Mit dem Filmset unterwegs

Von Gemeindereporter Erika Stemer
Elisabeth Weißkopf liebt ihren Beruf und erzählt gerne von ihren Erlebnissen.
Elisabeth Weißkopf liebt ihren Beruf und erzählt gerne von ihren Erlebnissen. - © est
Elisabeth Weißkopf war als Kostümbildassistentin bei Dreharbeiten in der Mongolei, Schweiz, Türkei, in Indien und Marokko Sie träumte mit 16 von der weiten Welt und von einem „Näh-Cafe“. Elisabeth Weißkopf aus der Eifel (D) lernte Schneiderin und wurde Meisterin.

„Ein Handwerk läuft immer“, sagt die junge Deutsche. Zum Film kam sie „wie die Jungfrau zum Kind“. 1995 landete Elisabeth in München bei einer Film- und Fernseh-Produktion als Garderobiere und entwickelte sich zur Kostümbildassistentin. Sie erlebte Senta Berger, Bud Spencer, Friedrich von Thun und andere hautnah.2005 drehte ihre Crew in der Mongolei bei 20 bis 45 Grad Minus. Hier erlebte sie den Winter drei Monate lang ohne Wolke, nur blauen Himmel. Besondere Erlebnisse waren die Filmszenen zum Film „Wie zwischen Himmel und Erde“, der im Herbst in die Kinos kommt. Hier wurde mit der „härtesten Schauspielerin der Generation“, mit Hannah Herzsprung gefilmt. Tibetanische Kinderflüchtlinge mussten über den Himalaja nach Ladakh in Nordindien gebracht werden. „Kommt man erst mal auf über 4000 m, darf man die ersten drei Tage gar nichts tun“, so Weißkopf. Die Schneeszenen fanden wegen Wintereinbruch auf dem Jungfraujoch statt. Weißkopf begleitete auch ein Film-Set in Marokko für ein Jesus-Video. Faszinierend fand Elisabeth die Terrakotta-Farben des Wüstenlandes. Eine Kostümbildnerin sollte ein Multitalent sein. Man darf die Dreharbeiten nicht stören, unsichtbar und doch präsent sein und die Szenen kennen. Auch kann es sein, dass man die Schauspieler bei 40 Grad Minus erwärmen muss. Wie ? Ganz praktisch – mit Umarmen, Wärmflaschen oder Decken. „Man ist wie das Kindermädchen der Schauspieler“, weiß die Schneiderin. Das Handwerkszeug ist eine Nähwerkstatt mit allem drum und dran. Auch technisch begabt sein ist von großem Vorteil. Der Strom ist oft in diesen Ländern limitiert, da darf man sich auch um die Stromaggregate kümmern.Zwischen den Dreharbeiten kommt die Globetrotterin ins Montafon und „verliebt“ sich in das Tal. Seit 2011 betreibt sie mit Gabi Juen das „Knopf und Wolle“ Geschäft in Schruns. „Bin hier glücklich und warte noch auf mein Näh-Cafe“, meint die ehemalige Gewandkünstlerin zufrieden.

Zur Person: Elisabeth Weißkopf,

geboren 1967 in der Eifel (D)

Hobbies: Mein Beruf

Lebt in Tschagguns und ist Single

 

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