Internetbekanntschaft war Betrügerin

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Internetbekanntschaft war Betrügerin
Dornbirn – Immer wieder treiben Betrüger im Internet ihr Unwesen. Auf eine besonders hinterlistige Abzocke wäre Martin Schranz aus Dornbirn beinahe hereingefallen. Er entdeckte den Schwindel in letzter Minute. Betroffener schildert den Betrug  |  Interview mit AK-Konsumentenschützer Video

Im Sommer 2007 lernte Martin Schranz im Internet eine Frau aus Russland kennen. „Es entstand eine E-Mail-Freundschaft, wir schrieben uns regelmäßig mehr oder weniger belanglose Mails hin und her“ erzählt Martin Schranz. Was ihn etwas stutzig machte war, dass die russische Dame in den Mails immer wieder das Thema „Vertrauen“ ansprach, er dachte sich aber nichts weiter dabei. Im Dezember schrieb die Frau dann, dass ihre Mutter schwer krank sei und dass für die Behandlung möglichst schnell eine größere Geldsumme benötigt werde. „Sie erzählte, dass ein Onkel aus England das Geld bereitstellen würde, der wäre allerdings momentan in Indien und könne von dort aus den Betrag nicht direkt nach Russland überweisen. Also schlug sie vor, dass er das Geld mir überweisen soll und ich es dann weiter zu ihr nach Russland transferiere“ so Martin Schranz. Wenige Tage später waren tatsächlich 2.900,- Euro auf sein Konto geflossen. Jedoch hatte der Absender des Geldes weder einen russischen, noch einen englischen Namen, sondern einen deutschen. Martin Schranz schöpfte Verdacht: „Da wurde ich misstrauisch. Ich gab diesen Namen dann bei Google ein, fand eine Person aus Deutschland und hab sie einfach angerufen. Diese Person wusste nichts von dem Geldtransfer und da wurde mir klar, dass es sich um einen Schwindel handelte.“

Martin Schranz leitete das Geld daraufhin natürlich nicht weiter, sondern setzte sich mit der Polizei in Verbindung. „Er hat goldrichtig reagiert. Hätte er das Geld weiterüberwiesen, hätte er sich strafbar gemacht und wäre wahrscheinlich wegen Geldwäsche angezeigt worden“ so Paul Rusching vom Arbeiterkammer-Konsumentenschutz. „Die russischen Betrüger haben sehr wahrscheinlich durch eine so genannte Phishing-Attacke das Konto der Person in Deutschland geplündert. Martin Schranz hätte als Mittelsmann missbraucht werden sollen“ so Rusching weiter.

Solche und ähnliche Betrügereien kommen im Internet sehr häufig vor, der Konsumentenschützer rät daher, bei Geldgeschäften und Überweisungen übers Internet immer höchste Vorsicht walten zu lassen. „Auf E-Mails von Banken sollte man nie antworten, denn Banken versenden keine Mails an ihre Kunden. Außerdem sollte man stets darauf achten, dass der Rechner ausreichend gegen Zugriffe unberechtigter Personen geschützt ist“ so Paul Rusching.

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