So viel Bauplatz gibt es derzeit in Vorarlberg

Von Andreas Scalet / VN
"Aufgabe der Raumplanung ist es, Ausgleich zu finden", sagt Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser.
"Aufgabe der Raumplanung ist es, Ausgleich zu finden", sagt Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser. - © VN.AT
Schwarzach – Wird Vorarlberg zugebaut? Zahlen der Raumplanung für eine anstehende Neuorientierung.

Die Diskussion um die geplante Ansiedlung der Großbäckerei Ölz in Weiler hat ein für Vorarlberg immer brennender werdendes Thema ins Licht gerückt: Wo können Unternehmen noch räumlich expandieren, ohne mit den Interessen der Anwohner, der Landschaftsschützer und der Landwirtschaft in Konflikt zu geraten? Wo finden andererseits Landwirte genug Acker- und Weideland, um ihre Existenz zu sichern? Und wo ist Platz zum Wohnen ? Eine Neuorientierung in der Raumplanung wird nicht zu vermeiden sein. Vorschläge, wie eine künftige Nutzung aussehen könnte, gibt es in der Vision Rheintal. Nun sind aber die Gemeinden gefordert, tatsächlich über interkommunale Gewerbegebiete nachzudenken. Als Diskussionsgrundlage dienen die Zahlen der Landesraumplanung, die zeigen, wo derzeit wie viel Platz genutzt wird und was noch genutzt werden könnte (siehe Grafik):

bauflaechen-vorarlberg-nutzung

Aus der Planung von Vision Rheintal, bei welcher Gemeinden und Land eng zusammenarbeiteten, ergibt sich ein kurz- und mittelfristiger Bedarf an Neuwidmungen von Flächen als Baufläche-Betriebsgebiet in Höhe von 60,3 Hektar im gesamten Vorarlberger Rheintal. Diese teilen sich auf ca. 12,8 Hektar im Gebiet Rheintal-Nord, ca. 30,3 Hektar in Rheintal-Mitte und ca. 17,2 Hektar in Rheintal-Süd auf. Dass Vorarlberg zubetoniert wird, ist vorderhand nicht zu befürchten, aber dass ein Land wie Vorarlberg mit einer Fläche von exakt 2601,47 Quadratkilometern und lediglich zwei bebaubaren Ballungsräumen, nämlich Rheintal und Walgau, als eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas an seine Grenzen stößt, ist unvermeidlich, denn über 95 Prozent der Landesfläche werden aufgrund der Topografie nie bebaut werden können.

Entwicklung immer schwieriger

Die Entwicklung der Bauerwartungsflächen-Betriebsgebiete verläuft aber immer schwieriger. Waren es im Jahr 2001 noch 133,1 Hektar an Bauerwartungsflächen-Betriebsgebiet, so sind es im Jahr 2015 nur mehr rund 92,8 Hektar. Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser: „Dieser Rückgang illustriert einerseits die zunehmende Vorsicht der Gemeinden, nur die wirklich mittelfristig benötigten Flächen als Bauerwartungsflächen zu widmen, und gleichzeitig ergibt es sich aus dem allgemeinen Hausverstand, dass angesichts der Bevölkerungszunahme sowie der Wirtschafts- und Wohlstandsentwicklung die Nutzungsinteressen für die verbleibenden Flächen nicht weniger werden. Hier einen vernünftigen Ausgleich zwischen Wirtschaft, Siedlungsentwicklung, Landwirtschaft, Naturschutz, Freizeit usw. zu finden, ist die Kernaufgabe der Raumplanung.“

(VN)

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