Hungersnot treibt Nordkoreaner in Kannibalismus

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Nordkorea: Hungerland mit Atomraketen. Nordkorea: Hungerland mit Atomraketen. - © AP (Themenbild)
Es sind Hilferufe, wie sie lauter nicht durch ein Land gellen könnten: Die schwere Hungersnot in Nordkorea soll die Bevölkerung mehr und mehr zum Äußersten treiben - aus Verzweiflung sollen sie ihr eigen Fleisch und Blut verspeisen.

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Mit mehr als 1,2 Millionen Soldaten unterhält das von Hungersnöten geplagte Nordkorea eine der größten Armeen Asiens. 1997 mündete eine durch Unwetter, Missernten und Zwangswirtschaft ausgelöste Hungerkatastrophe in ein Massensterben. Und noch immer sind UNO-Schätzungen zufolge Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht. Trotzdem haben Ausgaben für das Militär Vorrang.

Flüchtlinge berichten von Kannibalismus

Bereits Ende 1997 und 1998 berichteten Mitarbeiter einer französischen Hilfsorganisation von vereinzelten Fällen von Kannibalismus. Anderen Berichten zufolge fiel eine Zweijährige dem Hunger ihrer Mutter zum Opfer. Auch die Darstellungen weiterer Augenzeugen stimmten mit diesen Angaben überein, hieß es.
Die Mitarbeiter der Organisation zitierten daneben auch die Direktorin eines Kinderheims an der Grenze zu China, deren Angaben zufolge ein Nordkoreaner ein Waisenkind getötet, gesalzen und aufgegessen habe. Weil die kommunistische Regierung in Pjöngjang die Wahrheit vor den ausländischen Organisationen verberge, sei eine unabhängige Überprüfung der Berichte jedoch unmöglich, so der Franzose Marcel Roux.

Kinder fallen Hunger der Eltern zum Opfer

Mehr als ein Jahrzehnt ist seit diesen Berichten vergangen. An der Hungersnot und ihren verheerenden Folgen jedoch scheint sich kaum etwas geändert zu haben. Dementsprechend berichtet das Schweizer Onlineportal 20 Minuten am heutigen Montag unter Bezugnahme auf eine zwölfseitige Reportage der "Asia Press", dass sich in den Provinzen Nord und Süd Hwanghae Augenzeugenberichte über Eltern, die ihre eigenen Kinder essen, mehren. Es sind Berichte, die zu abnormal erscheinen, als dass sie real sein könnten. Berichte von unglaublicher Not, die Menschen zu Unsagbarem treiben. So soll ein Mann, während seine Frau auf Geschäftsreise war, zuerst seine ältere Tochter und anschließend seinen Sohn getötet haben. Das Fleisch soll er zu Hause aufbewahrt haben. Kaum von ihrer Reise zurückgekehrt schöpfte seine Frau jedoch Verdacht. Anstatt ihrer Kinder nämlich fand sie plötzlich "Vorräte" vor. Sie benachrichtige die Exekutive, die bei der Durchsuchung des Grundstücks Teile der Kinderleichen fand.

Nach Angaben jenes Journalisten, der die Aussagen für den Bericht der "Asia Press" aufgezeichnet hatte, alles andere als ein Einzelfall. So soll ein Mann zum Tode verurteilt worden sein, weil er seine Kinder getötet und gegessen habe. Ein Großvater habe die Leiche seines verstorbenen Enkels wieder ausgegraben, um sie zu verzehren.

Internationale Besorgnis löst seit Jahren Nordkoreas Atomprogramm aus, das zusammen mit dem Raketenprogramm des Landes als Bedrohung in der Region gilt. Die Hilfeschreie von Hilfsorganisationen, die seit Jahren auf das anhaltende Leid der Bevölkerung aufmerksam zu machen versuchen, scheinen jedoch ungehört zu verklingen.

(Red./ APA)

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