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Durig-Böhler-Gedächtnispreis: Anerkennung für medizinische Forschung

v.l. Peter Fraunberger (KHBG), Michael Osti (GÄV) Peter Schwendinger (LKH Feldkirch), Andreas Leiherer (VIVIT), Monika Vonier (Landtagsvizepräs.), Reinhard Haller (Gastredner), Gerald Fleich (KHBG).
v.l. Peter Fraunberger (KHBG), Michael Osti (GÄV) Peter Schwendinger (LKH Feldkirch), Andreas Leiherer (VIVIT), Monika Vonier (Landtagsvizepräs.), Reinhard Haller (Gastredner), Gerald Fleich (KHBG). ©Dietmar Mathis/Vbg. Krankenhaus-BetriebsgmbH
Um der medizinischen Forschung aus und in Vorarlberg die entsprechende Anerkennung zukommen zu lassen, verleiht die Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg jedes Jahr den Durig-Böhler-Gedächtnispreis.
Durig Böhler Gedächtnis Preis 2019

Voraussetzung ist die Publikation der Forschungsarbeit in einer international anerkannten Fachzeitschrift.

Der Preis 2019 erging an Priv.Doz. DDr. Andreas Leiherer, VIVIT für eine Studie zum Protein Uromodulin und seine Bedeutung in Zusammenhang mit chronischer Nierenerkrankung.

Ing. Dr. Peter Schwendinger, BSc von der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie am LKH Feldkirch erhielt den Anerkennungspreis für eine Studie über eine neue Methode zur Versorgung von Sehnenausrissen an den Fingern.

Den Festvortrag hielt dieses Jahr Prof. Dr. Reinhard Haller. Nach gebührenden Laudationes überreichte OA Priv. Doz. Dr. Michael Osti, MBA, GÄV-Präsident, die Preise in feierlichem Rahmen.

Am 3. Dezember 2019 fand die mittlerweile 39. Verleihung des Durig-Böhler-Gedächtnispreises in feierlichem Rahmen im Panoramasaal des LKH Feldkirch statt. Prämiert wurde die beste international publizierte Forschungsarbeit aus Vorarlberg aus insgesamt 5 Einreichungen. Damit setzt die Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg (GÄV) ihre jahrzehntelange Tradition der Anerkennung und Förderung von Ausbildung, Wissenschaft, Forschung und damit Fortschritt fort.

Die Bedeutung des Proteins Uromodulin als Biomarker für das zukünftige Auftreten von chronischer Nierenkrankheit

Der aktuelle Durig-Böhler-Preis erging an Priv. Doz. DDr. Andreas Leiherer  und das VIVIT-Forschungsteam. Das Vorarlberg Institute for Vascular Investigation and Treatment, kurz VIVIT, ist ein wissenschaftliches Institut, primär fokussiert auf die Erforschung und Therapierung von Stoffwechsel- und Herz-Kreislauferkrankungen, wie Diabetes oder Atherosklerose. Darüber hinaus beschäftigt sich das VIVIT intensiv mit der Untersuchung von nephrologischen Erkrankungen und Krebserkrankungen. Die Forschungsarbeit von Doz. Dr. Dr. Leiherer und sein Team beschäftigen sich mit dem Protein Uromodulin und seiner Bedeutung in der Früherkennung von chronischer Nierenerkrankung. Uromodulin ist das am häufigsten vorkommende Protein im menschlichen Urin und wird ausschließlich von der Niere produziert. Auch wenn es schon in  den 1950ern erstmals entdeckt wurde, gab es bis vor kurzem immer wieder Problemen bei der Bestimmung aus Urinproben. Eine seit kurzem verfügbare Nachweismethode von Uromodulin im Blut ist jedoch sehr zuverlässig und reproduzierbar. In der vorliegenden Studie mit über 500 Patienten zeigte sich, dass ein niedriger Uromodulin-Spiegel im Blut mit einer Nierenfunktionsstörung einhergeht und ein unabhängiger Biomarker für das zukünftige Auftreten einer chronischen Nierenkrankheit ist. „Weitere kürzlich erschienene Publikationen aus unserer Arbeitsgruppe konnten darlegen, dass Uromodulin auch ein Biomarker für Typ 2 Diabetes ist und sehr präzise das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen (wie etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall) und Langzeit-Überleben unserer Patienten vorhersagt“, informiert der Preisträger Doz. DDr. Leiherer. Zusammen mit biochemischen, molekular­genetischen und klinischen Befunden anderer Arbeitsgruppen stellt sich Uromodulin aktuell als neuer nierenspezifischer Biomarker dar, dessen hohes Potential nicht nur die Niere sondern auch ein breites internistisches Spektrum abdeckt.

Neue Methode zur operativen Versorgung von knöchernen Strecksehnenausrissen an den Fingern

Unfallchirurg Ing. Dr. Peter Schwendinger, BSc vom Landeskrankenhaus Feldkirch hat gemeinsam mit seinem Forschungsteam eine wissenschaftliche Studie für eine neue OP-Methode bei speziellen Finger-Sehnenverletzungen in einem international renommierten Journal publiziert – und dafür den Durig-Böhler Anerkennungspreis 2019 erhalten. Die neue Methode für die operative Versorgung knöcherner Strecksehnenausrisse an den Fingern konnte mit einer biomechanischen Arbeit entwickelt werden. Eine neue Technik wurde mit einer herkömmlichen Methode verglichen, welche zugleich die Grundlage für die neuentwickelte Versorgung war. Die zwei Operationsmethoden wurden an 16 Kadaverfingern getestet. Das Ergebnis zeigte eine biomechanische Überlegenheit der neuen Methode bei weniger Invasivität (invasiv – diagnostische/therapeutische Maßnahme, die in den Körper eindringt). Bei vielen Techniken wird die ausgerissene Strecksehne offen operiert und mit Platten oder Schrauben fixiert. Andere Vorgehensweisen beinhalten die temporäre Ruhigstellung des Fingerendgliedes mittels Bohrdraht durch das Gelenk. Bei beiden Herangehensweisen führen diese OP-bedingten Verletzungen zu Risiken wie erhöhte Infektrate, Nagelwachstumsstörungen oder Gelenkszerstörung. „Bei der neu entwickelten Methode nutzen wir die Vorteile einer Technik, welche bereits in den 80er Jahren in Japan entwickelt wurde. Ein speziell konstruierter Nagelhalter ermöglicht die Ruhigstellung des Fingerendgliedes während der Heilungsphase ohne Gewebeverletzung. Dies verhindert insbesondere die Gelenkszerstörung des betroffenen Fingers. Die nächsten Schritte sind die Produktion von zugelassenen Komponenten zur Durchführung einer klinischen Studie“, berichtet Preisträger Dr. Schwendinger vom LKH Feldkirch.

Prof. Reinhard Haller hielt den Festvortrag bei der Durig-Böhler-Preisverleihung zum Thema Wertschätzung und Kränkung

Im Rahmen ihrer Veranstaltungen steht die Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg auch für die Thematisierung interdisziplinärer und berufsgruppenübergreifender Querschnittsmaterien. So sprach der diesjährige Festredner, Univ. Prof. Dr. Reinhard Haller in seinem spannenden Referat über die Bedeutung von Wertschätzung und Kränkung im beruflichen Umfeld. „Der GÄV ist es wichtig, neue Ideen und Zugänge – wie etwa durch den Festvortrag von Prof. Haller - zu verbreiten. Damit soll die Veranstaltung der Preisverleihung und der Durig-Böhler-Preis selbst vor allem auch für junge Ärztinnen und Ärzte und für nicht medizinische Berufsgruppen interessant werden“, informiert GÄV-Präsident Doz. Michael Osti. Und der Erfolg gibt ihm recht: Über 100 Teilnehmer nutzten am 3. Dezember im Rahmen der Preisverleihung die besondere Gelegenheit, ein starkes und sichtbares Signal für Zusammenhalt und Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu setzen, die Gemeinschaft der GÄV weiter zu konsolidieren und damit fortzufahren, besondere Leistungen in der Ärzteschaft gegenseitig anzuerkennen und zu würdigen.

Originaltitel der Forschungsarbeiten und Publikation
Durig-Böhler-Preis 2019

Andreas Leiherer, Axel Muendlein, Christoph H. Saely, Eva M. Brandtner, Kathrin Geiger, Peter Fraunberger und Heinz Drexel: The value of uromodulin as a new serummarker to predict decline in renal function

J Hypertens. 2018 Jan;36(1):110-118.

Anerkennungspreis 2019

Peter Schwendinger, Lukas Horling, Werner Schmölz, Romed Hörmann und Rohit Arora:

Mallet finger – A modified technique using the finger nail as a fixation point for the temporary immobilization of the distal interphalangeal joint – Abiomechanical study

Clin Biomech (Bristol, Avon). 2019 Oct;69:64-70.

Information „Durig-Böhler-Preis“

  • Arnold Durig war Ordinarius am Lehrstuhl für Physiologie der medizinischen Fakultät an der Universität Wien. Er gilt als Pionier der Ernährungs-, Stoffwechsel- und Höhenphysiologie und war 1951 erster Ehrenpräsident der Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg.
  • Lorenz Böhler wird als Wegbereiter und Visionär der modernen Unfallchirurgie anerkannt. Seinen Initiativen ist die Etablierung unfallchirurgischer Fachkrankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen zu verdanken: Jedem unfallverletzten Patienten in Österreich wird somit eine exzellente, erfolgreiche und flächendeckende Behandlung zuteil.
  • Durig und Böhler haben das Konzept der wissenschaftlichen Sitzung vorbildhaft mitentwickelt: Ziel war es, medizinisches Wissen, das seit jeher einer rasanten Weiterentwicklung ausgesetzt war, innerhalb der Ärzteschaft zirkulieren zu lassen. Die Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg will dieses Konzept fortzuführen und zu erweitern.

Renommierter Vorarlberger Medizinerpreis

Der Durig-Böhler-Gedächtnispreis ist nach den bedeutenden Vorarlberger Ärzten Prof. Arnold Durig und Prof. Lorenz Böhler benannt. Er wurde zur  Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der wissenschaftlichen Arbeit in Vorarlberg gestiftet und beinhaltet neben der Ehrung und der Überreichung einer Urkunde an den Erstautor auch eine finanzielle Zuwendung, die zu gleichen Teilen von der Gesellschaft der Ärzte, dem Land Vorarlberg und der Ärztekammer Vorarlberg gestiftet wird.

Information „Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg“

Die Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg begreift sich als Plattform für Forschung, Wissenschaft und Fortbildung und versucht mit modernen und zukunftsweisenden Diskussionsschwerpunkte einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Medizin in Vorarlberg zu leisten.

Aktueller Präsident der Gesellschaft für Ärzte Vorarlberg ist OA Priv. Doz. Dr. Michael Osti, MBA. Insgesamt zählt die Gesellschaft 420 Mitglieder aus ganz Vorarlberg.

Quelle: Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H./Delacher

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