Pumpspeicherkraftwerk Kops II der Illwerke eröffnet

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Pumpspeicherkraftwerk Kops II der Illwerke eröffnet
Gaschurn-Partenen - Das Pumpspeicherkraftwerk Kopswerk II ist am Freitagmittag nach vierjähriger Bauzeit in einem Festakt mit rund 1.000 geladenen Gästen offiziell eröffnet worden. Bilder  | Reaktion der Grünen

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Das rund 400 Mio. Euro teure Projekt in Gaschurn-Partenen (Montafon) ist laut Illwerke-Angaben eines der modernsten Pumpspeicherkraftwerke weltweit. Zum Start öffnet die großteils unterirdisch gelegene Anlage am Wochenende für zwei Tage ihre Tore für Besucher.

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Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) betätigte um 12.15 Uhr den symbolischen Startknopf zur Inbetriebnahme. In seiner Rede sprach Sausgruber von einem "Meilenstein für die Vorarlberger E-Wirtschaft". Vorarlberg habe bereits zu Beginn der Strommarktliberalisierung gezielt auf Wasserkraft gesetzt, obwohl Experten diese für nicht konkurrenzfähig gehalten hätten. Heute zeige sich, dass die Strategie des Landes richtig gewesen sei, so Sausgruber. Das Kopswerk II werde die eigenständige Entwicklung der Vorarlberger Energiewirtschaft weiter stärken.

Illwerke-Vorstandsvorsitzender Ludwig Summer nannte das neue Kraftwerk eine "Investition in die Zukunft Vorarlbergs". Er sei sicher, dass noch viele Generationen von der sauberen Wasserkraft aus dem Montafon profitieren werden, so Summer, der in seiner Ansprache auch die am Bau beteiligten Arbeiter und Ingenieure lobte. Mit dem neuen Kraftwerk, das das Wasser des bestehenden Kopssees auf 1.800 Metern nutzt, könnten die Illwerke ihre Stellung auf dem europäischen Strommarkt erfolgreich ausbauen. Die von Ingrid Thurnher moderierte Eröffnung wurde vom Symphonieorchester Vorarlberg musikalisch umrahmt. Den kirchlichen Segen erteilte der Gaschurner Ortspfarrer Joe Egle.

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Der Bau des Großprojekts begann im September 2004 mit den Felsausbruchsarbeiten für Kammern, Schächte und Stollen. Das Kavernenkrafthaus, das in Gaschurn-Rifa rund 200 Meter im Berginneren entstand, ist das Kernstück des Kraftwerks. Die Maschinenkaverne beeindruckt durch ihre Größe: 88 Meter lang, rund 30 Meter breit und 60 Meter hoch zählt sie laut Illwerke-Angaben zu den größten künstlichen Felshohlräumen der Welt. Imposant ist auch die 19 Meter hohe Transformatorenkaverne. 2006 wurden Abdichtungen, Betonausbau und Panzerungen des Druckschachts vorgenommen.

2007 und 2008 standen im Zeichen der Montage und Inbetriebsetzung der mechanischen und elektrischen Anlagen im Kavernenkrafthaus. Dort wurden auch die drei je 38 Meter hohen Maschinensätze montiert, die sowohl über Turbinen als auch über Pumpen arbeiten können. Die Kapazitäten der Illwerke erhöhen sich im Pumpbetrieb um 85 Prozent und im Turbinenbetrieb um 36 Prozent. Die Turbinen- und Pumpleistung liegt bei 450 Megawatt, damit ist das Kopswerk II das leistungsfähigste Kraftwerk der Illwerke.

Im September 2008 startete die erste Maschine in den Probebetrieb, seit November laufen alle drei Maschinen und liefern Spitzen- und Regelenergie in das Stromnetz. Ursprünglich waren für den Bau rund 330 Mio. Euro veranschlagt. Die Kostensteigerung auf 400 Mio. Euro führten die Illwerke auf höhere Stahlpreise und nachträgliche Sicherheitsvorschreibungen zurück.

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