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Batschuns: Schweizer Jagdtourist tötet Dorfhirsch „Heinrich den XIV.“

Aufregung in Batschuns: Dorfhirsch "Heinrich der XIV." wurde nahe einer Wohnsiedlung erlegt. Aufregung in Batschuns: Dorfhirsch "Heinrich der XIV." wurde nahe einer Wohnsiedlung erlegt. - © Markstaler
von Markus Sturn (VOL.AT) - Zwischenwasser – Trauer und Wut in Batschuns: Ein Schweizer Jagdtourist erlegte am Donnerstagabend nahe einer Wohnsiedlung den Dorfhirsch „Heinrich den XIV.“ Das Pikante dabei: Die Wiese, auf der sich die Szene abspielte, wird oft von Kindern durchquert.

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Vergangenen Donnerstag gegen 21.00 Uhr fiel der tödliche Schuss auf das Tier, das von Anrainern liebevoll „Heinrich der XIV.“ genannt wurde – wegen der vierzehn Enden seines prächtigen Geweihs. Unter die Trauer um das geliebte Maskottchen mischt sich Wut über die Vorgehensweise der Jäger. Denn der „Tatort“ befindet sich nahe einer Wohnsiedlung, und wird oft von Kindern durchquert.

„Pietätloses“ Vorgehen der Jäger

Rund 20 Kinder leben in den Häusern, die an die Wiese angrenzen, erzählt Markus Marktaler. Er selbst wohnt dort mit seiner Frau und drei Kindern. Als „pietätlos“ empfindet er das Verhalten der Jäger. Es gehe schließlich nicht nur um die unmittelbare Gefahr, der die Anrainer und ihre Kinder ausgesetzt werden. Auch müsse man den Kindern nun erklären, wo „Heinrich“ abgeblieben ist. Dass tatsächlich etwas passiert, sei zwar unwahrscheinlich – „aber das war Fukushima auch.“

„Anderen Schussort“ gewünscht

Bürgermeister Josef Mathis sieht zwar keine rechtliche Verfehlung der Jäger, hätte sich aber trotzdem „einen anderen Schussort gewünscht“, als mitten in einer Wohnsiedlung. Die Trauer in seinem Dorf sei tatsächlich groß. Heinrich sei ein Einzelgänger gewesen, habe aber kaum Scheu vor den Menschen erkennen lassen. So hat er sogar Äpfel von den Bäumen in Markus Marktalers Garten gefressen. Dennoch sei es natürlich das Recht des Pächters, Wildtiere auf seinem Grundstück zu erlegen, betont Mathis.

„Heinrich“ als Gefahr für den Straßenverkehr?

Jagdaufseher Rainer Vith versteht die Aufregung um den toten Hirsch nicht so recht. Er war am Donnerstagabend dabei als der Schweizer Jagdgast „Heinrich“ erlegte. Den Vorwurf, dass der Schütze von der Straße aus über die Wiese auf das Tier geschossen hätte, bestreitet er vehement. Seiner Darstellung nach hätten sich die beiden Männer auf der Wiese befunden und dabei die Umgebung sehr genau überprüft. Eine Gefahr für Menschen hätte es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Außerdem hätten viele Dorfbewohner immer wieder gefordert, den Hirsch zu töten: Mit seinen gut 230 Kilogramm sei er eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Straßenverkehr gewesen. Und die Straße hätte er oft und gerne überquert.

Warum aber musste „Heinrich“ nahe einem Wohngebiet sein Leben lassen, anstatt in freier Wildbahn? Darauf weiß auch Vith keine Antwort.

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