Vorarlberg: Nach Seestadt-Kritik – Das waren die Vorschläge der Kritiker

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Die akutellen Pläne zur Seestadt Bregenz sind umstrittenen.
Die akutellen Pläne zur Seestadt Bregenz sind umstrittenen. - © VN/Hartinger
Die Pläne zur Realisierung der Seestadt Bregenz sind zuletzt unter anderem von einer Architekten-Initiative kritisiert worden. Bauherr Prisma reagiert nun mit Verweis auf die Begründungen der Beurteilungskommission, die sich für den aktuellen Entwurf entschieden hat.

“Es ist uns ein Anliegen, im Zusammenhang mit der Diskussion, Fakten zur Verfügung zu stellen, um eine umfassende und transparente Information der Öffentlichkeit sicher zu stellen”, heißt es in einer aktuellen Aussendung der Prisma. Damit bezieht sich der Bauherr insbesondere auf den Architekten Hermann Kaufmann und die ARGE Cukrowicz Nachbaur, die die momentanen Pläne kritisiert hatten. Daher verweist die Prisma auf die das Juryprotokoll zu den Vorschlägen, an denen Kaufmann und die ARGE Crukowicz Nachbaur beteiligt waren. VOL.AT hat das Juryprotokoll diesen Beiträgen und zum Gewinner-Projekt zusammengestellt. Die restlichen Projekte sind ebenfalls öffentlich einsehbar.

Das sind die Projekte der Kritiker

Projekt A: ARGE Burkhard Meyer Architekten – Jabornegg & Pally – Hermann Kaufmann – Christian Lenz

“Das Projekt reagiert auf die Aufgabenstellung mit einer klaren städtebaulichen Struktur. Es differenziert die Baumasse in einen Kopfbau zum Fritz-Mayer-Platz und einen Längsriegel entlang der Bahnhofstraße. Die Anordnung des Handels zu einem überproportionalen Ansatz im Kopfbau führt nicht zu der gewünschten Nutzungsdurchmischung einer lebendigen Stadt. Das erste OG der Arkade zeigt nicht die gewünschte räumliche Qualität. Die gleichförmige Ausbildung der Aufbauten des Längsriegels entspricht nicht dem gewünschten differenzierten Stadtbild. Die homogene Front führt nicht zu einer sensiblen Entsprechung auf die derzeitige Stadtkante. Die Verbindung der Stadt zum See wird somit nicht ausreichend gefördert.

Die Beurteilungskommission würdigt jedoch den gelungenen Übergang zwischen Kopfbau und Längsriegel. An dieser Stelle zeigt sich bei der Vernetzung der unterschiedlichen Baukörper des Freiraumes und der Brücke eine hohe gestalterische Qualität. Dieses gekonnte Wechselspiel von gebautem Volumen und Leerraum wäre auch für den restlichen Projektteil wünschenswert gewesen.”

kaufmann-vorschlag Prisma ©

Projekt E: ARGE Cukrowicz Nachbaur – Krischanitz – Riegler Riewe

“Die Verfasser knüpfen an die bereits vorhandene Bebauung entlang der Seestraße sowohl im Hinblick auf die Dimensionierung als auch den Rhythmus ihrer Gebäude an. Jedoch gelingt mit diesem Maßstab das gewünschte Anknüpfen an die innerstädtische Struktur nicht. Die daraus resultierenden Baukörper sind einfach zu groß, zudem kritisiert die Beurteilungskommission die Missachtung des städtischen Raumes, insofern, als von Platzgestaltung völlig Abstand genommen wird und die Bereiche zwischen den Gebäuden auf kaum gestaltete, zu enge Verbindungsstraßen und -rampen reduziert werden. Überhaupt liegt der Arbeit ein etwas schematischer Duktus zugrunde, der nicht zuletzt in der Organisation der Grundrisse, der Verteilung der Funktionen und der Ausgestaltung der vorgeschlagenen Fassaden offensichtlich wird.”

Prisma Prisma ©

Das war das Juryprotokoll zum Sieger-Vorschlag

“Die Projektanten errichten am Areal drei Gebäudekomplexe, die in sich weitergehend differenziert sind. Es entsteht insgesamt ein durchlässig, poröses System, das dem urbanen Leben vielfältigen Raum bietet und derart eine grundsätzliche Zielsetzung des Wettbewerbs überzeugend erfüllt. Die Bahnhofstraße wird ergänzt durch teils zweigeschossige Passagen, die über Plätze und erweiterte Entrees schlüssig an die Straße angebunden werden, so dass ein reger Austausch und eine welchselseitige Stärkung erwartet werden kann. Eine Abfolge von Wegen und Höfen, die von oben belichtet werden, sorgen für spannungsvolle und üerraschende Raumkonsequenzen. Über den beiden Geschäftsetagen werden verschiedene “Häuser” für Büros oder Wohnungen errichtet. Durch unterschiedliche Geschossanzahl und Raumhöhen entsteht eine leicht nuancierte Silhouette, die eine Balance zwischen Kohärenz und differenzierter Vielfalt bietet.”

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(Red.)

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