Weltmeister Spanien steht nach Elfer-Krimi im EM-Finale

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Fabregas verwertete den entscheidenden Elfmeter. Fabregas verwertete den entscheidenden Elfmeter. - © EPA
Spanien hat sich auf dem Weg zum historischen Titel-Triple im EM-Halbfinale von Portugal nicht aufhalten lassen.

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Der Titelverteidiger musste im ersten Halbfinale der EURO 2012 am Mittwochabend in Donezk aber bis zuletzt zittern. Nach einer taktisch hochstehenden Partie mit großer Intensität setzte sich "La Roja" im iberischen Duell erst im Elfmeterschießen 4:2 durch. Nach 120 Minuten war es in der Donbass-Arena 0:0 gestanden. Die seit nun 19 Spielen ungeschlagenen Spanier zogen damit ins Endspiel am Sonntag im Olympiastadion  von Kiew ein. Der Gegner wird Donnerstagabend zwischen Deutschland und Italien ermittelt.

Fabregas verwertet entscheidenden Elfemeter

Cesc Fabregas verwertete in der Entscheidung vom Elfmeterpunkt den entscheidenden Penalty. Xabi Alonso bzw. Joao Moutinho waren zuvor als jeweils erste Schützen an den Torhütern gescheitert. Portugals Unglücksrabe war Innenverteidiger Bruno Alves, der den vierten Penalty an die Latte setzte. Superstar Cristiano Ronaldo konnte nicht einmal mehr antreten. Portugal verpasste damit den zweiten Finaleinzug nach jenem bei der Heim-EM 2004.

Portugal musste sich allein damit trösten, den Fußball-Primus der vergangenen Jahre gehörig ins Wanken gebracht zu haben. Teamchef Paulo Bento hatte vor Anpfiff angekündigt, mit dem hochdekorierten iberischen Nachbarn mitspielen zu wollen. Er sollte sein Wort halten. Für eine Überraschung sorgte bereits vor Anpfiff auch Spaniens Coach Vicente del Bosque. Im Aufstellungspoker um die Speerspitze im roten Angriff kam der im Turnierverlauf nur einmal kurz eingesetzte Alvaro Negredo zum Einsatz. Fabregas saß zunächst ebenso wie Fernando Torres nur auf der Bank. Negredo nahm wie sein ebenfalls neu in die Start-Elf gerücktes portugiesisches Pendant Hugo Almeida aber kaum am Spielgeschehen teil.

Den zwei Tage länger pausierenden Portugiesen gelang es nämlich vorbildlich, die spanischen Ballstafetten zu unterbinden. Der Spielaufbau des nach dem Tod von Betis-Verteidiger Miquel Roque mit Trauerflor angetretenen Titelverteidigers wurde früh gestört. Spanien leistete sich ungewohnt viele Abspielfehler und schien vom Pressing des wesentlich aggressiver zu Werke gehenden Gegners überrascht. Bei Portugal liefen fast alle Angriffe über die bei Real Madrid engagierte Linksachse Coentrao-Ronaldo. Portugals Superstar agierte höchst motiviert und war oft nur im Doppelpack zu bändigen.

Ausgerechnet sein Gegenspieler Alvaro Arbeloa hatte aber die frühe spanische Führung auf dem Fuß: Von Ronaldo aus den Augen verloren, schoss der aufgerückte Rechtsverteidiger in der 9. Minute knapp über das Tor. Es blieb die beste Chance der Spanier in der regulären Spielzeit. Ein Schuss von Andres Iniesta (29.) streifte in der ersten Spielhälfte noch das Tornetz, auf Portugals Habenseite stand ein Flachschuss von Ronaldo (31.) knapp neben das von seinem Clubkollegen Iker Casillas gehütete Gehäuse.

Ronaldo vergibt Matchball

Portugals intensives Attackieren machte sich auch nach dem Seitenwechsel bezahlt. Del Bosque reagierte mit den Hereinnahmen von Fabregas anstelle von Negredo und Jesus Navas für David Silva. Bemerkbar machte sich auf der Gegenseite aber Almeida mit zwei Versuchen aus der Distanz. In einer zunehmend von Fouls geprägten Partie belauerte sich beide Teams. Spanien versuchte seine spielerische Klasse auszuspielen, Portugal einen siegbringenden Konter zu starten. Ronaldo ließ den aussichtsreichsten Gegenstoß in der 90. Minute aber ungenutzt.

Somit war die zweite 0:0-Partie im Rahmen dieser Endrunde Realität und Spanien durfte bereits in die Statistik verbuchen, seit dem verlorenen WM-Achtelfinale 2006 (1:3 gegen Frankreich) in nun neun K.o.-Spielen bei EM und WM keinen Treffer zugelassen zu haben. In der Verlängerung rückte dann erstmals Rui Patricio in den Mittelpunkt. Zunächst zeichnete sich Portugals Schlussmann gegen Iniesta (104.) aus, dann parierte er einen Schuss von Navas (111.). Der eingewechselte Pedro (114.) ließ für Spanien eine weitere gute Möglichkeit ungenutzt. Am Ende durfte der Champion aber trotzdem jubeln.

(APA)

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