Wirbel um Pro-Vergewaltigungs-Demo beim Wiener Museumsquartier

Die angekündigte "Pro-Vergewaltigungs-Demonstration" beim Wiener MQ findet aller Voraussicht nach nicht statt
Die angekündigte "Pro-Vergewaltigungs-Demonstration" beim Wiener MQ findet aller Voraussicht nach nicht statt - © APA (Sujet)
Einige Aufregung herrschte im Vorfeld rund um eine “Pro-Vergewaltigungs-Demonstration” des umstrittenen Autors und Aktivisten Roosh V., die für Samstag in mehreren europäischen Städten angekündigt wurde. VIENNA.at hat bei der Polizei nachgefragt.

Daryush Valizadeh, auch bekannt als Roosh Valizadeh oder kurz “Roosh V.” inszeniert sich selbst als Verfechter einer “neuen Maskulinität” und betreibt eine frauenfeindliche Website unter dem Titel “Return of Kings”.

165 Pro-Vergewaltigungsdemos von “Roosh V.” geplant

Der “Männerrechtler” Valizadeh hat für Samstag, den 6. Februar 2016, eine weltweite Offensive mit 165 Kundgebungen in 43 Ländern, darunter auch in Wien, angekündigt, um Unterstützer für seine Anliegen zu sammeln. Unter anderem befürwortet der US-Amerikaner die Vergewaltigung von Frauen unter bestimmten Bedingungen, etwa auf Privatgrundstücken. Gegen die geplanten Kundgebungen, die am Samstag um 20:00 Uhr unter anderem vor dem Wiener Museumsquartier stattfinden sollten, regte sich umgehend einiges an öffentlichem Widerstand.

Wiener Polizei hat den Fall unter Beobachtung

Polizeisprecher Patrick Maierhofer bestätigte im Gespräch mit VIENNA.at, dass Valizadeh die Kundgebung in Wien auf seiner Website angekündigt hatte, dann jedoch selbst abgesagt, bevor es zu einer offiziellen Anmeldung kommen konnte. “Die Polizei und der Verfassungsschutz haben die Sache unter Beobachtung und werden am Samstagabend im Fall der Fälle auch vor Ort sein. Wir beobachten, wie sich die Sache weiter entwickelt,” so Maierhofer.

Protest von SPÖ: Petition gegen Daryush Valizadeh

Die SPÖ und die Grünen meldeten sich am Donnerstag in Aussendungen gegen Valizadeh zu Wort und äußerten ihren Protest gegen den Aktivisten. “Ein Einreiseverbot für Daryush Valizadeh alias Roosh V ist das Mindeste, was die Republik Österreich als aufgeklärter Staat gegen den Frauenhasser unternehmen muss”, forderte die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Petra Bayr. Sie äußerte sich über die Forderungen “des anti-feministischen selbsternannten Pick-Up-Künstlers” und dessen “frauenverachtende Ideen” erzürnt und dankte auch dem Museumsquartier, das die angekündigte Veranstaltung nicht zugelassen habe.

Dem Beispiel Kanadas und einer britischen Abgeordneten folgend hat Bayr eine Petition gestartet, die ein Einreiseverbot für Valizadeh fordert. Die Wiener SPÖ-Frauen erklärten umgehend ihre Unterstützung dieser Petition.

Grüne erinnern an Passus im Strafrecht

Die Grünen schlugen in dieselbe Kerbe und erinnerten in ihrer Aussendung an geltendes Recht: “Wer in Österreich Sex mit wehrlosen – im Sinne von besinnungslosen – Frauen propagiert, erfüllt den Straftatbestand der Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen gemäß § 282 StGB. Darauf stehen bis zu 2 Jahre Haft. Ich kann Roosh V. daher nur empfehlen, einen weiten Bogen um Österreich zu machen. Andernfalls könnte bei der Einreise schon die Kriminalpolizei warten”, so die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan als Reaktion auf die geplante Pro-Vergewaltigungsdemo in Wien, zu der der amerikanische Vergewaltigungs-Aktivist Valizadeh aufgerufen hatte.

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