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29. Juni 2011 04:10; Akt.: 29.06.2011 04:10

Seestadt vor Landesgericht

Ideenwettbewerb zur Seestadt Bregenz im Visier: Im Landesgericht marschierten gestern prominente Zeugen auf. Ideenwettbewerb zur Seestadt Bregenz im Visier: Im Landesgericht marschierten gestern prominente Zeugen auf. - © VOL/ Hofmeister
von Andreas Dünser - Feldkirch - War der 2003 gestartete Ideenwettbewerb zur Seestadt Bregenz nur eine Täuschung?

 (6 Kommentare)

Der von den Verantwortlichen stillschweigend aufgegeben wurde, als die Prisma auf den Plan trat? Das zumindest behauptet der Dornbirner Unternehmensberater Eberhard Demelius, der sich vergebens am Wettbewerb beteiligt hatte und nun die Hafen Bregenz GmbH auf Schadenersatz in der Höhe von 35.000 Euro klagt. Wie die VN berichteten, wirft Demelius den Verantwortlichen auch vor, die Bevölkerung wissentlich getäuscht zu haben, indem Anfang 2007 Projekte präsentiert wurden, die intern längst erledigt waren.

Linhart, Ölz und Germann

Mit Bürgermeister Markus Linhart, Prisma-Chef Bernhard Ölz und Illwerke-VKW-Vorstand Christof Germann erschienen nun gestern vor dem Landesgericht prominenteZeugen, die Demelius‘ Vorwürfe kategorisch zurückwiesen. Im September 2003 hatten demnach Seestadt und Stadt 84 Unternehmen angeschrieben, ihre Ideen zur Verwertung des Seestadt-Areals zu präsentieren. Demelius gehörte nicht zu diesen 84 Angeschriebenen, reichte aber trotzdem ein, gemeinsam mit zwölf angeschriebenen Interessenten. Diese insgesamt 13 Einreichungen wurden am 20. April 2004 auf fünf reduziert. Demelius war da nicht mehr dabei. Und den fünf Finalisten habe man im Juni 2006 erklärt, dass es zu keiner Realisierung komme. Warum? „Weil erkannt wurde, dass die Verwertung des Seestadt-Areals allein keinen Sinn macht - sondern nur in Verbindung mit dem Bahnhofsareal“, sagte Linhart. „Deswegen wurde der Wettbewerb abgesagt.“

Eine neue Situation 2007

Die Situation habe sich erst 2007 geändert, als die ÖBB „Bereitschaft erkennen ließen, über eine Verwertung ihres Areals nachzudenken“. Warum wurden dann 2007 Projekte präsentiert, die längst erledigt waren, wollte Richterin Birgit Vetter sinngemäß wissen. Linhart: „Weil wir nichts geheimhalten wollten.“ Und wie kam die Prisma ins Spiel? „Am 27. März 2008 sprach bei mir der Vorstand von Illwerken und Vkw vor und teilte mir völlig überraschend mit, die Anteile an der Seestadt an die Prisma verkaufen zu wollen.“ Germann sagte, der RH habe den Illwerken 1997 den Verkauf der Seestadt-Anteile empfohlen. Die Suche nach einem Investor im Rahmen des Ideenwettbewerbs aber sei erfolglos geblieben und daher 2006 beendet worden. „Erst 2008 haben wir Gespräche mit der Prisma aufgenommen“. Er selbst habe die Prisma kontaktiert, die Verkaufsgespräche seien im März, April 2008 erfolgt. „Nicht vorher schon?“ fragte Vetter nach. „Nein“, antwortete Germann. Ölz gab an, vor 2008 kein Interesse an der Seestadt gehabt zu haben: „Wir fanden den Weg der Investorensuche 2003 nicht richtig. Solche sensiblen Projekte brauchen einen offenen Prozess, keine fertigen Projekte.“ Erst 2008 habe sich die Möglichkeit ergeben, „das nach unserer Vorstellung umzusetzen, inklusive Bürgerbeteiligung.“ Die Verhandlungen „im Frühjahr 2008 waren relativ kurz“, die Illwerke seien an die Prisma herangetreten. Zwei Stunden dauerte die Verhandlung, im September soll das Urteil ergehen. (VN)


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