine kleine Eiskunde

Zuerst die gute Nachricht: Eis ist längst nicht mehr das, was es noch vor fünf und mehr Jahren war. „Statt zu Schlagobers greifen die Hersteller immer öfter zu entrahmter Milch, senken damit den Fett- und den Cholesteringehalt“, sagt Sandra Wallner-Liebmann vom Institut für Pathophysiologie und Immunologie an der Meduni Graz.

Die schlechte Nachricht: Der Zuckergehalt ist stattdessen angehoben worden. Weil Fett nun einmal Hauptgeschmacksträger ist, peppt die Industrie mit Zucker und Aromastoffen auf. „Durch die Kühlung der Zunge ist die sensorische Wahrnehmung von Süßem vermindert“, erklärt die Ernährungswissenschafterin, die verschiedene „Kinder-Eissorten“ bewertet hat – mit dem Fokus auf den täglichen Kilokalorienbedarf von Kindern.

Kinder unter zehn Jahren haben einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 1600 Kilokalorien (davon 60g Eiweiß, 50g Fett, 200g Kohlenhydrate). Im Alter zwischen zehn und 15 Jahren liegt ihr Kilokalorienbedarf bei rund 2400 (90g Eiweiß, 80g Fett, 300g Kohlenhydrate). „Es gibt Eissorten, bei denen schon eine Portion bis zu 16 Prozent des täglichen Gesamtenergiebedarfes eines Kindes decken“, warnt Wallner-Liebmann, „Eis ist ein Genussmittel und sollte nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Kilokalorienzufuhr ausmachen.“

Ein anderes Problem sind künstliche Aromastoffe. „Dafür gibt es in Österreich noch keine Regelung. So darf zum Beispiel Vanilleeis noch immer mit Vanillin hergestellt werden“, betont die Diätologin Claudia Petru. Als erwiesen gilt allerdings, dass künstliche Aromastoffe die kindliche Geschmackswahrnehmung negativ beeinflussen. Das heißt: Wer mit künstlichen Aromen aufwächst, wird auch als Erwachsener vorrangig zu diesen Produkten greifen, weil ihm dann nur mehr diese Lebensmittel schmecken. „Ob und welche gesundheitlichen Folgen diese Zusätze haben, ist allerdings nicht restlos geklärt“, sagt Wallner-Liebmann.

Die Alternative? Auf die Wahl der Eissorte achten. Oder: Eis selbst herstellen. „Damit kann man selbst bestimmen, wie süß das Eis sein soll. Bei Fruchtsorten sind Vitamin C, Betacarotin, Magnesium und Kalium in konzentrierter Form enthalten“, sagt Petru.

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