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Zypern nimmt als fünftes Euro-Land Finanzhilfen in Anspruch

Eurozone einigte sich nach monatelangen Verhandlungen auf Hilfe.
Eurozone einigte sich nach monatelangen Verhandlungen auf Hilfe. ©AP
Mit dem Mittelmeerstaat Zypern nimmt nun mittlerweile das fünfte Land der Eurozone milliardenschwere Finanzhilfen für seine kriselnde Wirtschaft in Anspruch.

Während zunächst Griechenland und dann Irland und Portugal massive Rettungspakete zugesprochen bekamen, stellte Spanien zuletzt einen Sonderfall dar, da sich die 2012 zugesagten Finanzhilfen lediglich auf die Sanierung des maroden Bankensektors beziehen.

Griechenland:

Das krisengeschüttelte Euro-Land erhielt im Mai 2010 als erster Rettungskandidat von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) Notkredite von 110 Milliarden Euro. Angesichts der desolaten Lage reichten die Hilfen jedoch bei weitem nicht aus, 2012 wurde ein zweites Hilfspaket geschnürt. Weitere Kredite von 165 Milliarden Euro wurden zugesagt, zudem verzichteten Privatgläubiger auf rund 107 Milliarden Euro ihrer Forderungen. Die Berichte der Gläubiger zu den griechischen Fortschritten bei der Bewältigung der Schuldenlast fallen nach wie vor oft kritisch aus.

Irland:

Irland war 2010 das zweite Euro-Land, das internationale Finanzhilfen in Anspruch nehmen musste. Um eine schwere Wirtschaftskrise zu überwinden, vereinbarte die irische Regierung im Herbst 2010 ein 85 Milliarden Euro umfassendes Hilfspaket mit EU und IWF. Irland kommt bei den im Gegenzug für die Hilfen zugesagten Reformen gut voran.

Portugal:

Das Land beantragte im Frühjahr 2011 Finanzhilfen. Geschmiedet wurde ein Hilfsprogramm von EU und IWF von 78 Milliarden Euro. Wie Irland hält auch Portugal die Vorgaben der Gläubiger zwar weitgehend ein, die international als wenig wettbewerbsfähig geltende Wirtschaft des südeuropäischen Landes ist aber bisher nicht wieder auf die Beine gekommen. Erst am Freitag wurde Portugal ein zusätzliches Jahr Zeit gewährt, um die Staatsverschuldung mit den EU-Richtlinien in Einklang zu bringen.

Spanien:

Im Juni 2012 sah es angesichts des kollabierenden Bankensektors zunächst so aus, als müsste auch Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen. Madrid versicherte jedoch, die Krise aus eigener Kraft bewältigen zu können und beantragte statt für das Land als Ganzes lediglich Hilfen zur Rekapitalisierung seiner Banken. Von den zugesagten 100 Milliarden Euro rief Spanien bisher 41 Milliarden Euro ab. Der Druck der Märkte nahm seither ab.

Zypern:

Durch die Krise in Griechenland gerieten auch die mit den griechischen Banken verwobenen zypriotischen Geldhäuser ins Straucheln. Nach monatelangen Verhandlungen beschlossen die Euro-Finanzminister in der Nacht auf Samstag ein Rettungspaket, das mit maximal zehn Milliarden Euro deutlich geringer ausfällt als die anfangs veranschlagten 17,5 Milliarden Euro. Erstmals müssen sich durch eine Sonderabgabe auch Bankkunden an der Rettung eines Euro-Landes beteiligen. Zudem will Zypern die Umsetzung internationaler Standards gegen Geldwäsche unabhängig prüfen lassen.

(APA)

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