Marken-Piraterie: Chinesen bauten 300 Tonnen schweren Liebherr-Kran nach

Von Marc Springer
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Ein chinesischer Hersteller baute einen Liebherr-Raupenkran nach. Ein chinesischer Hersteller baute einen Liebherr-Raupenkran nach.
Nenzing.  - Einen dreisten Fall von Marken-Piraterie verzeichnete auch das Nenzinger Weltunternehmen Liebherr. Ein kleines chinesisches Unternehmen baute einen 300 Tonnen schweren Raupenkran nach.

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Die Firma Blum in Höchst hat mit "Marken-Hijacking" im großen Stil (VOL.AT berichtete) zu kämpfen, nicht ganz so heftig ist es für Liebherr in Nenzing. Das liegt vermutlich auch daran, dass es nicht so einfach ist einen mehrere Tonnen schweren Kran nachzubauen - könnte man meinen.

"Kran war eine schlechte Kopie"

Wolfgang Pfister"Ein kleines chinesisches Unternehmen baute einen 300 Tonnen schweren Raupenkran nach und verkaufte diesen als Second Hand-Gerät", sagt Liebherr Pressesprecher Wolfgang Pfister auf VOL.AT-Anfrage. "Obwohl die Chinesen sogar unseren Schriftzug verwendet haben und den Kran als Original anpriesen, war es doch eine sehr schlechte Kopie." Aufgeflogen ist der Kuhhandel, weil sich der Käufer bei der Firma Liebherr meldete. Bisher sind laut Liebherr-Sprecher Pfister keine weiteren Nachbauten von Kränen oder anderen Liebherr-Geräten aufgefallen, aber man sei natürlich inzwischen gewarnt und sensibilisiert. "Wir finden immer wieder bestimmte Designelemente von uns, aber ganze Nachbauten nicht. Es wird allerdings auch von chinesischen Herstellern mit Produktzeichnungen von uns Werbung gemacht. Ideen werden einfach abgekupfert - das ist auffällig."

Produktpiraterie im großen Stil

Mit Produktpiraterie im ganz großen Stil musste sich hingegen der Wolfurter Seilbahn- und Liftanlagen-Hersteller Doppelmayr auseinandersetzen. Im Jahr 2005 tauchten mehr als 200 nachgemachte Doppelmayr-Liftanlagen im Reich der Mitte auf - zum Teil wurden sogar Tafeln mit dem Firmenlogo des Seilbahnherstellers verwendet. Da die Anlagen offensichtlich von zwei staatlichen Maschinenbau-Unternehmen hergestellt wurden, konnte Doppelmayr auch rechtlich praktisch nichts machen. Sieben Jahre später kämpft die Firma Doppelmayr nach wie vor mit Produktpiraterie wie Mag. Ekkehard Assmann (Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit) im VOL.AT-Gespräch bestätigt. "Rechtlich dagegen vorzugehen ist ganz schwierig. Aus diesem Grund versuchen wir immer besser und einen Schritt voraus zu sein - und das sind wir auch", konstatiert Assmann. "Sicherheitsrelevante und spezielle Teile, die besonderes ,know-how' erfordern, werden nur in Wolfurt hergestellt." Von Doppelmayr-Seite ist man inzwischen sehr sensibilisiert und die kopierten Anlagen entsprechen sicherheitstechnisch natürlich nicht jenen des heimischen Herstellers. "Wir schauen uns die Anlagen natürlich ganz genau, da diese nicht unseren Standards entsprechen", sagt Assmann abschließend. (MSP)

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