David Pountney verlässt Bregenzer Festspiele in Richtung Cardiff

Von Christa Dietrich
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David Pountney verlässt Bregenzer Festspiele in Richtung Cardiff
Bregenz - Das Präsidium der Bregenzer Festspiele informierte heute Mittag die Öffentlichkeit darüber, dass Intendant David Pountney im Jahr 2013 seinen Vertrag als künstlerischer Leiter des Unternehmens beendet.

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Im Zuge der Neuausschreibung der Intendanz hat der bekannte britische Regisseur und Theatermann Angebote zur Führung renommierter Opernhäuser erhalten. Den Ruf an die Welsh National Opera in Cardiff wird Pountney annehmen. Und zwar bereits im kommenden Herbst.

Es handle sich "um eine sehr gute Lösung im Einvernehmen mit allen Beteiligten", betonten Pountney, Festspielpräsident Günter Rhomberg und die Vizepräsidenten Hans-Peter Metzler und Wilhelm Muzyczyn.

In den bleibenden zwei Saisonen wird er sich jedoch auch den Bregenzer Festspielen widmen. Dort steht in diesem Jahr mit „André Chénier“ eine Neuinszenierung am See an, im Opernhaus hat der Intendant heuer eine Uraufführungsserie gestartet, in deren Rahmen bis 2013 drei Produktionen realisiert werden. 

10 Jahre Bregenzer Festspiele mit David Pountney

Die erst im Jänner mündlich getroffene Vereinbarung, dass David Pountney bis Ende des Jahres 2014 Intendant in Bregenz bleibt, wurde aufgelöst. David Pountney hat die Bregenzer Festspiele somit zehn Jahre erfolgreich geleitet und künstlerisch mehrere neue Akzente gesetzt. Auf enorme internationale Aufmerksamkeit stieß dabei unter anderem die Produktionen "Die Passagierin" im vergangenen Jahr, die nun an mehreren Opernhäusern nachgespielt wird.

Pountney werde seine freie Regietätigkeit maßgeblich einschränken, um in der zweijährigen Übergangsphase für beide Häuser zur Verfügung stehen zu können, erklärte Rhomberg.

Bregenzer Fespiele ohne Intendant

Die Bregenzer Festspiele stehen derzeit für 2014 ohne Intendanten da. "Es tut sich eine kleine Lücke auf, die wir bemüht sind, zu füllen", so Rhomberg. Es werde rechtlich wahrscheinlich nicht möglich sein, dass der neue Festivalleiter ein Jahr früher beginnt. "Eine rechtlich einwandfreie Lösung für 2014 zu finden, wird dem Präsidium großen Einsatz abverlangen, es ist alles denkbar", meinte Rhomberg nach möglichen Optionen befragt. Er hoffe, dass die rechtliche Situation eine "pragmatische Lösung" nicht verunmöglichen werde.

Die bis zum 23. April 2011 dauernde Ausschreibung für die Intendantenstelle ab 2015 laufe positiv, man erwarte ein "sehr gutes Ergebnis", erklärte Rhomberg. Der dreiköpfige Stiftungsvorstand, bestehend aus Rhomberg, Metzler und Muzyczyn, werde voraussichtlich im Mai eine Entscheidung fällen.

"Wir sind mit sehr qualifizierten Persönlichkeiten im Gespräch", so der 72-jährige Festspielpräsident, der darüber hinaus das laufende Verfahren nicht kommentieren wollte. Eine Hearing-Kommission werde es dabei nicht geben, eine solche sei schon bisher nicht eingesetzt gewesen. Auf die Journalistenfrage, ob er 2014 noch Präsident sein wird, betonte Rhomberg: "Das steht nicht zur Debatte, weder heute noch morgen".

Auf das Wesentliche konzentrieren

Pountneys Wunsch nach einem nun doch früheren Abgang habe man einstimmig zugestimmt. Man hoffe, dass dies nun zur Beruhigung der Situation beitrage und man sich wieder auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren könne, so Rhomberg in Anspielung auf die Turbulenzen der vergangenen Monate. Rhombergs Gremiumskollegen Metzler und Muzyczyn zeigten sich erfreut über die nun gefundene Lösung. Es sei ein gutes Zeichen, dass Intendant Pountney auch an anderen Häusern gefragt sei, so Metzler. Man müsse einem Künstler die Chance geben, ein Angebot eines so international renommierten Hauses anzunehmen, erklärte Muzyczyn.

Pountney dankbar für Verständnis

Pountney betonte, er werde seine Aufgaben in Bregenz bis 2013 voll erfüllen, seine Tätigkeit in Cardiff habe darauf keinen Einfluss. "Ich möchte mich wirklich bedanken für so viel Verständnis", so Pountney zu der "amikalen Lösung". Nach eigenen Angaben sieht er auf die jüngsten Entwicklungen nicht mit Enttäuschung zurück. "Ich blicke fast nie zurück, das finde ich nicht hilfreich", sagte er. Er freue sich auf Cardiff und sei "dankbar, dass mir das Präsidium das erlaubt hat".

(VN/APA)

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