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10 Jahre Nudelsieb: "Pastafari" kämpfen um Anerkennung

Vor 10 Jahren sorgte das Nudelsiebfoto für internationales Aufsehen.
Vor 10 Jahren sorgte das Nudelsiebfoto für internationales Aufsehen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Vor zehn Jahren hat das Führerscheinfoto mit dem Nudelsieb auf dem Kopf für Aufsehen gesorgt. 10 Jahre danach kämpft man jedoch noch immer um Anerkennung.

Ein Führerscheinfoto mit Nudelsieb auf dem Kopf hat Niko Alm vor zehn Jahren zum internationalen Medienstar gemacht. Der Anhänger der "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" setzte sich mit der Aktion für die Trennung von Religion und Staat ein. Im APA-Interview kündigte Alm eine Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der fehlenden Anerkennung der Gemeinschaft an.

Alm: "Es war von Anfang an politisch"

"Es war von Anfang an politisch." Zwar gilt die "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" gemeinhin als "Satire-Religion", deren Anhänger, die "Pastafaris", kämpfen jedoch überwiegend gegen eine Umstand: Die Bevorzugung gewisser Religionsgemeinschaften vor dem Staat. Da es in Österreich nur aus religiösen Gründen erlaubt ist, auf Lichtbildausweisen Kopfbedeckungen zu tragen, ging 2009 sein Nudelsieb-Foto überraschend durch.

Abgeholt hat er seinen Führerschein allerdings 2011, erzählt Alm, ein eigenes Auto besitzt er derzeit nicht. Und auch Probleme mit der Exekutive wegen des Nudelsiebs auf dem Führerschein blieben bisher aus: "Ich bin ja schon oft kontrolliert worden, aber es hat noch nie jemand irgendeine Bemerkung gemacht. Wahrscheinlich wissen es die Polizisten auch gar nicht und sehen es auch nicht. Es ist ja nicht so deutlich erkennbar, wenn man es nicht weiß."

"Pastafaris" kämpfen um Anerkennung - Bisher erfolglos

Bald nach der Führerschein-Aktion beschlossen die "Pastafaris" in Österreich, sich die Anerkennung als Religionsgemeinschaft zu erkämpfen - bisher erfolglos. Einen "Teilerfolg" gab es aber: "Das Bundesverwaltungsgericht hat gesagt, wir sind eine Religion, wir sind halt nur nicht ausreichend Gemeinschaft. Das ist eine spannende Interpretation, weil sie sagen: Wir müssten euch eigentlich anerkennen, wenn ihr nur besser organisiert wärt als Gemeinschaft."

Nachdem das Gericht eine Revision zugelassen hatte, wollen die "Pastafaris" nun vor den EGMR ziehen. Ende September läuft die Frist ab, "eine Beschwerde bereitet unser Anwalt gerade vor", so Alm. Auch einen weiteren Erfolg konnte die "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" durch die vielen Prozesse - auch in anderen Staaten - für sich verbuchen: Durch die Argumentation der Anwälte und die Schriftsätze der Gerichte habe man an Ernsthaftigkeit gewonnen, findet Alm.

Als "politischen Erfolg" wünscht sich Alm, der auch für die NEOS im Nationalrat saß, "dass Religion und Weltanschauung für den Staat egal sein soll. Egal heißt, keine Sonderrechte, keine Benachteiligungen. Es kann sich natürlich jede Religion und jede Gemeinschaft frei organisieren. Sie kann auch mit dem Staat Verträge schließen, nur halt nicht auf Basis der Religion, sondern aufgrund von sachlicher Zusammenarbeit". Und: "Wir wollen niemandem etwas wegnehmen."

"I, Pastafaria": US-Doku erscheint

Auch ohne offizielle Anerkennung seiner Kirche ist Alm nach zehn Jahren immer noch medial präsent - derzeit durch eine Dokumentation "I, Pastafari" des Regisseurs Mike Arthur, die am 5. Oktober beim Nashville Filmfestival Weltpremiere feiert. Darin kommen Anhänger der Bewegung aus aller Welt zu Wort, die Szenen mit Alm wurden 2017 im Österreichischen Parlament gedreht, als er noch sein NEOS-Mandat hatte.

Noch hat sich für "I, Pastafari" kein Vertrieb gefunden, "Netflix wäre natürlich das Beste", wünscht sich Alm für den Film, der voraussichtlich im kommenden Jahr auch hier zu sehen sein wird. "In Österreich werden wir wahrscheinlich eine anständige Premiere zusammenkriegen", hofft er und: "Es wird jeder die Chance haben, ihn zu sehen."

(APA/Red)

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