"Shades of Grey" bricht mit harter Erotik alle Rekorde

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Original-Cover der "Fifty Shades"-Triologie. Original-Cover der "Fifty Shades"-Triologie. - © AP
Der Sadomaso-Roman "Shades of Grey" bricht alle Rekorde. Amerika ist dem Buch über harte Erotik verfallen. Aber auch in Österreich ist das SM-Buch angekommen und steht ganz oben auf der Bestsellerliste. Kritiker sprechen von Pornografie und der katholische Weltbild-Verlag boykottiert das Buch sogar.

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Die ersten Geschichten von E. L. James (49) über "Bondage, Dominance, Sadism, Masochism" (Fesselung, Dominanz, Sadismus, Masochismus) erschienen in einem Internetforum. Als die Texte für deren Leser zu heiß wurden, stellte die Schottin - das E. L. steht für ihren richtigen Namen Erika Leonard - sie auf ihre eigene Website. Ein findiger Verleger veröffentlichte die Story schließlich als digitales E-Book für Lesegeräte wie den Kindle. Das war im Mai 2011. Nicht einmal ein Jahr später hatte es sämtliche Bestseller von den vorderen Plätzen geworfen.

Es geht um die junge Anastasia, 21 Jahre alt und noch Jungfrau. Sie trifft den gut aussehenden Milliardär Christian Grey und verfällt ihm sofort. Was dann folgt, ist das genaue Gegenteil von Blümchensex. Anastasia und Christian probieren so ziemlich alles aus. Oder besser gesagt: Er probiert es an ihr aus. Fesseln, erniedrigen, schlagen, besitzen.

"Shades of Grey" stößt "Harry Potter" vom Thron

Von der Trilogie wurden allein in den USA und Kanada 15 Millionen Bücher verkauft. In Großbritannien wurden mit den drei Bänden in den vergangenen Wochen laut BBC fast zwei Millionen Pfund umgesetzt - mehr als mit den 50 folgenden Romanen der Bestsellerliste zusammen. Dan Browns "Das verlorene Symbol", Joanne K. Rowlings "Harry Potter" - immer wieder wurden deren Rekorde von einem Buch durchbrochen, das es anfangs nur als Geschichtchen in einem nicht ganz ernst genommenen Forum gab. Und die Filmrechte sind auch längst verkauft. "Fifty Shades" ist laut Amazon das erste E-Book, von dem mehr als eine Million gekauft wurden.

Österreichischer Bestseller

Im deutschsprachigen Raum hat die erst Anfang Juli erschienene Übersetzung nach Angaben des Verlags Goldmann bereits die siebente Auflage mit einer Million Exemplaren erreicht.

In dieser Woche besetzt "Shades of Grey"  von E. L. James in der Österreichischen Bücher-Bestsellerliste in der Kategorie Taschenbuch vor "Leon und Louise" von Alex Capus und "Sieben Tage ohne" von Monika Peetz den ersten Platz.

Pornographie in Buchform?

Die Publizistin Alice Schwarzer verteidigt den Erotikroman "Shades Of Grey" über eine sadomasochistische Beziehung gegen Pornografievorwürfe. "Dieser Unterhaltungsroman ist das Gegenteil von Pornografie", sagte die Herausgeberin des Magazins "Emma".

"Die Frau wird nie zum passiven Objekt degradiert, sondern bleibt denkendes und handelndes Subjekt", erklärte Schwarzer gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Die junge Protagonistin des Romans lasse sich zwar ein Stück weit auf die Welt ihres dominanten Geliebten ein, ziehe dann aber die Reißleine. Die Heldin unterwerfe sich dem Mann letztendlich eben nicht.

Schwarzer plädierte für einen unverkrampften Umgang mit dem Buch. Es biete eine Möglichkeit, "angstfrei und spielerisch" mit Fantasien umzugehen.

Katholischer Weltbild-Verlag rechtfertigt Boykott

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der katholischen Verlagsgruppe Weltbild, Michael Fuchs, hat das Vorgehen im Falle des "Sadomaso"-Bestsellers "Shades of Grey - Geheimes Verlangen" verteidigt. Der Verlag wolle eine "kritische Auseinandersetzung" mit dem Roman der britischen Autorin E. L. James, sagte Fuchs der in Würzburg erscheinenden "Tagespost". Das Buch werde zwar im Internetshop geführt, neu aber seien die kritische Einordnung und Stellungnahmen dazu. In den Filialen liege das Werk hingegen nicht aus, im Katalog komme es ebenfalls nicht vor, unterstrich der Regensburger Prälat laut Kathpress.

(VOL.AT, APA)

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