Vorarlberg: Mut zur Dichte soll die Wohnkosten senken

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Bregenz – Die Vorarlberger Grünen sehen in verdichtetem Bauen das beste Mittel für günstigen Wohnraum.

Wohnen in Vorarlberg ist teuer und für viele kaum mehr leistbar. „Es ist fünf vor zwölf. Die Wohnkosten müssen runter“, fordert die Wohnbausprecherin der Grünen Nina Tomaselli. Dieser Fakt ist mittlerweile allen politischen Playern durchaus bewusst und auch die passenden Rezepte gibt es quer durch alle Parteien. Die Grünen orientieren sich dabei an Wien. Warum? Weil das Rheintal in ähnlichem Ausmaß vom Zuzug betroffen sei wie Wien. Und in der Bundeshauptstadt gibt es bereits viele Projekte, die dem Anspruch des verdichteten Bauens entsprechen.

Weil die hohen Wohnkosten vor allem auch an den hohen Grundstückspreisen liegen und immer mehr Menschen nach Vorarlberg ziehen, müsse man neue Maßnahmen andenken. Heißt konkret, die bestehenden Flächen besser und konzentrierter zu nutzen. Für die Grünen soll das auf zweierlei Art passieren. Zum einen indem bestehende Bauten nachverdichtet werden und zum anderen Neubauprojekte in den Kerngebieten künftig dichter errichtet werden. „Je kompakter die Bauweise, desto niedriger sind die Wohnkosten“, so die Devise der Grünen, die darin den wichtigsten Wohnkostensparer sehen.

Städtebaulicher Vertrag

Weil man aber mit klassischen Maßnahmen eines Flächenwidmungsplans durch die Starrheit der Verfahren oft an Grenzen stoße, müsse man sich ein Beispiel an der Bundeshauptstadt Wien nehmen. Dort gehe man neue Wege. Ein bewährtes Instrument für eine gerechte Verteilung von Widmungsgewinnen und höheren Nutzungszahlen seien dabei private Verträge, die zwischen Stadt und Investoren oder Grundstückseigentümern abgeschlossen werden.

Nina Tomaselli schlägt beispielsweise einen Dichtebonus vor. „Viele Bauträger würden gerne höher und breiter auf ihren Grundstücken bauen. Das stößt oftmals bei der Bevölkerung auf Widerstand.“ Von einem Dichtebonus würden beide Seiten profitieren. „Bei höherer Dichte sollen die zusätzlichen Wohnungen zu einem günstigen Tarif von 7,50 Euro vermietet werden“, so die Wohnbausprecherin. Genauso brauche es für Zentrumslagen verpflichtende Bebauungspläne mit Mindestbaunutzungszahlen. Dazu gehöre auch, dass der Verdichtungszuschlag pro Quadratmeter erhöht werde.

Einstöckige Supermärkte

Einen weiteren Ansatz sieht sie auch bei den Supermärkten, bei denen Raum und Fläche oft ineffizient genutzt würden. „Die Supermarktflächen bieten viel Platz für eine bessere Nutzung. Wenn Gemeinden und Städte den Supermarktketten entsprechende Vorgaben machen, können wir Raum für Wohnen, Gewerbe oder soziale Infrastruktur gewinnen und zusätzlich das Ortsbild verbessern“, ist Tomaselli überzeugt.

(VN)

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