“Stolpersteine” in Hohenems erinnern an jüdische Bewohner

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Neun im Boden eingelassene Messingtafeln sollen Erinnerung an NS-Opfer wachhalten
Neun im Boden eingelassene Messingtafeln sollen Erinnerung an NS-Opfer wachhalten - © VN
Hohenens – Mit sogenannten “Stolpersteinen” erinnert die Vorarlberger Stadt Hohenems an ihre insgesamt neun jüdischen Opfer des Nationalsozialismus.

Die pflastersteingroßen, im Boden eingelassenen Messingtafeln mit Kurzbiografien werden am Montag durch den Kölner Künstler Gunter Demnig vor den letzten Wohnorten der Bürger verlegt, informierte die Stadt Hohenems am Mittwoch in einer Aussendung.

Einzelschicksale sichtbar machen

Nach der Bregenzerwälder Gemeinde Lingenau, die seit 2011 damit Euthanasie-Opfern gedenkt, ist Hohenems die zweite Vorarlberger Kommune, die “Stolpersteine” platzieren lässt. Demnig verlegte bereits über 46.000 der Steine in ganz Europa. Sie sollen im öffentlichen Raum sichtbar auf Einzelschicksale aufmerksam machen. In Hohenems wird auf diese Weise an die im örtlichen Versorgungsheim lebenden Frieda Nagelberg und Gisela Figdor erinnert, die 1942 starben. Im selben Jahr kam im polnischen Lager Groß-Rosen Markus Silberstein um. Schon 1938 wurde der Kaufmann und Kommunist Louis Weil ins KZ Dachau bei München deportiert, wo er wenig später ermordet wurde.

“Stolperstein” für Heimann-Rosenthal

Ein “Stolperstein” errichtet wird auch für Clara Heimann-Rosenthal, eine angesehene Hohenemser Bürgerin, die nach ihrer Zwangsumsiedlung nach Wien 1942 im KZ Theresienstadt starb. Ebenfalls zunächst umsiedeln musste ihre Cousine Sophie Steingraber-Hauser. Sie wurde von Theresienstadt nach Treblinka deportiert und dort in der Gaskammer getötet. Im Haus, in dem Familie Rosenthal lebte, ist heute das Jüdische Museum Hohenems untergebracht. Wie die beiden Frauen wurde 1940 auch das Ehepaar Theodor und Helene Elkan mit ihrem Sohn Hans nach Wien umgesiedelt und 1942 ins KZ Theresienstadt gebracht. Der 78-jährige Kultusvorsteher Theodor Elkan überlebte die Strapazen nur wenige Tage. Seine Frau wurde 1944 in der Todesliste vermerkt, wenige Monate nach ihr starb auch der 43-jährige Hans.

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