Fahrraddiebe werden immer dreister

Von VN/Geraldine Rainer
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Organisierte Kriminelle haben sich auf Einbrüche in Fahrradgeschäfte spezialisiert. Organisierte Kriminelle haben sich auf Einbrüche in Fahrradgeschäfte spezialisiert. - © VN-Grafik
Feldkirch. Die Fahrraddiebe in Vorarlberg werden immer dreister. Auch Fahrradkeller sind mittlerweile zu einem beliebten Beuterevier geworden. Diese Erfahrung musste Sandro Flatz aus Feldkirch-Tosters machen. Die unbekannten Täter sind am helllichten Tag in die Wohnanlage einmarschiert und haben zwei Fahrräder im Gesamtwert von 4000 Euro entwendet.

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Sein 3000-Euro-Moutainbike war zusätzlich mit einem Schloss versperrt. Auch das stellte für die Diebe kein Hindernis dar. Flatz vermutet, dass die Täter die Wohnanlage über längere Zeit beobachtet haben. Das Werk einer organisierten Diebesbande?

Das glaubt Herbert Humpeler von der Kriminalprävention im Landeskriminalamt Vorarlberg nicht. „Die organisierten Kriminellen haben sich auf Einbrüche in Fahrradgeschäfte und auf Fahrrad-Großveranstaltungen spezialisiert. Fahrräder aus dem Keller zu klauen wäre für diese Tätergruppe zu aufwendig.“

Pro Tag 64 Diebstähle

Offiziellen Zahlen zufolge wurden im Jahr 2011 österreichweit 23.227 Fahrräder gestohlen. In Vorarlberg waren es 1224. Umfragen im Rahmen einer internationalen Kriminalitätsstudie lassen jedoch befürchten, dass die Dunkelziffer um ein Achtfaches höher ist. Viele Diebstähle werden nämlich erst gar nicht bei der Polizei angezeigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sandro Flatz sein Fahrrad wiederbekommt, ist relativ gering. 2011 lag die Aufklärungsquote im Österreich-Durchschnitt bei 4,6 Prozent. In Vorarlberg sogar bei nur 3,8 Prozent: Von 100 gestohlenen Fahrrädern konnten somit weniger als vier dem Besitzer wieder zurückgegeben werden. Wie aus einer Studie des Bundesministeriums für Inneres hervorgeht, werden 60 Prozent aller polizeilich registrierten Fahrraddiebstähle in den Landeshauptstädten begangen. Während in Wien insgesamt die meisten Fahrräder gestohlen werden, ist das Risiko – bezogen auf die Einwohnerzahl – in Bregenz bei Weitem am höchsten. Im Vorjahr wurden dort 20 Diebstähle pro 1000 Einwohner registriert. In Wien fünf.

Humpeler empfiehlt –, hochwertige Bügel-, Panzerkabel oder Rahmenschlösser mit Kette zu verwenden. Dabei seien solche, die mit Schlüsseln abgesperrt werden, sicherer als die Nummernvarianten. Die beliebten Spiralkabel können in der Regel allesamt als „nicht sicher“ eingestuft werden. Laut Experten sollte das Fahrradschloss mindestens zehn Prozent des Fahrradpreises kosten. Ein Fahrradschloss gilt als sicher, wenn es einem Angriff mindestens drei Minuten lang standhält. Kann das Schloss in dieser Zeit nicht aufgebrochen werden, geben Diebe in der Regel auf. Manche Diebe haben sich auf bestimmte Schlosstypen spezialisiert. Dagegen hilft der Einsatz von zwei Schlössern unterschiedlicher Bauart.

Neben der geeigneten Diebstahlsicherung sollte man auch auf die Registrierung des Fahrrads Wert legen. „Dann können die Fundämter die gefundenen Räder auch zuordnen“, sagt Humpeler.

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